HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

2008 – 2021 Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze) – ab 2021 HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

Was ist notwendiger? Bundesautobahn A49 oder Pariser Klimaschutz-Abkommen von 2015

Abbildung: Anzeige zu den Auseinandersetzungen um den Weiterbau der Bundesautobahn A49. Erschienen in der HNA Schwalmstadt und in der Oberhessischen Presse
  

Alte Pläne passen nicht zu den großen globalen Gefahren

Seit 1992 gibt es internationale Klimakonferenzen. Zuletzt wurde vor fünf Jahren das Pariser Klimaabkommen beschlossen. Das Ziel ist, die Erderwärmung nicht mehr als 1,5 Grad über den vorindustriellen Zustand steigen zu lassen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die vertraglich vereinbarten Ziele nicht erreicht werden können. Der Wille,  Klimapolitik entschieden umzusetzen, ist auch in Hessen und auch in Homberg nicht zu erkennen.

   
Die Folgen der Klimakrise sind in den letzten fünf Jahren auch für Laien unübersehbar geworden.
Die Wälder der Welt brennen auf allen Kontinenten. In Deutschland sind sie durch Trockenheit zu großen Teilen zerstört.

Wissenschaftler der verschiedensten Fachrichtungen weisen seit Jahrzehnten auf die Gefahren der Klimaveränderungen und der damit ausgelösten Folgen hin. Mit der Corona-Pandemie ist eine Folge der Zerstörung von natürlichen Lebensräumen in diesem Jahr für alle spürbar geworden. Die Veränderungen im Alltagsleben waren vor einem Jahr so nicht vorstellbar. Wer das vorausgesagte hätte, wäre als Spinner bezeichnet worden. Jetzt ist es Realität.

Die Klimakrise ist die weit umfassendere Pandemie des gesamten Globus. Sie erfordert ebenso einschneidende Maßnahmen, wenn nicht die Kipppunkte überschritten werden sollen, nach denen die Katastrophen folgen, die heute ausgelöst werden.

Angesichts dieser Entwicklung sind wache Menschen zunehmend verzweifelt über die Trägheit der Politik, die noch immer glaubt, mit kleinen Maßnahmen beruhigen zu können. Vor allem in der jungen Generation sind zahlreiche Menschen aktiv geworden. Sie sehen, wie die Tagespolitik ihre Lebenschancen aufs Spiel setzt.

Sie sehen, dass überholte "Fortschrittspläne" eine höhere Priorität haben als die Abwehr der aktuellen Gefahren, die viel komplexer sind als die derzeitige Corona-Pandemie. Selbst die Forderung nach einem Moratorium, einer Nachdenkpause wird nicht eingeräumt.
Die Toten durch Feinstaub, die Hitzetoten, der dramatische Artenschwund, die Vergiftung der Böden und die Versauerung der Ozeane werden nicht täglich in allen Medien thematisiert. Gegen diese Gefahren hilft kein Impfstoff und auch keine teure militärische Abwehr.

 

Die Geisteshaltung, die hinter vielfältigen Aktionen steht, entspricht einem Bibelwort:
"Macht euch die Erde untertan"  Beispiele dafür:
der Dannenröder Forst, der mit staatlicher Gewalt und medialer Unterstützung gerodet wurde,
die Wälder in Brandenburg, die für die Elektromobilität geopfert werden,
die Regenwälder im Amazonas und in Indonesien, die für Soja und Palmöl vernichtet werden.

 

  

 

2015 ist der Papst zu der Einsicht gelangt, dass diese Bibelstelle auch anders übersetzt werden kann und wohl auch anders gemeint gewesen sei.
Ein kleines Wort ändert den Sinn: "Macht euch der Erde untertan."


Es gilt anzuerkennen, dass Menschen ihre Überheblichkeit, ihre Allmachtsphantasien überwinden müssen. Ein Überleben ist nur in Form eines Zusammenlebens unter den Menschen und mit der Natur möglich.

  Foto: 1970 Hamburger Fischmarkt


Es ist für das neue Jahr nur zu hoffen, dass sich dieser Geisteswandel schnell genug ausbreitet, schneller als die aufziehenden Katastrophen.

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Nachtrag: Ulrich von Weizäcker im Gespräch. ab Minute 15:30.

 


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