HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

Nackte Fakten – unübersehbar

 
Die nackte Realität nicht zu übersehen.

Weihnachten 2018 konnte nicht im neuen Einkaufszentrum eingekauft werden.

In der Homberger Mitte ist auf 13.000 qm ein Trümmerfeld entstanden.

Der große alte Baumbestand wurde schon vor 2 Jahren abgeholzt.

Gestern wurde das Haus Ziegenhainer Straße Ecke Bindeweg abgerissen.

 
Die Trümmer werden zwar noch abgeräumt, aber dann wird wohl erst einmal Schluss sein. Es könnte Jahre dauern, bis für dieses zentral gelegene Gelände ein neues realistisches Konzept  erarbeitet worden ist. Der Einzelhandelsumsatz ist im Dezember um über vier Prozent gegenüber dem November eingebrochen, meldet heute das Statistische Bundesamt. Wer wird da noch in einen knappen Hektar großen Parkplatz mit unterirdischem Verkaufsflächen investieren?

Das Trümmerfeld könnte lange als Symbol der Homberger Politik brach liegen.
 

Nackte Fakten

Der Durchführungsvertrag mit Schoofs-Frankfurt ist nicht mehr gültig, denn das Projekt wurde jetzt in die neue Firma "Einkaufszentrum Drehscheibe Homberg GmbH & Co. KG" ausgegliedert.

Mit dieser GmbH & Co. KG hat die Stadt keinen Vertrag. Selbst wenn in dem Durchführungsvertrag eine Regelung zum Trägerwechsel vorgesehen sein sollte, müsste die Stadt  – und zwar die Stadtverordneten – dem zustimmen. Die Planungshoheit der Stadt liegt bei der Stadtverordnetenversammlung, eine Zustimmung durch den Magistrat reicht nicht. Die Stadtverordnetenversammlung hat über einen solchen Trägerwechsel noch nicht entschieden.
 

Rechtsfreier Zustand

Wenn der Durchführungsvertrag ungültig geworden ist, hat der Bebauungsplan seine Rechtsgültigkeit verloren, da er auf dem Durchführungsvertrag aufbaut. Ohne gültigen Bebauungsplan kann auch keine Baugenehmigung erteilt werden.
 

Durchführungsvertrag gebrochen

Selbst der bisherige Durchführungsvertrag ist von Schoofs nicht erfüllt worden.

Die Frist zur Fertigstellung bis Ende 2018 ist nicht erfüllt worden.
Wenn es um unvorhersehbare Schwierigkeiten während der Bauphase gekommen wäre, hätte die Frist und damit der Vertrag verlängert werden können. Es gab aber noch gar keinen Bau, es gab noch keine Baugenehmigung, denn Schoofs hatte bei Vertragsabschluss noch nicht genügend langfristige Mietverträge, mit denen die Finanzierung abgesichert werden konnte. Es fehlte die Finanzierung, um den Durchführungsvertrag fristgerecht durchzuführen zu können.

Darüber hinaus sind die Ausgleichsmaßnahmen des Bebauungsplans nicht fristgerecht umgesetzt worden. Die vereinbarten Zahlungen für den Bau des Kreisels sind nach Aussage von Bürgermeister Dr. Nico Ritz noch nicht gezahlt worden.
 

Das Projekt ist "versemmelt"?

Bürgermeister Dr. Nico Ritz hat sich bisher nicht zu diesem Versagen geäußert. Versagt haben auch die  Mehrheit der Magistratsmitglieder und der Stadtverordneten, die blind gefolgt sind. Sie haben alle Hinweise ignoriert, die ihr Traumbild vom Einkaufszentrum gestört hätten.
Diese nackten Tatsachen lassen sich auch nicht mit "Goldkästchen" der Kreissparkasse und Villenpflege kaschieren. Diese Versuche schaden  der Glaubwürdigkeit und dem Ansehen der Kreissparkasse. Die Homberger Lokalpolitiker haben in dieser Hinsicht nichts mehr zu verlieren.

Foto: Dr. Ritz bei der Ansprache zur Abrissfeier am 16.11.2018

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19 Kommentare zu “Nackte Fakten – unübersehbar”

  1. Das Gerücht

    Da steht man nichts ahnend in einem Laden in Homberg, freut sich der warmen und freundlichen Umgebung, des ebenso netten Personals und dann hört man zwangsweise mit:

    Müller sei abgesprungen.

     

  2. Le Penseur

    Der Blogbetreiber hat hier einen lesenswerten Artikel eingesetzt. Meine lebenslange Erfahrung sagt mir, dass eine Änderung in der Trägerschaft häufig der Anfang vom Ende ist. Auch die Formalien, die jetzt einer Änderung bedürfen, müssen vom Bürgermeister und Magistrat erst in die Wege geleitet werden.

    Häufig ist auch an einem Gerücht wie "Müller sei abgesprungen" etwas dran.

    Nichtsdestotrotz gehen die Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Ulrich-Gelände weiter zügig voran. Erstaunt wäre ich auch nicht, wenn der Bürgermeister eines nicht allzu fernen Tages mit der Nachricht an die Öffentlichkeit geht, die Stadt wird sich um den Kauf des nunmehr planierten Geländes bemühen.

    Herr Dr. Ritz hat wohl schon darauf hingewiesen, dass die wirtschaftliche Lage unserer Stadt so gut sei wie seit langem nicht mehr. Tunlichst verschwiegen wird dabei, dass dieser Finanzzustand nur durch enorme Zuschüsse aus Wiesbaden und Berlin möglich war. Die neuen Bewegungsmöglichkeiten im Finanzhaushalt wurden umgehend dazu genutzt, weitere Projekte, die auf Fördergeldbasis laufen, in die Wege zu leiten.

    Ich bezweifle, dass ich es in meinem Leben in Homberg noch sehen werde, dass sich Betriebe ansiedeln, mit deren Steueraufkommen die Stadt nach vorne gebracht wird.

  3. Opa

    zu 1)

    Gern würde ich einen Kommentar abgeben.

    Aber zu diesem EKZ fällt mir bald nichts mehr ein…

    Fast bin ich geneigt zu sagen: Haltet dem Efzecenter die Treue.

     

     

  4. Anneliese

    Ma gucken was da drann ist.

    Habe gestern auch gehört, Spielhalle und alte Villa wurden gekauft.

  5. Joachim Grohmann

    @Gerücht

    Nicht so schlimm, dafür wird Homberg ins Immobiliengeschäft einsteigen. Es werden Häuser gekauft um diese zu verkaufen, vielleicht. Ganz egal, das Gewinne versteuert werden müssen, ganz egal das der m² – Preis steigt.

    Was ist da schon Müller? Müller oder was?

    In diesem Sinne

  6. Frustrierter

    Wenn das EKZ noch in die Hose geht, erwarte ich von Herrn Bürgermeister Dr. Ritz und den Magistratsmitgliedern den sofortigen Rücktritt von ihren Ämtern.

    Wer sich verrennt, muss dann auch Flagge zeigen.

    Eine Mischbebauung könnte meiner Meinung nach noch für eine Schadensbegrenzung herhalten.

     

  7. Rentner

    Ich sitze im 1. oder 2. Stock meiner altersgerechten Wohnung im Ulrich Wohnpark und genieße den Fernblick.

    Dabei verzichte ich gern auf ALDI ( habe ich schon vor Ort ) und  MÜLLER ( ich habe Rossmann ).

    Dieses EKZ mit seinen Begleitumständen wird Herr Schattner noch aufarbeiten.

    Eine kommunalpolitische Posse, die ihresgleichen sucht. 

     

  8. Scherzbold

    Ach, mein Homberger Hingucker,

    kaum schaust du rein, schon erlebst du wieder eine Überraschung.

    Müller rein, Müller raus, langsam ist es mir egal.

    Schämen? Dafür sind andere zuständig. Ich gehe stark davon aus, dass die, die es betrifft, sich diesen Schuh anziehen.

    Es wird sich der Zeitpunkt nähern, indem die politische Klasse in Homberg ( man darf auch mal übertreiben 🙂   )  sich fragen wird, wie sie aus dieser schrägen Nummer herauskommt.

     

  9. WerWennNicht

    "DM" (Drogeriemarkt) kann den Planungsstäben aus Neu-Isenburg und Homberg (Efze) noch aus der Patsche helfen?

    Wer will schon den letzten Rest an Glaubwürdigkeit verlieren?

     

  10. Realschüler

    Manche mögen die Wahrheiten, vielleicht auch Halbwahrheiten, der Kommentatoren lustig finden.

    Ich nicht!

    Ich bin ständig auf der Suche nach der angekündigten Transparenz!

    Versprochen  x  Nichteinhalten 

            Transparenz                                   =     ?          

  11. Phil Antrop

    WerWennNicht DM ?

    Nette Satire. Frag mal welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen damit sich eine Kette ansiedelt !

    Umsatz und Gewinn je qm spielen die entscheidenden Faktoren.

    Wie schnell sind Ketten den Bach runter ! Schlecker; AWG; selbst kleine regionale Ketten im Lebensmittelbereich.

    Kaufland will in Bad Hersfeld eröffnen – auch hier Lage und Umsatz. Sonst geht nichts.

  12. Dr. Klaus Lambrecht

    Hört, hört. Der Bau des EKZ in Homberg ist voll im Zeitplan. Es wird sogar im Mai mit den Rohbauarbeiten des EKZ begonnen. Das sind die Kernsätze im Aufmacher der heutigen HNA – Ausgabe. Auskunft erteilte Schoofs Immobilien.
    In der gestrigen Sitzung wurde über eine Vorlage des Magistrates in der STAVO beraten: „Im Rahmen der Bauausschusssitzung vom 15.10.2018 hat der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Schwalm-Eder, Herr Thomas Gille, gemeinsam mit einem Vertreter des durch die Kreissparkasse beauftragten Planungsbüros foundation 5+, Kassel, eine deutlich modifizierte Planung des Bauvorhabens im Bereich der Marktdirektion in der Kasseler Straße 1 vorgestellt. Die entsprechende Präsentation ist aus Vereinfachungsgründen noch einmal als Anlage beigefügt. Damit diese Planung umgesetzt werden kann, müssten der Durchführungsvertrag zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 66 „Einkaufszentrum Drehscheibe“ und ggf. auch der Bebauungsplan selbst geändert werden. Im Interesse des weiteren Projektfortschritts und zur Klarstellung notwendiger Planungsgrundlagen für den Straßenraum Kasseler Straße und das Teilprojekt „Stadtpark“ im Zuge des Programms „Zukunft Stadtgrün“ werden die städtischen Gremien um eine erste „Richtungsentscheidung“ gebeten, ob der vorgestellte Ansatz weiter verfolgt werden soll.“
    Die STAVO stimmte dem Beschlussvorschlag zu, wie bereits zu erfahren war.
    Da hat die Firma Schoofs wohl prophetische Fähigkeiten, dass sie im Rahmen des Baugenehmigungsverfahren schon wusste, was die STAVO am Vorabend. beschließen wird. Der Vorgang erinnert an die Festsetzung der Abwassergebühren.
    Offen bleibt jetzt die Frage, was nun wirklich gebaut wird und wer dort baut? Selbst der Magistrat führt ja in seiner Vorlage aus, dass eventuell der Durchführungsvertrag und gegebenenfalls auch der Bebauungsplan geändert werden muss. Der Artikel jedenfalls geht davon aus, dass alles nach Plan läuft.
    Für mich ist immer noch  die Frage unbearbeitet, ob es derzeit einen rechtsgültigen Vertrag gibt, laut Protokollen der Ausschüsse wurde nicht danach gefragt. Ebenfalls ist offen, welche Funktion die neu gegründete Einkaufscentrum Drehscheibe GmbH & CoKG hat? Der Magistrat selbst weist auf eine neue vertragliche Regelung hin. Nun ist der Kreis gefordert, die Frage ist: Genehmigt oder kann der Kreis  bei dem Durcheinander den möglicherweise eingereichten Bauantrag überhaupt genehmigen?

  13. solarfan

    Was wurde im Hingucker nicht alles zum neuen Baumarkt vermutet und spekuliert, alles nachzulesen. Nun steht er da und man kann sogar dort einkaufen, wer hätte das gedacht ?

    Das gleiche Vorgehen beim EKZ, Vermutungen, unbelegte Behauptungen, Spekulationen und am Ende mit dem gleichen Ergebnis, da bin ich mir sicher !

  14. Delf Schnappauf

    zu 13: Nachdem wir uns im Getränkemarkt für das Wochenende versorgt hatten, gingen wir in den Elektronikmarkt, um noch bei dem Sonderangebot zuzugreifen. Jetzt sitzen wir im mongolischen Restaurant über dem Elektronikmarkt. Nachher werden wir auch noch an der neuen Tankstelle tanken, denn der Benzinpreis ist gerade gesunken. Schöne neue Konsumwelt in Homberg.

  15. Zugezogener

    Ja, der Baumarkt steht….

    Vom angekündigten Hagebaumarkt blieb der Werkmarkt übrig. 

    Nichts gegen den Werkmarkt ( wegen der guten Beratung kaufte ich schon im Basthauptweg ein )  – wer aber schon in Hagebaumärkten Einkäufe tätigte, kennt den gravierenden Unterschied im Sortiment!

    Ob mit dem Werkmarkt im neuen Gewand ein ernsthafter Konkurent zum Herkules Baumarkt erwächst, muss sich erst noch zeigen.

    Allgemein bekannt ist, dass nach Neueröffnungen die Neugier der Menschen groß ist.

    Bei einigen Besuchen im Cafe konnte ich feststellen, dass noch viel Parkraum frei war.

    Den Angestellten wünsche ich einen sicheren Arbeitsplatz!

  16. Joachim Grohmann

    @14

    Touché

    In diesem Sinne

     

  17. Realschüler

    Touchè

    Da stößt der Realschüler an seine Grenzen.

    Wikipedia hilft in der Not.   🙂

     

  18. DonQuijote

    @ 17: Touché war schon korrekt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Touch%C3%A9

    Selber Nachlesen macht schlau 🙂

     

  19. Realschüler

    DonQuijote

    Habe ich doch am 02.02.19 getan und wurde schlauer.   🙂

    In diesem Sinne

    sei Herrn Grohmann gedankt.

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