HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

Geschichte des Homberger Schwimmbades am Erleborn

Foto: Die Homberger Bleiche, auf dieser Fläche entstand das Schwimmbad am Erleborn, Foto: Dr. Klaus Lambrecht

von Dr. Klaus Lambrecht

Aus Anlass einer gemeinsamen Ausschusssitzung am 6. November zur Sanierungsplanung des Homberger Schwimmbades möchte ich einen kurzen Überblick über die Homberger Schwimmbadgeschichte geben. Anfang der 50-iger Jahre gab es bereits Bestrebungen ein neues Schwimmbad zu bauen, da das alte Schwimmbad im Kloster aus dem Jahr 1898 (Foto) aus hygienischen Gründen geschlossen werden musste.


Foto von 1898, Altes Schwimmbad im Efzetal
 

Planungen zum Neubau eines Bades in den dreißiger Jahren scheiterten durch den Kriegsausbruch. Der damalige Bürgermeister Max Reichert teilte in einer Versammlung der PFG (Parteifreie Wählergemeinschaft) im Gasthaus Krone mit, dass der Magistrat der Stadt keinen Gelder für einen Neubau zur Verfügung stellen könnte. Hier müsste die Bürgerschaft zur Selbsthilfe greifen.
Der Hotelier Kurt Schmidt (Hotel Stadt Cassel) griff dies auf und forderte die Versammlung auf in gemeinschaftlicher Arbeit, den Bau eines Schwimmbades „anzupacken“.

Stadtverordneter Dr. Otto Kehl, der zu dieser Bürgerversammlung eingeladen hatte, hielt einen Vortrag in dem er auch berichtete, dass bereits 1933 Herr Clobes – Homberg eine Planung zum Neubau einer Badeanstalt in Kosten von 28.000 RM auf der Walkewiese in Nähe der Walkmühle erarbeitet hatte. Die Realisierung scheiterte, obwohl auch das Regierungspräsidium 2000,00 RM Förderung zugesichert hatte. 1936 stellte man das Projekt ein. Das alte Schwimmbad wurde weiter betrieben.

Zeitungsausschnitt Anfang 50er Jahre: Kostenzusammenstellung für das neue Schwimmbad


Im Verlauf dieser Sitzung wurden die Möglichkeiten diskutiert wie eine Finanzierung des Projektes durch die Bürgerschaft möglich sei. Hand und Spanndienste, Sachleistungen wie Spenden von Ziegelsteinen, Vereine wurden aufgerufen Tombolas und Sammlungen zu Gunsten des Baus eines Schwimmbades zu veranstalten. Dr. Kehl führte ferner aus, dass auch die Kommune, Kreis und staatliche Stellen dann auch eine Unterstützung zahlen würde. In der Sitzung wurden bereits 10.000 DM von der Stadtsparkasse und 5.000 DM für Bausteinzeichnungen zur Verfügung gestellt. Die Versammlung berief zum Abschluss ein Schwimmbadkomitee, das die Planungen und die Finanzierung koordinieren sollte. Vorsitzender wurde Dr. Otto Kehl. Stadtverordnetenvorsteher Boß gab die Parole aus: „Anpacken“. Stadtverordneter und Gewerbeoberlehrer Paul Bartneck , Architekt Wilhelm Dietz sowie Stadtbauaufseher Hofauer planten und bauten Modelle der Freibadanlage.
Das Komitee, bestehend aus Dr. Kehl, Stadtverordnetem und Berufschullehrer Bartnek, sowie Stadtverordnetenvorsteher Boß (Lehrer) und anderen, nahm die Arbeit auf und besichtigte in Hessen einige Schwimmbäder die gerade im Bau waren, so in Camberg, Oberursel und Bad Homburg. Sie nahmen Kontakt zu dem seinerzeit bekannten Schwimmbadplaner Klaus Karnatz, Trier auf.

Ein weiterer Presseausschnitt berichtet von einer Versammlung im Rathaus. Unter Hinweis auf das Vorbild in der Schweiz stellte Karnatz seine Planung eine an- und in die Landschaft an- und eingepasste Form des Schwimmbeckens – vor. Er integrierte auch die schon damals als historisch geltenden Gebäude wie das Bleichhäuschen und die Waschanlage ein (Foto).

Auf einer Bürgerversammlung gab Hotelier Kurt Schmidt einen Überblick über die Spendenfreudigkeit und das Engagement der Homberger Vereine, Bürger und Betriebe. Er erläuterte die Vorteile für den vom Komitee vorgeschlagenen Standort auf dem Bleichplatz am Erleborn. Die Firma Buderus hatte sich bereit erklärt, die Probebohrungen am Erleborn kostenfrei durchzuführen. Lehrer Bartneck nahm die Vermessung im Gelände vor. Zu diesem Zeitpunkt waren 52.000 DM an Spenden eingegangen. Über die Bauweise gibt folgender Zeitungsausschnitt Aufschluss (Foto): Aus der Aufstellung ergibt sich auch die Bauweise des Beckens, die den derzeit mit der Sanierung des Schwimmbades Büros unbekannt ist. Das Becken wurde demnach aus Stampfbeton errichtet und mit einer Mammuthaut beschichtet. Dennoch fehlten weitere 70.000 DM für die Hochbauten und die Technik. Der Anfang war gemacht. Der erste Spatenstich erfolgte unter großer Beteiligung der Bevölkerung am 12.09.1952. Mit Musik und mit Spaten ausgerüstet begannen an diesem Tag die Ausschachtungsarbeiten für den Beckenbau.

Foto des neu geschaffenen Schwimmbades
Foto Dr. Kankovsky

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