HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

2008 – 2021 Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze) – ab 2021 HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

Eine Investition ohne Verstand

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"Die Stadtverordnetenversammlung beschließt, das Erdgeschoss der Liegenschaft Marktplatz 15 zum Kaufpreis von 180.000,00 € zu erwerben.
Die Entscheidung über den weiteren Umgang mit dieser Immobilie behält sich die Stadtverordnetenversammlung vor."

Um diesen Beschluss zu erreichen, argumentierte Bürgermeister Dr. Ritz damit, dass das Quartier östlich des Marktplatzes entwickelt werden soll, er sprach von Innenentwicklung der Stadt. Auf die Chancen dieses Quartiers wurde hier schon frühzeitig hingewiesen.

Strategisches Grundstück
Für die Entwicklung hält er es für notwendig, "strategische Grundstücke" zu kaufen, damit Eigentümer nicht später Pläne blockieren und überhöhte Verkaufspreis fordern können. Auch das ist bekannt. Doch welche Strategie verfolgt der Bürgermeister? Das ist nicht bekannt, es sei denn man folgt ihm in der Vorstellung "hinten" alles abreißen und einen großen freien Platz schaffen.

Dr. Ritz will nach seinen Worten "ein strategisches Grundstück" sichern. Die Stadtverordneten hatten sich allerdings bereits im Juni entschieden, das Vorkaufsrecht nicht auszuüben und das Grundstück mit dem Gebäude nicht zu kaufen.

BildAn diesen Beschluss hält sich der Bürgermeister nicht und legt einen neuen Vorschlag vor, der am 5.11.2015 auch so beschlossen wurde.

Teileigentum
Nach diesem Beschluss darf der Magistrat kein Grundstück kaufen sondern nur das Erdgeschoss als Teileigentum des Gebäudes. So wie jemand sich in einem Gebäude eine Eigentumswohnung kaufen kann, so darf nach dem Beschluss die Stadt nur die Ladenfläche im Erdgeschoss erwerben. Der Kauf des Kellers ist in dem Beschluss nicht eingeschlossen.

Die Stadt wird Miteigentümer des Objektes und muss alle Kosten mittragen, die nicht dem Teileigentum zugeordnet werden können. Über solche notwendigen Bau- oder Unterhaltungsarbeiten entscheidet die Eigentümergemeinschaft entsprechend der Anteilsgröße am gemeinsamen Eigentum. Welcher Eigentümer hat mehr als 50 Prozent und damit das Sagen?

Zwickmühle
Die Stadt darf nach dem Beschluss kein "strategisches Grundstück" erwerben, sondern nur das Teileigentum. Damit kann sie nicht selbständig ohne die Mitwirkung des jetzigen Eigentümers entscheiden. Dafür zahlt sie dem jetzigen Eigentümer schon für das Teileigentum fast soviel, wie dieser für das Gebäude selbst bezahlt hat. Die Stadt akzeptiert schon jetzt ohne Notwendigkeit einen erhöhten Preis und erlangt damit nicht einmal eine eigenständige Entscheidungsgewalt über das Grundstück. Als Teileigentümerin des Erdgeschosses bleibt die Stadt von der Zustimmung des Verkäufers abhängig. Die Stadt hat sich damit eine Zwickmühle gebaut. Der jetziger Eigentümer ist in einer vorteilhaften Lage, er kann weiterhin hohe Forderungen stellen, sollte die Stadt einen Teil des Grundstücks erwerben wollen.


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6 Kommentare zu “Eine Investition ohne Verstand”

  1. Teufelchen

    Und die Stadt muss immer sicherstellen, dass die anderen Eigentümer / Mieter dieses Hauses Zugang zu ihrem Eigentum / ihrer Wohnung sowie dem Keller haben und über ausreichend kostenlose Parkflächen verfügen.

    Leider haften die Stadtverordneten nicht für die Kosten die noch kommen. Vor allen Dingen wenn es um die gesetzlichen Forderungen geht die bei den Räumlichkeiten eingehalten werden müsse.

    Ob Lärmschutz, Wärmedämmung, Raumluft, Tageslicht ……um nur einige zu nennen.

    👿

  2. Wisser

    Schlimm, dieser Unverstand, schlimm!!

    aus diesem Grunde mache ich keine Politik, da diese Leute auch auf mich schlagen würden, wie auf Herrn Schnappauf.

  3. Anneliese

    200,000 für das ganze Haus und 180,000 für die untere Etage?? Ich glaub ich muss mich übergeben!

    Belebung der Innenstadt duch Musikschule etc.?

    Was ist mit Investitionen der Wohnetagen Fassade oder Dach?

    Da hängt die Stadt immer mit drinn.

    Der Schwachsinn unserer Stadtverordneten (die, die zugestimmt haben) nimmt kein Ende!

    Bürger von Homberg wie weit soll das noch gehen???

    Wir sollten ein "Schwarzbuch" für Homberg erstellen!

    Wahnsinn Wahnsinn Wahnsinn

  4. De Bakel

    Das nächste strategische Grundstück lauert: Das Deutsche Haus !

    Was ist mit dem Pflügerschen Haus ?

    Was wurde aus den Sparplänen von 140 000 € durch eine Stadtentwicklungsgesellschaft ?

    Deren Aufgabe wäre doch genau das was man hier durch Stückelei betreibt. Ob ehem. Militärflächen, ob Ansiedlung auf Flächen am Stadtrand oder zeitgleich auf dem Ulrich Areal. Oder im Altstadtbereich einschl. Busbahnhof. Pläne für Parkflächen für BA Mitarbeiter und Kunden. Parkgebühren.

  5. V_wie_Vendetta

    Lieber Wisser,

    „aus diesem Grund mache ich keine Polititk“. Ja, das mögen vielleicht viele denken, aber damit werden wir nie einen Bruch in diese verkrusteten Vorteilnahmestrukturen bekommen und diesen Sumpf aus Family and Friends auch nur ein Stück trockener bekommen. Wer sich wegduckt sagt auch nur „Ja“ oder eben „Nein zu einer lebenswerten Zukunft Hombergs“. Alle Stadtverordneten, die damals nicht für das Bürgerbegehren gestimmt haben, sondern sich einfach enthalten haben, haben es genauso abgelehnt, wie die die dagegen gestimmt haben, nur dass sie dabei auch noch feige waren. Da muss man gar nichts schön reden.

    Wir haben die Chance bei der nächsten Kommunalwahl eine Änderung der Mehrheitsverhältnisse zu erreichen. Dazu müssen aber auch genug Bürger bereit sein sich nicht zu ducken gegen die altbekannten Akteure und ihre Durchwinkergehilfen. Wir brauchen Bürger, die in keinem Abhängigkeitsverhältnis zur Stadt stehen und sich Ihrer Verantwortung bewusst sind. Auf keinen Fall jemanden, der auch wieder freudig Hurra schreit, wenn wieder sinnlos der Zementmischer angeschmissen wird um unser Steuerzahlerzgeld im Lokus unserer Zukunft hinunterzuspülen.

    Man muss dazu noch erstmal gar keine „Politik machen“. Im ersten Schritt ist es doch nur wichtig, dass das was hier abgezogen wird nicht mehr einfach ohne hinterfragen abgenickt wird. Was wäre denn „Politik machen“? Vielleicht einfach das vertreten, was sich viele Bürger wünschen? Zum Beispiel mal nicht nur über bauen zu sprechen sondern Konzepte für ein familienfreundlicheres Umfeld anzudenken und vom Bürgermeister und dem Magistrat einzufordern? Nein, wir müssen uns jetzt keine großen Konzepte für die Wirtschaft Hombergs machen. Auch nicht für den Marktplatz. Das wurde die letzten Jahre gemacht und dabei wurden nur Millionen verbrannt. Wir müssen verhindern, dass weiter windige Konzepte, windige Pläne, windige Investoren ohne Geld, Strohmänner der Family und Friends und weitere unglaubliche Erlebnisse der letzten Jahre sich dauernd wiederholen.

    Also, stehen Sie Ihre Frau / Ihren Mann. Stehen Sie zu Ihrer Meinung / Ihrer Überzeugung / Ihren moralischen Vorstellungen und nehmen Sie in Kauf, dass Sie angegriffen werden. Wie es zu hoffen ist werden Sie aber nicht alleine dastehen, sondern Sie werden Gleichgesinnte an Ihrer Seite haben, die mit Ihnen den gesunden Menschenverstand und die Interessen der Homberger Bürger in geschlossener Reihe verteidigen. Das hier ist kein Spiel und wir werden unsere Zukunft verlieren, wenn wir nicht darum kämpfen.

    Oder gehen Sie gehorsam zurück ins Glied der willfährigen Bürger. Lassen Sie Ihre Zukunft weiter von den Verantwortlichen der letzten Jahre gestalten. Sie wissen wohin das führen wird. Aber Sie müssen nicht befürchten, dass Sie jemand persönlich angreift. Außer, dass man Sie persönlich weiter ausnehmen wird wie eine Weihnachtsgans um die Zementmischer immer weiter am laufen zu halten. Sie werden langsam ausbluten und Ihre Verbundenheit zu Ihrer Stadt ( Ihrer Heimatstadt?) wird langsam aber sicher sterben. Sterben Sie den kleinen mutlosen Tod.

    Wir haben es in der Hand. Im nächsten Frühjahr sind Kommunalwahlen und wenn genug aufrichtige, ehrliche und unabhängige Bürger den Mut haben die Stirn aus der Deckung zu nehmen, dann haben wir eine Chance, dass die restlichen Bürger jemanden auf der Wahlliste finden, den sie nicht als kleinstes Übel betrachten.

    In diesem Sinne. „Es ist an der Zeit“  die Stirn zu heben und den gesunden Menschenverstand zu vertreten.

    V_wie_Vendetta

  6. Teufelchen

    In diesem Sinne. „Es ist an der Zeit“  die Stirn zu heben und den gesunden Menschenverstand zu vertreten.

    V_wie_Vendetta

    Sind sie dabei? Schon einer der 12 Jünger des Hinguckers weil er ja von 13 sprach?

    😈

     

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