HOMBERGER HINGUCKER

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Margret Goldschmidt: Lesung zur jüdischen Geschichte Hombergs

Die Schüler der AG Schulgeschichte lesen im Rahmen der Interkulturellen Woche aus Briefen von Margret Grundmann, geborene Goldschmidt.

Die Lesung findet am 27. September ab 17.00 Uhr im Homberger Rathaussaal statt.

Die Jüdin Margret wurde am 31. Oktober 1916 in der Untergasse Nummer 30 in Homberg geboren. Hier betrieb ihr Vater Moritz Goldschmidt einen Textilhandel. Von 1930 bis 1933 besuchte Margret die August-Vilmar-Schule, die heutige Bundespräsident-Theodor-Schule.


Foto: Margret Goldschmidt im Alter von elf Jahren im Jahr 1927.

 
Im Jahr 2003 gelang es Thomas Schattner, dem Leiter des Schulmuseums, zunächst brieflichen und später auch telefonischen Kontakt zu Margret zu bekommen. U.a. in 16 Briefen konnte so die jüdische Geschichte Hombergs noch intensiver erforscht werden. Der Kontakt zu Margret riss erst mit ihrem Tod im 97ten Lebensjahr im Jahr 2014 ab.

Foto: Glückliche AVS-Schülerinnen vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten mit ihren, an der Schule selbst geschneiderten, Pyjamas (von l. nach r.: Käthe Haupt, Ilse Horn, Änne Eisenmann, Erika Paulstich, Elfriede Weismann, […] Wiegand, Trude Theiss und Margret Goldschmidt).

In einen Brief vom 28. März 2004 berichtete Margret z. B. wie 1933 die Stimmung in der Stadt politisch kippte: „Dann kam Hitler. Ich besuchte die August-Vilmar-Schule und alle Schüler versammelten sich eines Abends[,] um am Fackelzug teilzunehmen. [Der fand wahrscheinlich am 21. März 1933 aus Anlass des ´Tages von Potsdam´, der Einführung der neuen Reichsregierung unter Reichskanzler Adolf Hitler nach den Reichstagswahlen vom 5. März 1933, statt]. Wir alle marschierten, dann wurde das Lied ´Wenn´s Judenblut vom Messer spritzt[,] dann geht´s nochmal so gut´, gesungen. – Ich werde den Fackelzug, meinen Schrecken und nachher das Gespräch mit meinen Eltern an dem Abend nie vergessen“.

Zum Glück hielt sich aber nach Margrets Tod der Kontakt Thomas Schattners zu ihrer Tochter Helen Mars (Jahrgang 1948), die eigens für die Lesung Dokumente aus dem Besitz ihrer Mutter in England gescannt hat und zur Verfügung stellte. So können nach der Lesung Dokumente und Fotografien sowie Dokumente aus der Wiedergutmachungsakte von Margret betrachtet werden, die z.T. noch nie in Homberg zu sehen waren.

Foto: Margret Goldschmidt (zweite Reihe, dritte von links) mit ihrer Klasse der August-Vilmar-Schule auf Exkursion.

Alle Fotografien befinden sich im Schulmuseum der BTHS Homberg. Text Thomas Schattner

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3 Kommentare zu “Margret Goldschmidt: Lesung zur jüdischen Geschichte Hombergs”

  1. Zugezogener

    Herrn Schattner sei Dank, dass er auf verschiedenste Weise die Homberger Geschichte während der unsäglichen NS-Zeit aufarbeitet.

    Ich, der ich nach dem Krieg geboren bin und nach meinem Empfinden  nicht in einem früheren "Nazi-Haushalt" aufgewachsen bin, frage mich gerade wegen des derzeitigen Zulaufs zur AfD, ob ich hätte ausschliessen können, in der damaligen Zeit nicht zum Mitläufer zu werden.

    Glücklicherweise eine hypothetische Frage.

    Die Offenheit der heutigen Diskussion über das 3. Reich war während meiner Schulzeit in der weiterführenden Schule Anfang der 60er-Jahre kaum möglich.

    Insofern begrüße ich, wenn die dunkelsten Jahre der neueren deutschen Geschichte der jüngeren Generation stets vor Augen geführt wird.

  2. Phil Antrop

    Diese Veranstaltung ist im Veranstaltungskalender der Stadt nicht zu finden !

  3. Mitgucker

    #2

    Wenn es Hr. Schattner nicht möglich ist, diese Veranstaltung, so wie jeder andere auch, im Veranstaltungskalender einzutragen, frage ich mich – was diese Aussage hier zu suchen hat.

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