HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

Wieder ein Fachwerkhaus weniger in Homberg

 
Dieses Fachwerkhaus in der Ziegenhainer Straße Ecke Bindeweg wurde  gestern abgerissen.

Weiterhin ist geplant, das unter Denkmalschutz stehende Haus in der Kasseler Straße 4 abzureißen.

In der Holzhäuser Straße 3 soll der größte Teil des Hauses abgerissen werden, wenn nicht sogar alles, da die Fenster schon ausgebaut wurden.

 
Schon 1985 kämpften Homberger Bürger gegen die Abrisspläne des Magistrats. Auch der hessische Landeskonservator Gottfried Kiesow kam auf Einladung der Interessengemeinschaft Fachwerkhaus Nordhessen (IFN) nach Homberg.

Einen solchen Einsatz des obersten hessischen Denkmalpflegers würde man sich heute wieder wünschen.

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12 Kommentare zu “Wieder ein Fachwerkhaus weniger in Homberg”

  1. Phil Antrop

    "Weiterhin ist geplant, das unter Denkmalschutz stehende Haus in der Kasseler Straße 4 abzureißen."

    Diese Anmerkung steht im Gegensatz zu

    Die Villa mit Anbauten einer Spielhalle hinter dem Aldi-Bau, zwischen der Anlieferzone für die Lkws und der Zufahrt zum Parkplatz soll "aufgewertet" werden.

    https://www.homberger-hingucker.de/das-maerchen-von-der-villa-und-dem-goldkaestchen/

     

  2. G. Schönemann

    Auch in Melsungen gibt es einige Abrisse die für mich nicht unter den Begriff Denkmalschutz fallen, insbesondere wenn es um Ensembleschutz geht.

    Während des Neujahrsempfanges ( Bericht heute 30.1.19 in der HNA ) äußerte sich auch Prof. Gerner ", Melsungen sei eine reiche Stadt, reich an Fachwerk…Mit 935 Fachwerkhäusern, allein 335 in der Altstadt, hebe sich die Stadt „vom fantasielosen weltweiten Einheitsbaustil“ ab. …ein Paradies, weil dort 600-jährige Baugeschichte präsent sei."

    Offensichtlich sind ihm in der Kasseler Straße, der Rosenstraße, der Kirchstraße die Neubauten entgangen, die so gar nicht zum Stadtbild passen. Oder die Seniorenwohnanlage "Am Schlossgarten" – direkt am Schloß.

    An anderer Stelle hat man wirklich durch Neubauten aufgewertet. Sie entsprechen aber dem, was Prfof. Gerner so treffend kritisierte.

    Der Stadtverordnetenvorsteher Riedemann merkte treffend an: „Fachwerk ist ein Reichtum, aber für den man jede Menge Kapital benötigt.“ Er dankte allen Hauseigentümern, die ihre Häuser pflegen.

  3. Homberger Jeck

    Der Bürgermeister während des Neujahrsempfanges ( laut HNA vom 21.Januar )

    „Im Abreißen sind wir ganz weit vorne“,  als er einen Ausblick gab und erinnerte damit an den Abriss für das neue Einkaufszentrum.

    Und: Homberg stehe wirtschaftlich so gut da wie lange nicht"

    19.12.2018

    Die städtischen Verbindlichkeiten aus Investitions- und Liquiditätskrediten sind  für 2019 in Höhe von ca. 80 Millionen Euro prognostiziert.

    Die Stadt nimmt  3,8 Mio. Euro neue Kredite auf, und bezahlt für Zinsen und Tilgung 4,6 Mio. Euro.

    https://www.homberger-hingucker.de/80-mio-schulden-bei-einem-haushalt-von-32-mio/

    Ohne neue Kredite hätte man also Zins und Tilgung nicht leisten können. Im Gegenteil. Das reicht noch nicht mal.

    Hier die Entwicklung der Schuldensituation von 1991 bis 2016.

    https://www.homberger-hingucker.de/schulden-neuer-hoechststand/

    Was der Bürgermeister nicht erwähnt: Rettungsschirm, Hessenkasse, Fördergelder, Zuwendungen aus dem Landesausgleichsstock sind in Summe etwa 30 bis 35 Millionen.

    🤡

  4. Holzwurm

    Hallo, zu den Abrissen/ Neubauten in den Fachwerkstädten ist anzumerken, dass nicht jedes Haus erhalten werden kann. Speziell das Gebäude Rosenstraße in Melsungen kenne ich gut. Eng,feucht und kaputt. Der Neubau dort hat zudem den erheblichen Vorteil, dass er mit Erdwärme beheizt wird, hoch energieeffizient und in guter Stadtlage für die Mieter attraktiv ist. Man kann nicht alles Alte erhalten wollen, Homberg sollte eine lebenswerte Stadt sein und kein Museum.

    Ich meine, es kommt immer drauf an, wie Neu- und Altbauten zusammenpassen. Dabei gibt es auch den Gestaltungswillen der Bauherrschaft. Niemand stört sich heute noch an der Farbgebung eines Juweliergeschäfts in Melsungen, obwohl Frau Tiersch damals fast aus den Anschüben gekippt ist.

  5. Dr. Klaus Lambrecht

    Ich gebe Ihnen teilweise recht. Nur ohne eine Bestandsbewertung, Schadenskartierung und Bewertung der Denkmaleigenschaften und der Bedeutung für das Stadtbild und der Stadtgeschichte fehlen die wichtigsten Beurteilungskriterien. Nicht zu vergessen sind die Kosten und die Nutzungsmöglichkeiten der Gebäude. In Homberg gibt es keine solchen Bewertungen, man baut kauft und baut drauf los, ohne die o.g. Kriterien zu kennen und zu bewerten. Ein Neubau kann interessant und spannend sein, sogar auch eine Bereicherung für das Stadtbild darstellen, nur fehlen in Homberg die Ausgangsgrundlagen. Dazu passt der Bericht in der heutigen HNA mit dem Hinweis auf die Besucherströme in Fritzlar. Dort wird seit den achtziger Jahren Stadtbildpflege betrieben.
    Gewöhnen kann auch Abstumpfen bedeuten. Unser kulturelles Erbe und dazu gehören unser Fachwerk-Stadtbilder müssen in Wert gestellt werden. Auf Facebook läuft gerade auch eine Diskussion darüber, was schön und erhaltenswert für die Stadt ist, leider kommt die Diskussion für die Gebäude im Bereich des geplanten Einkaufszentrums zu spät.
     

  6. Ex-Großstädter

    Verwundert entnahm ich heute Morgen der HNA, dass die Stadt Fritzlar in mehreren Stadtteilen die Dorfgemeinschaftshäuser saniert, während Homberg den umgekehrten Weg geht und die DGH in private Trägerschaften übergibt.

    Liegt es an den vielen Immobilienkäufen der Stadt Homberg?

     

  7. Frustrierter

    Homberg setzt andere Prioriäten.

    Die Ergebnisse sind bekannt.

  8. Distanzbetrachter

    Zu 06) Ex-Großstädter

    Die unterschiedlichen Handlungsweisen der beiden Städte sind wohl der Wirtschaftlichkeit der zu ihrem Bereich zählenden Dorfgemeinschaftshäuser geschuldet.

    In Fritzlar scheinen sich die Dorfgemeinschaftshäuser finanziell zu tragen, während das Ganze in Homberg durch geringe Auslastung ein Zuschussgeschäft für die Stadt zu sein scheint.

    Sicherlich, auf der einen Seite ist es immer wieder die soziale Komponente, die man sehen muss, die getragen ist von einer Verantwortung den Bürgern gegenüber; auf der anderen Seite ist es der „Klotz am Bein“, der manchmal ganz schön schwer sein kann und in Folge dessen hinderlich, was anderer gemeinwirtschaftlichen Aufgaben bedarf.

    Dann bleibt nichts anderes übrig, als sich von dem zu trennen, was unwirtschaftlich ist…

  9. Distanzbetrachter

    zu 05) Dr. Klaus Lambrecht

     

    Beim Lesen Ihrer Zeilen Herr Dr. Lambrecht kam mir der Gedanke, dass ein „Paragrafenreiter“ vor lauter Gesetzen, Dienstanweisungen, Verordnungen und politischen Diskursen gar nicht dieses ausgeprägte Gefühl für eine naturgegebene Wertschöpfung, als auch für eine kulturgeschichtliche Aufarbeitung und deren Werterhalt haben kann.

     

  10. Delf Schnappauf

    zu 8: Bei der Übergabe von Dorfgemeinschaftshäusern an örtliche Vereine freute sich der Bürgermeister über die Entlastung in Höhe von 20.000 Euro.

    An welche Vereine will der Bürgermeister zum Beispiel die Engelapotheke mit Baukosten von 4 Mio. Euro abgeben, das jährlich auch hohen Folgekosten nach sich zieht?

    Vielleicht findet er wieder ein regionales Unternehmen, dem er einen Ein-Euro-Verkauf anbieten kann.

  11. Homberger Jeck

    Was nutzt so ein schöner Marktplatz, eine Altstadt, wenn sie nicht mit Leben ausgefüllt ist und man, egal woher man kommt, sich erst durch nicht gerade schöne Zufahrtswege bewegen muss.

    Wie ein Traumschloß mitten in einer Müllkippe !

    🤡

  12. Der Hexenmeister

    Homberg, wohin gehst Du?

    Keine Notärtzliche Versorgung mehr.

    Ein ehemaliges Kreiskrankenhaus was leer steht.

    Kein Postamt mehr.

    Ein Haufen Einkaufszentren die etwas beleben sollen was immer mehr sterben tut.
    Die Einkaufszentrenen werden dann die letzten Geschäfte in Homberg noch pleite machen. Und ich frage mich wer soll da kaufen in Zeiten von: Internet, Amazone und Ebay?

    Eine Innenstadt wo jede Menge Läden leerstehen.

    Viel zu hohe Mieten für die Läden

    Historische Gebäude die abgerissen werden.

    Mehr brauche ich da wirklich nicht zu sagen.

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