HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

70 Meter Radweg

 

In Homberg gibt es bisher keine Radwege. Jetzt soll zum ersten Mal ein Radweg gebaut werden: 70 Meter lang. Weder davor noch danach gibt es  einen Radweg. Es ist auch kein erstes Teilstück in einem geplanten Radwegenetz. Es sind lediglich 70 Meter in der oberen Ziegenhainer Straße. Dafür werden dort Bäume und Parkplätze entfernt und durch 70 Meter Radweg ersetzt.

In der Ziegenhainer Straße davor fahren die Radfahrer im Verkehr, der bis Tempo 50 km/h erlaubt ist. Erst auf den letzten 70 Metern wird es den Radstreifen geben, der dann getrennt neben dem Autoverkehr geführt wird. Die Autos dürfen dort zukünftig auch nur 30 km/h fahren.

In der Kasseler Straße wird es ein Stück des Gehweges geben, den sich die Radfahrer mit den Fußgängern teilen müssen. Die Radfahrer dürfen dabei in beide Richtungen fahren.

Das ist die Planung des Ingenieurbüros Unger.

Die HNA schreibt zu dem Vorhaben:

Im Zuge der Arbeiten wird die Ziegenhainer Straße so ertüchtigt, dass sich künftig auch Radfahrer sicherer fühlen können: Stadteinwärts entsteht ein 70 Meter langer Radfahrstreifen – dort, wo sich derzeit noch Parkplätze befinden.

 
Radfahrer sollten sicherer fahren können

2018 wurde ein Verkehrsentwicklungskonzept für Homberg erarbeitet und vorgestellt. Es gibt darin auch ein Kapitel zum Radverkehr, in dem die Kriterien genannt sind, die ein Radfahrnetz erfüllen bzw., angestrebt werden soll.

Auszug aus dem Verkehrsentwicklungsplan Homberg (Efze) 2018
 

Die Kriterien wurden entsprechend der Forschungsstelle für den Straßenverkehr entwickelt.

Entgegen dieser Kriterien wird der erste Homberger Mini-Radweg gebaut.

– Im Abschnitt mit Tempo 50 für den Kfz-Verkehr gibt es keine Radverkehrsanlagen.

– Statt kontinuierlicher Führungsform gibt es nur 70 Meter, dann wechselt die Führungsform wieder.

– In der Kasseler Straße soll ein Zweirichtungsradweg eingeführt werden, verbunden mit einer gemeinsamen Führung mit dem Fußverkehr.
 

Die Kriterien des Verkehrsentwicklungskonzepts sind einsichtig und nachvollziehbar. In Homberg werden sie nicht beachtet. Was da gebaut werden soll, ist nicht zukunftsfähig:
Es ist Geldverschwendung.

Übrigens ist das Verkehrsentwicklungskonzept von 2018 nicht auf der Homepage der Stadt zu finden.

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18 Kommentare zu “70 Meter Radweg”

  1. Eichelskopf

    Sehr geehrter Herr Schnappauf.

    Brilliant recherchiert !!!

    Homberg führt sich Ad Absurdum !!

    Ich warte auf den Kommentar von Solarfan….

  2. Mitgucker

    In Homberg gibt es bisher keine Radwege? Das stimmt so nicht.

    Wir haben den R5, R14 und R15

  3. Delf Schnappauf

    zu 2: Richtig, es gibt die Rad-Routen, die auch durch die Ziegenhainer Straße und über die Drehscheiben führen. Auch durch die Westheimer Straße, die Wallstraße, den Bindeweg.

    Das sind Routen für Fahrradfahrer auf der Landkarte bzw. auf open-street-map, das sind deswegen noch keine Radwege, dann müsste man nicht extra 70 Meter Radweg bauen.

  4. solarfan

    zu 1.

    Wirklich brilliant recherchiert, gleich die erste Aussage im Bericht ist falsch, "Mitgucker" hat es geschrieben. Zählen Sie einfach mal die im Bericht dargestellten blauen Schilder in Homberg, die ja auf einen Radweg hinweisen. Folgen Sie dem R17 von Holzhausen durch Homberg.

  5. Homberger Jeck

    Für alle die Verständnisprobleme haben:

    In Homberg wird eine bauliche Anlage erstellt:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Radverkehrsanlage

    Bisher gibt es Radwanderwege ( und wird es weiter geben ) die mit R Nummern gekennzeichnet sind.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Radwanderweg

    https://de.wikipedia.org/wiki/Radwanderweg

    Wie man auf 70m stolz sein kann, entzieht sich meinem närrischen Verständnis.

    Genauso wie die heutige Schlagzeile der HNA Redakteurin Frau Müller.

    Titelseite "Drehscheibe wird gesperrt" – im Text dann: "Die Drehscheibe selbst bleibt frei"

    Dazu eine noch bessere Überschrift:

    "Schon bald neue Straßen rund um die Homberger Drehscheibe"

    Wo wird denn eine neue Straße gebaut ???

    🤡

  6. Klaus

    Sehr geehrter Herr Schnappauf ,

    in der StVO Paragraph 45 Satz 1C steht, das in einer 30er Zone keine Radweg

    eingerichtet werden dürfen.

    In der 30er Zone dürfen bzw. müssen die Radfahrer die Straße benutzen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Tempo-30-Zone

    https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__45.html  siehe Satz (1C)

    Gruß Klaus

  7. Phil Antrop

    Guten Abend !

    Dort wird keine 30 km/h Zone eingerichtet.

    Der zweite Link fiunktioniert nicht.

  8. Klaus

    Hallo Phil Antrop

    Der korrekte link ist folgender:

    https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__45.html

    Die Aussage Einrichtung einer 30er Zone steht oben im Text.
    Ob die Stadt eine einrichtet oder nicht entzieht sich meiner Kenntnisnahme.
    Dieses können Sie sicher bei Ihrer Stadtverwaltung in Erfahrung bringen
    und es den Lesern diese Blogs mitteilen

    Gruß Klaus

  9. Nordhässlicher

    Es gibt 2 relativ simple Begründungen..

    1.) Baut man Radwege, gibt es Fördergelder

    2.) Irgendwo muss man ja mal anfangen Radwege zubauen.

    Hätte man keine Radwege geplant, würden der Hingucker sich darüber auch beschweren.

     

     

  10. Mitgucker

    #7 Dann ist diese Aussage wie zu verstehen? 

    Die Autos dürfen dort zukünftig auch nur 30 km/h fahren.

  11. Phil Antrop

    Es geht darum wie das beschildert wird.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Tempo-30-Zone

    Die Zone endet, es beginnt stattdessen ein Streckenverbot (mit derselben Höchstgeschwindigkeit). Streckenverbote gelten nur noch auf der durchgehenden Strecke, also nicht mehr nach dem Abbiegen. Genau hier ist der Unterschied zur Zone.

    Wer anschließend weiter geradeaus fährt, muss Tempo 30 beachten, wer abbiegt, nicht (z.B. gilt dann in der Ortschaft wieder Höchstgeschwindigkeit 50). Hier werden dem Verkehrsteilnehmer sehr viel Regelkunde und Fantasie unterstellt.

    https://www.fahrtipps.de/verkehrsregeln/tempo-zonen.php

    Hier noch 2 Kuriositäten zu diesem Thema.

    https://www.kreisbote.de/lokales/kaufbeuren/kurios-tempo-30-zone-folgt-gleich-30-kmh-schild-sinnhaftigkeit-beschilderung-bestaetigt-8787825.html

    https://www.wp.de/staedte/kreis-olpe/tempo-30-ist-noch-lange-nicht-tempo-30-id6289230.html

  12. Martin

    Hätte man keinen Radweg bzw. Schutzstreifen geplant, hätte Herrn Schnappauf das sicherlich auch nicht gefallen. Wie man's macht, ist es wieder falsch. Hier wird mal wieder versucht mit einer reißerischen Überschrift "70 Meter Radweg" auf sich aufmerksam zu machen. Dabei ist es völlig logisch, dass zunächst nur die 70 Meter entstehen: Dies umfasst die Strecke des Umbaugebiets zwischen Drehscheibe und VR-Bank.

     

    Es würde viel weniger Sinn machen den Radweg (bzw. Schutzstreifen) jetzt bei dem Umbau nicht zu berücksichtigen. Wer sagt denn, dass nicht später in der unteren Ziegenhainer Straße, Wallstraße/Hersfelder Straße und Kasseler Straße auch noch Schutzstreifen angelegt werden? Dann wäre es viel fataler wenn man jetzt bei den Bauarbeiten nicht vorgesorgt hätte. Man baut ja  auch (heutzutage selbstverständliche) taktile Leitsysteme in die Gehwege ein, obwohl man sie sonst fast noch nirgends in Homberg findet. Getreu dem Motto: Irgendwo muss man ja mal anfangen…

  13. Phil Antrop

    Martin

    Um im Verlauf der Ziegenhainer oder anderer Straßen Radfahrstreifen oder Radwege anlegen zu können, müssen bestimmte Anforderungen hinsichtlich der Breiten gegeben sein.

    Taktile Leitsaysteme sind etwas ganz anderes und dienen in erster Linie dem Ziel, auch Menschen die unter Beschränkungen leben, besser in den Verkehr integrieren zu können.

    Das es solche Leithilfen in Homberg nicht gibt und Behinderte in Homberg kaum eine Rolle spielen erkennt man auch an den Parkmöglichkeiten vor der barrierefreien Toilette, die nur unter nicht gerade leichten Umständen zu erreichen und nutzen ist.Oder die Anlage auf dem schlossberg die zunächst trotz Neubau nur über Stufen zu erreichen war und mit viel Geldeinsatz barrierefrei wurde.

    Da wenden sie sich doch an die ehemalige Behindertenbeauftragte des Altkreises Fritzlar-Homberg, Frau Marga Fischer Holzhausen. Die kann dazu bestimmt ein gewichtiges Wort im Bezug auf Homberg äußern. Positiv wird es nicht sein.

    Die Feststellung, Herr Schnappauf hättte sich auch dann zu Wort gemeldet, wenn die 70 m nicht gebaut würden, kann ich nicht mittragen.

    Denn sie hat mit Fakten nichts zu tun.

     

  14. solarfan

    zu 12.

    Wenn es wirklich so ist, dass die Ziegenhainer Straße nur auf diesem 70m langen Teilabschnitt umgebaut wird, ist das Vorgehen der Stadt ein absolut sinnvoller Weg damit zu beginnen, die Ziegenhainer Straße sicherer für Fahradfahrer zu gestalten.

    Dann wurde hier nicht nur brilliant recherchiert sondern dem Leser auch brilliant versucht eine sinnvolle Vorgehensweise als einen Schildbürgerstreich zu verkaufen, einfach durch gezieltes Weglassen von Informationen.

  15. Homberger Jeck

    solarfan

    Irgendwie finde ich haben Sie Recht.

    Man hält sich die Option offen, weitere Teilstücke zu bauen.

    Wie bei den Brücken, die man baut. SODA Brücken im Volksmund genannt.

    Ob es hier ein Mehr an Sicherheit bringt, wird sich zeigen. Hoffentlich.

    Genausogut könnte man aber auch dann bauen, wenn man den Radfahrern durchgängig Sicherheit bieten kann. Ob das, wie Phil Antrop anmerkt, bei den Straßenbreiten möglich ist? Denn wenn ich mich erinnere, wollte man ursprünglich doch wesentlich mehr zu Radwegen oder Radfahrstreifen machen.

    🤡

  16. Phil Antrop

    HNA Readakteurin Müller meldet den Bau eines Radfahrstreifens und nicht den Bau eines Radweges ! Dann soll ein "Schutzstreifen" entstehen. Was auch immer die HNA Redakteurin damit meint!

    "Stadteinwärts entsteht ein 70 Meter langer Radfahrstreifen – …. und mündet vor der Freiheiter Straße in einen Schutzstreifen. ….  

    https://www.hna.de/lokales/fritzlar-homberg/homberg-efze-ort305309/homberger-verkehrsachse-an-drehscheibe-wird-gesperrt-13789153.html

  17. Marga Fischer

    Marga Fischer
    zu 13

    Seit 16 Jahren bin ich Behindertenbeauftragte des Schwalm-Eder-Kreises. Meine Arbeit für die Gemeinden :Wabern, Borken, Neuental, Homberg und Knüllwald begann im Jahr 2004. Gleich zu Beginn meiner Tätigkeit habe ich mich bei allen Gemeinden schriftlich vorgestellt und auf meine Arbeit hingewiesen. Alle Gemeinden, bis auf Homberg, haben eine  Zusammenarbeit mit mir getätigt.
    Ich habe in den 16 Jahren viele schriftliche Gutachten bei Baumaßnahmen abgeben müssen.
    Auch im privaten Bereich konnte ich vielen behinderten Menschen u.a. bei behördlichen Dingen mit Erfolg behilflich sein.
    Mein jährlicher Rechenschaftsbericht beim Ausschuß für Soziales, dem 
    Kreistag und den Sozialverbänden belegen meine umfangreiche Arbeit. 
    Da Homberg seit 10 Jahren eine eigene Behindertenbeauftragte hat, wurde ich deswegen bis heute nicht angesprochen. Deshalb konnte ich von den angesprochenen Fehlplanungen bei der Schlossberggaststätte und der Toilettenanlage in der Entengasse nur aus der Presse erfahren.

  18. Phil Antrop

    Danke Frau Fischer !

    Es zeigt wie wenig die Behindertenbeauftragte der Stadt Homberg leistet. Für mich war und ist sie eher nur ein bürokratisches Deckmäntelchen.

    Wenn sie nicht hinzugezogen wiurde wäre es ihre Aufgabe den Finger deutlich zu erheben.

    Die Rechenschafstberichte der Homberger Behindertenbeauftragten seit Beginn ihrer Tätigjkeit würde ich gerne mal lesen.

    Das gilt dem Grunde nach auch für den Bereich der Senioren, denn auch diese Gruppe von Bürgern / Menschen ist auf Barrierefreiheit mehr oder weniger angewiesen.

    Ob die Beschilderung immer noch so ausieht wie 2008?

    https://www.homberger-hingucker.de/beschilderung-kaum-zu-glauben-aber-amtlich/

    Am Burgberg sah es zunächst so aus:

    https://www.homberger-hingucker.de/neuer-homberger-schildbuergerstreich/

    Nachgerüstet für viel Geld

    https://www.homberger-hingucker.de/85-000-euro-fuer-pflaster-anheben/

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