HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

Gedenktag: 27. Januar

Am 27. Januar 1944 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz. Der 27. Januar ist offiziell der Holocaust-Gedenktag.
 

Stolpersteine

Eine Form des Gedenkens über den Tag hinaus hat der Künstler Gunter Demnig mit den Stolpersteinen gefunden. In ganz Euro erinnern diese Gedenksteine im Alltag unverhofft in einer Straße, einer fremden Stadt, vor einem Haus, was an dieser Stelle geschah. Seit 20 Jahren verlegt Demnig diese Steine. Homberg war schon früh dabei. Es war Hildraut Peterova von der Interessengemeinschaft Fachwerk Norhessen (IFN), die auf das Projekt aufmerksam machte. Ich habe die Verlegung in Homberg organisiert. Dabei waren die Nachforschungen von Friedrich Dreytza und Thomas Schatter von der THS sehr hilfreich. In Rengshausen durfte ich drei Steine im Auftrag von Gunter Demnig selbst verlegen.

Auch vor dem Fachwerkhaus  Holzhäuser Straße 3 wird mit einem Stolperstein an die Homberger jüdischen Glaubens erinnert, die von hier verschleppt wurden. Die Stadt lässt das Haus verfallen und hat dazu den größten Teil der Fenster entfernt. So geht Homberg mit Gedenken um.

Holocaust und die Vorarbeiten Luthers

Es wäre angebracht, wenn das "Haus der Reformation" sich auch des Themas Judenverfolgung annehmen würde, denn es war vor allem Luther, der Hetzschriften gegen die Juden schrieb und mit Hilfe der Druckerpresse verbreiteten ließ. Der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann sah bei Luther nicht nur einen Anti-Judaismus, sondern auch einen "vormodernen Anti-Semitismus, da Luther dies auf das "Wesen" der Juden bezog.

Die HNA berichtet aus Dransfeld, wo die Kirche dazu im Herbst 2018 eine Ausstellung zeigte: "Luthers Judenbild … und sein langer Schatten im mitteldeutschen Raum“. In seinen Schriften forderte Luther auf, die Synagogen zu verbrennen und die Juden zu vertreiben. Wie es dann auch 1938 geschah. Statt Luther zu glorifizieren, könnte sich der Verein "Haus der Reformation" um die Wanderausstellung bemühen und sie auch in Homberg zeigen. Der Zeitgenosse Luthers, der evangelische Theologe Osiander, setzte sich für die Achtung aller Menschen ein auch die des  jüdischen Glaubens.

Vor 75 Jahren Ende vier Jahre Blockade

An dem 27. Januar vor 75 Jahren endete auch die Belagerung Leningrads, heute St. Petersburg. Die Stadt wurde von der Wehrmacht vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944 eingekesselt. Ziel war die Vernichtung durch Hunger. Eine Million Menschen sind dieser Belagerung zum Opfer gefallen.


Homberger Bürgermeisterwahl

Am 27. Januar 2008 wurden in der Stadthalle die Ergebnisse der Homberger Bürgermeisterwahl angezeigt. Zur Wahl stand Bürgermeister Martin Wagner und die Kandidatin Marianne Hühn. Als die einlaufenden Stimmenzahlen soweit fortgeschritten war, dass ein Erfolg von Marianne Hühn ausgeschlossen werden konnte, entstand die Idee, das Internet zu nutzen, um die Homberger besser über die politischen Vorgänge zu informieren. Das war die Geburtsstunde des Homberger Hinguckers, der seitdem ab 1. Februar 2008 erscheint.

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3 Kommentare zu “Gedenktag: 27. Januar”

  1. Opa

    In diesem Zusammenhang möchte ich auf einen Artikel in der FAZ-online aufmerksam machen.

    "Wie viel Gedenken brauchen wir." Ein Gespräch zum Holocaust-Gedenktag.

    Dazu verschiedene Lesermeinungen.

  2. Ex-Großstädter

    Bis zum Geburtstag des Homberger Hingucker dauert es noch ein paar Tage…

    Die Geburtsstunde durfte ich nicht miterleben, da ich erst ein paar Jahre später nach Homberg (Efze) gezogen bin.

    Einen Blog dieser Art kannte ich bis dahin auch nicht. In meinem Stadtteil gab es zwar auch einen stadtteilbezogenen Blog, der sich allerdings mit Vereinsnachrichten, Polizeinachrichten, Jubilaen und ähnlichem befasste.

    Daher war ich anfangs über diesen politisierenden Blog schon erstaunt.

    Nach und nach erkannte ich die Qualität des Homberger Hingucker.

    Nicht jeder Beitrag des Blogbetreibers wird unter der Bevölkerung bzw. der Leserschaft mehrheitsfähig sein. Das schaffen auch die Leitmedien in Deutschlanbd nicht.

    Dennoch würde mir etwas fehlen, wenn es den Hingucker nicht gäbe.

    Kommunalpolitik mit all ihren Facetten darstellen – das schätze ich an diesem Medium.

    Den Entscheidern in den Gremien, bis hin zum Bürgermeister, wird die Berichterstattung manchmal sauer aufstoßen. Im Interesse einer lebendigen Debattenkultur ist dieser Blog eine große Bereicherung für diese Stadt.

    Daher war ich anfangs mehr als verwundert, als Worte wie "Heinis" und weitere Beleidigungen zitiert wurden, die von maßgeblichen Politikern dieser Stadt gegen Andersdenkende geäußert wurden. 

    Erfreulicherweise gehören diese Diffamierungen der Vergangenheit an. 

  3. Phil Antrop

    Schlimm ist es auch, wenn man der "Hetze" gegen die Stadt bezichtigt wird und jeglicher Beweis dafür nicht angetreten wird.

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