HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

Gras darf nicht mehr wachsen

Foto: Mühlhäuser Feld: Asphalt, Schotter und Wand.

Buch von Hermann Mattern, Gras darf nicht mehr wachsen, 1964
 

Vor 55 Jahren blickte Hermann Mattern auf den Verbrauch der Landschaft und schrieb das Buch "Gras darf nicht mehr wachsen". Mattern gilt als einer der bedeutendsten Landschaftsarchitekten. Zusammenfassend heißt es zu dem Buch:

"Höhere Profite wegen wird unsere Landschaft immer bedenkenloser ausgebeutet. Ihre Reserven jedoch sind nicht unerschöpflich. Die 12 Kapitel dieses Buches zeigen die ungeheuerlichen Konsequenzen des Verbrauchs von Boden, Wasser und Wald; sie wollen gleichzeitig alle Zusammenhänge aufdecken, die es zur Rettung der Landschaft zu erkennen gilt."

Das "Ungeheuerliche" ist seitdem immer weiter gewachsen, wie das Foto vom Neubaugebiet "Mühlhäuser Feld" zeigt. Selbst der letzte Grünstreifen zwischen Asphalt und Wand ist geschottert worden. Das geschieht in einer Zeit, in der sich die Kommunalpolitiker mit dem Schlagwort "Klimaschutz" zu schmücken suchen. Sie haben nichts verstanden. Klimaschutz fängt da an, wo Pflanzen CO2 aus der Luft in organische Masse einbinden können und Sauerstoff freisetzen. In Homberg wie fast überall wird das ignoriert. In Homberg wird selbst wertvolles Ackerland noch immer als Bauland ausgewiesen, um dem verdienten Parteifreund satte Gewinne zu verschaffen.

Das alles geschieht trotz des Erkenntnisgewinns über die Zusammenhänge und die Konsequenzen der letzten 55 Jahre, trotz der zunehmenden Ereignisse von Hitze, Dürre, Starkregen und Überflutungen, trotz der Warnungen von steigendem Meeresspiegel und trotz der weltweiten Fluchtbewegungen.

Das in einer Zeit, in der die junge Generation erkannt hat, dass ihr Leben auf den Spiel steht und nur eine radikale Wende das Schlimmste noch verhindern kann.

Das Schlimmste ist erreicht, wenn das Klima umkippt und im rasanten, nicht mehr aufzuhaltenden "Fortschritt" das gebundene CO2 aus dem Permafrostböden freigesetzt wird. Wenn gleichzeitig die Sauerstoffbildung immer weiter zurück geht, weil die Wälder und die Ackerböden vernichtet werden, aber auch weil bei steigender Temperatur das Plankton in den Ozeanen weniger Sauerstoff erzeugt.

Angesichts dieser sich abzeichnenden Katastrophe werden nicht einmal die einfachsten Maßnahmen von der Politik umgesetzt, wie zum Beispiel der Erhalt eines Grünstreifens im Mühlhäuser Feld.
Stattdessen wächst die Politik-Folklore der Klimaschutz-Schlagworte und Beschwichtigung an.

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12 Kommentare zu “Gras darf nicht mehr wachsen”

  1. Freya

    Ist der Steifen städtisch oder noch zu den Grundstück gehörend? Weil glaube vorn der gleiche Schotter eingebaut wurde auf dem Grundstück. Wie man sich hinter so Wände hocken kann…wie im Gefängnis….

  2. G. Schönemann

    Wo sind die Homberger Grünen, die anderen parteien die noch nicht mal eine Baumschutzsatzuzjng hinkriegen? Wo die Klimaaschutzbeauftragte? Das Bauamt der Stadt? Das Ordnungsamt?

     

  3. Dr. Klaus Lambrecht

    Das städtische Grünmanagement ist eine Katastrophe. Es ist leider geprägt von Inkompetenz und wenig Sensibilität.
    Am Sonntag bin ich auf den Schlossberg gelaufen, um das Osterhäuschen wuchert es, man scheint die Pflege zu unterlassen, bis die Fördermittel kommen. Die Wege zur Burg wachsen zu, bei feuchtem Wetter ist ein Aufstieg nur mit wasserdichten Hosen möglich.
    Dann die Wallgärten, am Eingangstor zur Stadt vom Busparkplatz kommend, kein Gärtner hat dort mal pflegerisch eingegriffen auch Wildwuchs der Knotengarten, ist kaum noch zu erkennen: Unrat und Müll lagert unter den Bänken, also alles in allem kein Aushängeschild für Homberg. An der Wallstraße jedoch ein überbordendes Beet oder Baumscheibe mit Blühpflanzen unter einer Säuleneiche, die öfter auch gegossen werden. Die anderen Baumscheiben ungepflegt mit Rosen unter Linden bepflanzt.  Andere Baumscheiben sind nur verwahrlost. Insofern sieht die Wildblumenfläche unter den Stelzengängern natürlich aus. Ein paar Meter weiter, ein trauriges Bild, der Rosengarten total von Disteln überwuchert.
    Wie soll der Bauhof das auch schaffen? Wie soll er auch nach der Umgestaltung des Schlossberges, diese Anlagen auch noch pflegen. Es schein nicht mal einen Zuständigkeits- und Pflegeplan zu geben.
    Für die Wallgärten haben zahlreiche Bürger Geldspenden gegeben. Diese pflegeaufwändige Anlage ist ehrenamtlich kaum zu pflegen, die früheren Helfer scheinen sich, zurückgezogen zu haben.
    Es tut selbst mir als Kritiker der Wallgärten weh, wenn ich sehe was daraus geworden ist.
    Die Verkehrsinseln an den Zufahrtstraßen jedoch mit einjährigen Pflanzen, fast täglich gegossen werden – werden gepflegt. Warum aber dort auch Giftpflanzen angepflanzt werden, stößt auf mein Unverständnis.
    Fällt dies keinem Magistratsmitglied oder Stadtverordneten auf. Es bedarf eines besseren Managementplanes und einen effizienteren Einsatz des Personals. Außerdem müssen Prioritäten gesetzt werden.
    Solange auch die Stadt nicht mit gutem Beispiel voran geht, fällt es schwer, den Bürger von einer nachhaltigen und umweltgerechten Bepflanzung der Gärten zu überzeugen.

  4. Le Penseur

    Mittlerweile sind diese unschönen Bausünden nicht nur im Mühlhäuser Feld an der Tagesordnung. Auch in der Hessenallee wird diese Art der Abgrenzung nunmehr angewendet. Eine Abgrenzung durch Bäume als auch Hecken wird auch hier bald in vielen Fällen der Vergangenheit angehören.

    Mit dieser Art der Grenzschaffung wird aus meiner Sicht ein weiterer sehr unangenehmer Effekt bewirkt. Für mich ist es offensichtlich, dass dies auch gleichzeitig eine Abgrenzung zu meinen Nachbarn nach links und rechts bewirkt. Fand früher noch in vielen Fällen ein Kontakt über den Gartenzaun statt, Kinder spielten gemeinsam, so wird all dies zurückgedrängt. Wie soll eine Integration von Menschen in solchen Baugebieten erfolgen, wenn man sich hermetisch abriegelt?

    Neben den zu Recht aufgezeigten negativen Wirkungen bezüglich unseres Klimas sollten auch die Rückwirkungen auf ein menschliches Zusammenleben nicht unterschätzt werden. Es ist für mich vollkommen unverständlich, dass man sich diese Anonymität, wie sie in den Großstädten vorherrscht, ohne Zwang in unsere Kleinstadt holt.

  5. Green Pirat

    @ Le Penseur

    „Es ist für mich vollkommen unverständlich, dass man sich diese Anonymität, wie sie in den Großstädten vorherrscht, ohne Zwang in unsere Kleinstadt holt.“

    Man will sich doch als Kleinstadt nicht mit den Großstädten vergleichen. Die Anonymität in verschiedenen Teilen der Großstädte mag vorhanden sein ( ist aber nicht in allen Vierteln und Straßen gegeben). Ein solches Fake Sichtmauerwerk flaniert von einem Schotterstreifen, der nur zweimal im Jahr mit einem Aufguss aus den Bio Hazard Laboren von Monsanto gepflegt werden muss, wird man in den Großstädten aber heute kaum noch sehen.

    In den Großstädten wird sehr viel über lebenswertes Wohnen nicht nur diskutiert, sondern auch Stadtplanungen dahingehend angepasst. Das bedeutet es geht im Gegenteil darum mehr Grün in die Stadt zu bekommen, neue Verkehrskonzepte zu entwickeln, die dem Auto Raum wegnehmen und sie dem Menschen zurück geben, und ganz neue Wohnkonzepte auszuprobieren. Und die Bürger sind sehr offen für diese „grünen Konzepte“. Das wird diese Städte langfristig für Menschen trotz allen Problemen attraktiv machen. Kleinstädte die das auch verstanden haben und ihre Stadtplanung umstellen werden dabei auch gewinnen können. Eine Kleinstadt die aber das Projekt „Stadtgrün“ aus dem einzigen Grund durchführt weil es Fördergelder gibt, ansonsten aber in dieser Beziehung nichts verinnerlicht oder verstanden hat (und Bäume nur als Gefahren sieht solange sie nicht umgeholzt wurden) die wird weiter nur interessant für Bürger, die halt auch auf einen solchen Monsanto Garten stehen.

    Also wir sollten uns nicht über diesen Garten aufregen. Das ist der typische Homberger Mustergarten. Wenig Arbeit, es kann nichts passieren und hübsch sauber ohne Brennnesseln. Und der braucht auch keine Baumschutzsatzung. Alle die ihren Garten anders gestalten müssen doch verzweifeln, wenn sie sehen was die Stadt sonst vorlebt.

  6. Homberger Jeck

    Mir fällt dazu Ronny ein mit seinem Lied " Hohe Mauern". Ein Kirchernlied " Eine feste Burg" und natürlich die Entwicklung mancher Bereiche Hombergs zu "Klein-Hohenschönhausen"!

    Das alles unter den Augen all der Klimaschützer des Kreises, BUND,Nabu; nicht zu vergessen die Samenbank der HNA.

    Wie soll man da Kindern Umweltschutz beibringen?

    Andererseits jedoch:

    "Ein paar Meter weiter, ein trauriges Bild, der Rosengarten total von Disteln überwuchert."

    Das sieht doch auch natürlich aus! Ein Satz zuvor kann man lesen: "Insofern sieht die Wildblumenfläche unter den Stelzengängern natürlich aus."

    Wenn erst die Wege zugewuchert sind und rund um das "Osterhäuschen" alles wunderschön bunt durcheinander wuchert, ist doch das ideale und schützenswerteste größte Biotop und naturbelassene Fläche entstanden. Damit hätte Homberg dann wierklich mal was positives getan und einen Umweltschutzpreis verdient. Zumal das auch noch weithin sichtbar, sozusagen "herausragend" ist !

    🤡

     

  7. Slado

    Wo sind denn Bauamt, Ordnungsamt und Klimaschutzbeauftragte? Na wo wohl? Sie beleben den Homberger Marktplatz und genießen die Erfrischungen unter dem Sonnenschirm.

  8. rhababer

    Bei wachsener Wasserknappheit und chemischer Unkrautbekämpfung, sind Steingärten mit gezielt gesetzen Pflanzen evt. garnicht soo unklug angelegt. Und eine Regulierung durch Politik und deren Handlangern wäre grober Unfug! Optisch sind solche Anlagen zwar eher gewöhnungsbedürftig für den klassischen Homberger Kleingärtner und kleinklimatisch auch nicht für jedermann angenehm, aber evt doch schon eine Alternative zum ungepflegten und verwahrlosten Vorgarten, der vor allem eher für Hunde Anreize bietet… Man darf ja auch nicht vergessen, dass die Leute, die sich soetwas anlegen einfach keinen "Bock" aufs Gärtnern haben und es dann evt auch besser ist, wenn der Nachbar nicht auf einen "Nullbock"-Garten schauen muss… Für mich wäre das auch nichts, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden, auch wenn es hier vielen schwerfällt dies zu akzeptieren! Übrigens muss mann in der Altstadt auch eine Zeit suchen, um auf einen hübschen privaten Vorgarten zu treffen, in dem die Botanik sich abseits der gepflasterten Flächen voll entfalten kann…

  9. Grünfink

    "Übrigens muss man in der Altstadt auch eine Zeit suchen, um auf einen hübschen privaten Vorgarten zu treffen, in dem die Botanik sich abseits der gepflasterten Flächen voll entfalten kann…"

    In der Altstadt kann man ohne Abriß keine Grünfläche schaffen. Ausgenommen die Stadt läßt wie es geschieht und geschehen ist einfach alles "vergammeln" will aber gleichzeitig Touristen anziehen die eben Wert auf etwas gepflegtes legen.

    In einem Neubaugebiet ist dies ohne Probleme möglich. Ungepflegt und Grün sind zwei Dinge die auch nicht unbedingt zusammengehören. Statt Mauern eine Hecke und dahinter eine naturbelassenen Wiese die ab und zu gemäht wird. Wo ist das Problem?

  10. Dr: Klaus Lambrecht

    Die Argumentationen von 7 und 8 gehen doch an der Sache total vorbei. Es geht um geltendes Satzungsrecht was die Einfriedigungen der Grundstücke durch Mauern anbetrifft. Diese sind laut geltendem Bebauungsplan einfach nicht zulässig. 
    Die Gartengestaltung ist jedem selbst überlassen, doch sind die negativen Auswirkungen solcher Schotterbeete, denn mit Garten haben die Anlagen nichts zu tun, auf das Kleinklima und des Artenschutzes bekannt, man sollte daher den Erkenntnissen folgeleisten und eine Begrünung mit Pflanzen durchführen, wie es auch im B-Plan vorgesehen ist.
    Man muss angesichts der wissenschaftlichen Erkenntnisse ja nicht alles reglementieren und an die Vernunft der Garten und Hausbesitzer appelieren, wenn die Behörden schon die Augen zu machen.

  11. rhababer

    zu 9.) In der Altstadt kann man ohne Abriss keine Grünfläche schaffen? Totaler Quatsch, das geht, es ist sogar relatv einfach… Aber in dicht besiedelten innerstädtischen Bebauungen ist es halt leider "normal" dass bis an die Grundmauern das hübsche Altstadt-Pflaster liegt.

    zu 10.) Die Argumentation dieses Artikels geht an jedlicher Sache vorbei.

    Geschätzt ist ein Neubaugungstück etwa 1000m2 groß in "optimaler" quadratischer Form. Demnach sind etwa 30 lfm zur Straße gerichtet. Das abgebildeten Steinbeet mit der Mauer ist geschätzt 1,2m breit. Damit sind es ca 35 m² über die sich echauffiert wird. Dies entspricht in etwa der Größe von 2 PKW-Stellplätzen oder einer gewöhnlichen Terrasse.

    Flächen in dieser Größe, auf denen nichts blüht, hat wohl jeder der hier mahnenden Personen auf seinem Grundstück.

    Fazit: hässlich aber unrelevant…

  12. Phil Antrop

    Auch in Felsberg wird aus  landwirtschaftlicher Nutzfläche ein Baugebiet. Größe 25 000 qm.

    Dazu dann auch noch eine Umgehungsstraße.

    https://www.hna.de/lokales/melsungen/felsberg-hessen-ort305307/neubaugebiet-felsberg-bauplaetze-12812662.html

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