HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

Gasthaus Krone als soziokulturelles Zentrum?

 
Der Bürgermeister spricht von einem soziokulturellen Zentrum, das sich in der Krone entwickeln könnte. Wohlgemerkt, es könnte sich entwickeln.

Was ist ein soziokulturelles Zentrum?

"Anfang der 70er Jahre entstanden die ersten Soziokulturellen Zentren im Zusammenhang mit den neuen sozialen Bewegungen. Sie wurden gegründet als selbstverwaltete Kommunikationszentren, Kulturläden oder Bürgerhäuser, vielfach gegen den politischen Widerstand von Parteien und Kommunalverwaltungen." wikipedia

Bürgermeister Dr. Nico Ritz missbraucht den Begriff, um eine eigene Projektidee zu fördern. Schon vor Jahren hatte er eine Handwerker-Kooperative für die Krone propagiert, es wurde nichts daraus.

Auch jetzt ist nicht bekannt, dass es eine bürgerschaftliche Initiative gibt, die ein selbstverwaltetes Zentrum anstrebt.
Aus dem Gebäude der Krone soll auch nur das erste Obergeschoss zu einem solchen Zentrum werden. Für das Erdgeschoss soll weiterhin ein Gastronom gesucht werden.
 

Fördermittel machen blind und gierig

Es gibt Fördermittel. Das scheint das Hauptmotiv für Bürgermeister Dr. Ritz zu sein.

Es soll Fördermittel in Höhe von über 400.000 Euro geben, bei Gesamtbaukosten von 450.000 Euro.

Ziele des Förderprogramms:

Der Investitionspakt fördert bauliche Maßnahmen zum Erhalt und zum Ausbau von sozialen Infrastruktureinrichtungen im Wohnumfeld. Es sollen Räume für Bildung und Begegnung geschaffen werden, um vor Ort die Teilhabe und Integration aller Menschen unabhängig von ihrem Einkommen, ihrem Alter, ihrer Herkunft und Religion zu ermöglichen.

Wer braucht das soziokulturelle Zentrum, wenn es noch keine Initiative gibt? Oder ist es wieder nur ein Spielwiese von einzelnen Magistratsmitgliedern, wie bei dem Förderverein Haus der Reformation?
 

Dorfgemeinschaftshäuser

Mit dem Förderprogramm sollen Räume im Wohnumfeld für Bildung und Begegnung geschaffen werden. In fast jedem Ortsteil gibt es Räume für Bildung und Begegnung. Es sind die Dorfgemeinschaftshäuser, die dem Bürgermeister aber mit den laufenden Kosten zu teuer sind. Er hat deshalb bereits einige Häuser an Vereine im Dorf abschieben können. Jetzt will er in der Stadt am Marktplatz einen neuen Raum für 450.000 Euro schaffen. Über die Folgekosten sagt er nichts. Wer trägt sie?

Braucht Homberg neben den Dorfgemeinschaftsräumen in den Ortsteilen weitere Räume für Bildung und Begegnung? Ein solcher Bedarf ist nicht zu erkennen und es wurde auch nicht einmal im Ansatz versucht, das nachzuweisen.
 

Übersicht über Begegnungsräume in Homberg

#   Kultur- und Begegnungszentrum Alte Sparkasse (gefördert durch "Soziale Stadt")

#   Jugendzenrtum Davidsweg (gefördert)

#   "Zehntscheune"

#   Zukunftswerkstatt/Cittaslow (vom Bauhof am Marktplatz umgebaut)

#   Stadthalle mit weiteren kleineren Veranstaltungsräumen

#   Außerschulischer Lernort und Museum in der Engelapotheke ( 2 Mio. Euro Baukosten, gefördert)

#   Deutsches Haus mit Räumen für öffentliche Veranstaltungen, teilweise von der Stadt angemietet

#   Hotel Stadt Cassel mit Veranstaltungsraum (öffentlich gefördert)

#   Multifunktionshaus mit Veranstaltungsräumen (geplant)

#   Familienzentrum für den Schwalm-Eder-Kreis im Frankfurter Hof, Obertorstraße

#   14 Dorfgemeinschaftshäuser, davon 3 in Vereinsträgerschaft. Nach und nach wurden die DGHs auch schon mit Fördermitteln energetisch saniert.

Darüber hinaus gibt es Veranstaltungsräume in den Kirchengemeinden und teilweise finden kulturelle Veranstaltungen auch in Kirchen statt.
 

Erst Bedarf und Folgekosten nachweisen

Angesichts dieser Fülle an Veranstaltungsräumen ist ein weiterer Bedarf nach einem Saal und Nebenräumen im 1. Obergeschoss des Gasthofs Krone nicht ersichtlich. Um diese Räume barrierefrei zu erreichen und die weiteren Umbauten zu finanzieren, sind 450.000 Euro Baukosten nötig. Das Geld könnte in die Pflege und den Erhalt der bestehenden Infrastruktur der Stadt besser investiert werden, denn da mangelt es erheblich.

Bevor man sich über Barrierefreiheit freut, sollte der Bedarf geprüft werden.

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