HOMBERGER HINGUCKER

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Entsetzt: Altreifen-Pyrolyse ist keine Zukunftstechnik

zukunftsweisende TechnologieEr sei entsetzt, wenn er hört, dass Altreifen-Pyrolyse als Zukunftstechnologie bezeichnet wird, sagte im Telefongespräch Kurt Reschner, Berlin, der als unabhängiger Berater für Altreifen-Recyling international aktiv ist.
Eine Leserin hatte auf einen Bericht von ihm aufmerksam gemacht.

Die Kernsätze seines aktuellen Berichts aus diesem Jahr zum Thema Altreifen Recycling:

"Bereits 2002 veröffentlichte die US-amerikanische Rubber Manufactures Association (RMA) eine Studie, die ein geradezu vernichtendendes Urteil über Anlagen zur Pyrolyse von Altreifen fällte: Von den 75 weltweit bekannten Anlagen ist keine einzige längerfristig bzw. wirtschaftlich sinnvoll in Betrieb gewesen. Dem Autor dieses Beitrags ist heute, zehn Jahre nach Veröffentlichung dieser RMA Studie, ebenfalls keine einzige Pyrolyseanlage bekannt, die längere Zeit in Betrieb war bzw. es derzeit ist."

"Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, ist die Technologie und das Know-how zur sicheren und umweltschonenden Wiederverwendung von Altreifen und anderen Elastomeren seit längerer Zeit verfügbar.
In den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren gab es recht viele Firmengründungen in dieser Branche, doch nur ein kleiner Teil dieser Unternehmen ist langfristig wirtschaftlich erfolgreich. Dies hat manch einen Marktbeobachter zu der etwas zynisch, aber vermutlich zutreffenen Bemerkung verleitet, dass in der Branche Altreifen- und Gummirecycling mehr Geld "verbrannt" als verdient wird.

Allzu oft verlassen sich Branche, Kreditgeber, Investoren und Unternehmer ausschließlich auf die finanzielle Projektion und Rentabilitätsberechnung von Maschinenherstellern bzw. Anlageplanern."

Alle Anlagen, die er kenne, befinden sich in einem Experimentierstadium, keine ist wirtschaftlich tragfähig.

Von der Anlage in Hoyerswerda habe zwar er gehört, könne dazu aber nichts sagen, da er sie noch nicht kennt.
Zur Expo 2000 war eine Anlage in Eisenhüttenstadt im Gespräch, das Unternehmen sei insolvent.
Traurige Berühmtheit erlangte in der Branche die Anlage in Miltzow, bei Greifswald. 30 Mio. Euro investierte das Land Mecklenburg-Vorpommern in dieses Projekt. Zwischenzeitlich gingen die Unternehmen in Insolvenz.
Die letzte Firma UmTechMiltzow ist im Internet mit einem Eintrag von 2006 vertreten.

Bevor die Stadt Homberg sich auf ein solches Projekt einlässt, sollte sie eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, das ist billiger als später für die Folgen zu zahlen, wenn es schief geht.
Ob solche besonnen Worte in Homberg Gehör finden?

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2 Kommentare zu “Entsetzt: Altreifen-Pyrolyse ist keine Zukunftstechnik”

  1. klaus koslowski

    Muß Sie leider Entäuschen….Wir haben eine Pyrolyseanlage für Altreifen die bereits seit 2009 ohne Probleme läuft.

    Wird allerdings ca.alle 3 Monate zur Wartung abgeschalten…Haben auch eine Anlage für Biomüll und Plastik, allerdings im Moment mit sehr geringen Problemen.

    Meine Telefon Nr.0151 56 080151

  2. AnwaltsLiebling

    Herr Koslowski,

    wie kommen Sie denn auf diesen Blog?

    Gab es einen Hinweis auf den Beitrag des Blogbetreibers?

    Wollen Sie in Homberg in eine Pyrolyseanlage für Altreifen investieren?

    Wo steht Ihre funktionierende Anlage? Die Homberger sind mittlerweile misstrauisch, wenn die Rede auf Altreifen kommt.

    Vielleicht sind Sie der MANN für Homberg!

    Die Homberger Bürger warten sehnlichst auf Gewerbesteuereinnahmen.

    Stadtverwaltung Homberg: Tel.05681- 994-0

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