HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

Überschwemmungs-Gebiet: Bauaufsicht schaut weg


 Foto: Garten-Grabeland  im Überschwemmungsgebiet der Efzeaue zwischen Hohlebachmühle und Bahnhofstraße. Im Vordergrund die Efze.

Im Flächennutzungsplan wird die Efzeaue als Überschwemmungsgebiet gekennzeichnet. In der dazugehörigen Beschreibung heißt es:

2.4.6  Überschwemmungsgebiete
Die Auen der Efze, der Ohe sowie in Teilbereichen der Rinne sind als Überschwemmungsgebiet gemäß § 76 WHG festgesetzt. Die Festsetzung untersagt die Errichtung baulicher Anlagen in dem Gebiet.

Das Überschwemmungsgebiet ist im Flächennutzungsplan als nachrichtliche Übernahme durch Randsignatur dargestellt. 

Wie das aktuelle Foto zeigt, kümmert sich in der Bauaufsicht niemand um die Einhaltung der Regelungen im Plan. Wo die Errichtung baulicher Anlagen untersagt ist, findet sich eine wilde Ansammlung von Leichtbauten, Zäunen und Plattenwänden. Es geht dabei nicht darum, ob dieser Anblick gefällt oder nicht, es geht um die Gefahren, die bei Hochwasser aus dem dann weggespülten Materialien entstehen. Die Betreiber der Gärten werden als Erstes den Schaden haben. Durch die Bauten und Zäune wird es zu größeren Überschwemmungsschäden kommen und auch andere Menschen schädigen, da der Durchfluss gesperrt wird und das Wasser höher aufstaut.


Auch das bundesweit gültige Wasserhaushaltsgesetz wird übergangen.

Karte: Ausschnitt aus dem gültigen Flächennutzungsplan.

 

Wasserhaushaltsgesetz WHG § 76
Überschwemmungsgebiete
an oberirdischen Gewässern

(1) Überschwemmungsgebiete sind Gebiete zwischen oberirdischen Gewässern und Deichen oder Hochufern und sonstige Gebiete, die bei Hochwasser eines oberirdischen Gewässers überschwemmt oder durchflossen oder die für Hochwasserentlastung oder Rückhaltung beansprucht werden.

(4) Die Öffentlichkeit ist über die vorgesehene Festsetzung von Überschwemmungsgebieten zu informieren; […]  Sie ist über die festgesetzten und vorläufig gesicherten Gebiete einschließlich der in ihnen geltenden Schutzbestimmungen sowie über die Maßnahmen zur Vermeidung von nachteiligen Hochwasserfolgen zu informieren.

Voraussehbare nachteilige Hochwasserfolgen werden nicht vermieden. Die Nutzer des Grabelandes sind anscheinend nicht aufgeklärt worden.
Der nächste Starkregen kann verherende Folgen haben, die durch die vorhandene Bebauung verstärkt werden.

Was nutzen moderne Notfallzentralen und Einsatzfahrzeuge, wenn die einfachtsten Vorkehrungen nicht eingehalten werden?

Man darf gespannt sein, wie die Verantwortlichen versuchen werden, sich bei einem Schadensfall herauszureden.

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16 Kommentare zu “Überschwemmungs-Gebiet: Bauaufsicht schaut weg”

  1. Homberger Jeck

    documenta urbana – Homberger Modell

    🤡

  2. Joachim Grohmann

    Als mein Großvater dort noch 2 parzellen hatte, waren Bebauungen mit Garten oder Gerätehäusern strikt verboten. Für die Unterbringung von Gartenwerkzeug musste man kreativ sein (Gartenbank zum Aufklappen) oder das Werkzeug immer mitbringen.

    In diesem Sinne

  3. Ex-Großstädter

    Abseits der missachteten Vorschriften:

    Ob in der Groß- oder Kleinstadt, in den Wintermonaten sieht fast jede Kleingartenanlage grauenhaft aus. Wenn die Natur im Frühjahr erwacht und die Laubenpieper wieder werkeln, ist der Anblick wieder ein ganz anderer.

    Für die Beachtung der gesetzlichen Vorschriften sind die jeweiligen Behörden zuständig. 

     

     

  4. Scherzbold

    Homberger Jeck

    Als Vorsitzenden der documento urbana – Homberger Modell,

    rufe ich hiermit den "Homberger Jeck" aus.  🙂

    Die Amtseinführung erfolgt am Faschingsmontag in der Stadthalle.

    Die Laudatio hält das Stadtoberhaupt.

  5. DonQuijote

    Unabhängig von der verbotenen Bebauung: Ich nenn das immer die Homberger Favelas oder Slums. Es ist ein erbärmliches Bild, wenn man an der Bundesstraße vorbeifährt. Wirft ein ganz schlechtes Licht auf Homberg, jetzt, wo auch noch die Bäume alle weg sind, die das verdeckt haben.

    Und was da immer im Mühlengraben landet, sollte auch mal geprüft werden. Die Besitzer der Parzellen kommen inzwischen i.d.R. aus einem anderen Kulturkreis, der den Umweltschutz nicht ganz so hoch ansiedelt. Siehe auch die Schilderungen bei Facebook von vorgestern über die älteren Herrschaften, die Tütenweise verschimmeltes Brot in den Ententeich kippen.

  6. Homberger Jeck

    Hallo, das ist aber eine gute närrische Nachricht.

    Ich beabsichtige vorher in die Bütt zu springen. In einer Doppelrolle als "Steinumdreher und Oberversemmler". Helau 🤡

  7. Homberger Jeck

    DonQuijote

    Die Stadt Homberg ist ja mit diesem Anblick nicht nur allein im Blickfeld. Es ist auch der Schwalm-Eder Kreis, das Rotkäppchenland, BrüderGrimmHeimat als touristisches Ziel betroffen. Damit rücken auch die Verantwortlichen der Kreisverwaltung wie z. B. der Landrat, der Erste Kreisbeigeordnete und der zuständige Abteilungsleiter für mich mit ins Blickfeld. 

    Mir fällt dazu als Narr nur sprichwörtliches ein, ohne das ich dabei irgendeine Person im Blick habe. 

    " Der Fisch stinkt zuerst am Kopf" und " Wie der Herr, so das Gescherr"

    🤡

  8. Phil Antrop

    Wie sehen denn die anderen Kleingartenanlagen in der Kernstadt aus? Am Friedhof z. B.

  9. Delf Schnappauf

    zu 8: Es geht nicht um das Aussehen der Kleingartenanlagen, es geht um vorbeugende Gefahrenabwehr bei Hochwasser und damit um Schadensbegrenzung. Die Kreisverwaltung ist seit langem untätig.

  10. Phil Antrop

    Die Kleingartenanlagen waren einst ein Vorzeigeobjekt auch in Homberg.

    Auch da wie am Schlossberg, Am Alten Friedhof, den Efzeauen, den Wallanlagen, Mühlhäuserfeld gilt:

    Wie man sich kleidet, wo wird man wahrgenommen.

    Sollte das alles Folge unserer Willkommenskultur sein? Wo sind all die die immer nur das Gute sehen, wenn es darum geht das auch überall zu realisieren?

  11. AnwaltsLiebling

    Aus den Kommentaren ergibt sich, dass es den sich hier äußernden Bürgern in erster Linie um das äußere Erscheinungsbild der Gartenanlage geht.

    Herr Schnappauf dagegen setzt seine Priorität auf das Wasserhaushaltsgesetz.

    Wie allgemein bekannt ist, widersetzen sich Menschen schon mal gern gegen Gesetzesvorschriften. Genau dafür haben wir die verschiedenen Behörden, die Rechtsverstöße  ahnden.

    Da die Behördenmitarbeiter in der Kreisstadt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Homberger Hingucker auch als Informationsquelle nutzen, gehe ich von einer kurzfristigen Überprüfung aus.

    Phil Antrop

    Wer in den verschiedenen Homberger Gartenanlagen sein Glück findet, ist mir nicht bekannt.

    Wer aber nach der unbeschränkten Einwanderungswelle 2015 glaubte, dass sich unser Land nicht verändern würde, der hatte schon damals jeden Realitätssinn verloren.

    Dabei geht es um positive wie negative Entwicklungen. Eine genauere Einordnung überlasse ich der Leserschaft.

  12. Phil Antrop

    Anwaltsliebling

    "Aus den Kommentaren ergibt sich, dass es den sich hier äußernden Bürgern in erster Linie um das äußere Erscheinungsbild der Gartenanlage geht."

    Der äußere Eindruck spiegelt aber auch den Inhalt wieder. Mir ging es wie auch anderen auch um Natur-, Umwelt-, Wasser-und Bodenschutz, Gesetze aller Art usw.

    Wenn man dann bedenkt mit wie hohen Kosten die Efze an anderer Renaturiert wird, wie man überschwemmungsgebite schafft damit es in Caßdorf, Mühlhausen Berge usw. nicht zu einem Hochwasser mit Schäden kommt, wenn man bedenkt das die Gewässerverschmutzung  das Gewässer praktisch als Lebensraum töten kann, dann ist Herr Schnappauf leider, so scheint es, ein einsamer Rufer in der Wüste.

    Wo sind all die Ordens- und Würdensträger, die hochbezahlten Verantwortlichen der von UNS beschäftigten Bürokratie? Immer nur glänzend in der HNA und den Blättchen von Wittich und MBMedia oder bei Schmandheriungsessen, Grillpartys und was da so alles geht. Nebenpöstchen noch und nöcher, aber das was sie tun müssten liegen lassen? Irgendwelche Förderbescheide überbringen die man per Mail senden kann? 

    Wo ist der Steine Umdreher geblieben, wo jegliche Form von Kontrolle?

    Wo ist/sind der/die Angelverein/e?Wo BUND und Nabu?

    Wo ist der, der diesen Augiasstall (anders kann. man das ja nicht mehr bezeichnen) endlich ausmistet? 

  13. G. Schönemann

    In dieser Angelegenheit und auch im Bezug auf Mauern statt Hecken habe ich am 8. Februar 2019 den Leiter des Kreisbauamtes Herr Horn per E-Mail ( bestätigter Eingang ) verständigt. Insbesondere unter den Aspekten Umweltschutz, Gewässerschutz, unerlaubte Bautäitigkeit.

    Am 8. März habe ich ihn auf Beobachtungen von Bürgern hinsichtlich der Entsorgung von möglicherweise mit umweltschädlicheh Stoffen behafteten Bauschutt aufmerksam gemacht.

    Zum Vorgehen:

    "Im Übrigen würde ich mich freuen, wenn sie mir bzgl. meiner E-Mail vom 8. Februar 2019 Informationen übermitteln könnten (Informationsfreiheitsgesetz), die mir als Bürger zeigen, dass man uns ernst nimmt, unsere Sorgen teilt und aktiv handelt.

    Als Grundlage habe ich ihm die Informationen im Homberger Hingucker zur Kenntnis gebracht und um sein tätigwerden gebeten.

    Am 19. März habe ich ihn erneut um Antworten gebeten.

    Da dies bis heute nicht der Fall war, mache ich nun diese Informationen und das Verhalten einer Verwaltung dem Bürger gegenüber öffentlich.

  14. Phil Antrop

    Weitere unerlaubten Bauten befinden sich wohl innerhalb des Landschaftsschutzgebietes "Schlossberg". 

  15. Phil Antrop

    Antwaltsliebling "Da die Behördenmitarbeiter in der Kreisstadt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Homberger Hingucker auch als Informationsquelle nutzen, gehe ich von einer kurzfristigen Überprüfung aus."

    Gibt es schon Veränderungen?

    Die Jahre seit 2008 zeigen doch klar: Überprüfungen und Kontrollen erfolgen eher lasch oder gar nicht. Nur wenn ein Bürgermeister einen anonymen Brief bekommt wird das Kreisbaumt bei dem Blogbetreiber aktiv.

    Das gilt auch für die Verwendung von Fördergeldern, Schwarzbauten usw.

  16. AnwaltsLiebling

    Phil Antrop

    Ich kann Ihnen nicht beantworten, ob es schon Veränderungen gibt. Dazu müsste ich mich vor Ort begeben.

    Ich kann Ihnen aber sagen, dass ich es wahrsten Sinne des Wortes hasse, wenn mit zweierlei Maß gemessen wird.

    Dabei will ich den Satz, vor dem Gesetz sind alle gleich, nicht überhöhen.

    Eine ( klare ) Linie  muss jedoch erkennbar sein. Da kamen bei mir in der Vergangenheit schon gelegentlich Zweifel in unserer Stadt auf.

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