HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

Wochenmarkt – ein Kernbaustein von Cittaslow Homberg

 

Homberg ist als Cittaslow-Stadt in das Netzwerk der lebenswerten Städte aufgenommen worden.

Wochenmarkt

Der Wochenmarkt ist einer der Haupt-Bausteine Hombergs für die Aufnahme in das Netzwerk Cittaslow.

Auf der Homepage der Stadt ist eine lange Liste mit Beiträgen zum Wochenmarkt aufgeführt. Es sind Eigenbeiträge, die die Stadt im Bekanntmachungsorgan "Homberg aktuell" selbst verfasst hat.

Auf den ersten Blick erscheint nach dieser Auflistung der Wochenmarkt ein Erfolgsmodell zu sein.

Im Sommer gab es einige Verkaufsstände mehr und auch mehr Kunden. Ob diese schon für so viel Umsatz sorgten, wie die Marktbeschicker benötigen, um in Homberg den Eindruck eines lebendigen Marktgeschehens zu bieten, ist unklar. Die meisten Marktbeschicker vom Sommer sind nicht mehr da. Es fehlt der Tiroler Schinken und die sizilanische Streetfood, vor allem fehlen jedoch regionale Anbieter. Die regionalen Erzeuger können von ihren Hofläden mit weniger Aufwand mehr verkaufen, zumal sie am Hof ein breiteres Angebot vorhalten können.

 
Für die Versorgung der Homberger Bevölkerung spielt der Markt nur eine untergeordnete Rolle. Das ergibt sich schon aus dem Umfang der Öffnungszeiten.

 

Homberger Tafelfreuden

Hinter dem Begriff "Homberger Tafelfreuden" steckt ein kleines Event für 180 Personen. Das Fünf-Gänge-Menü kostete 89 Euro. Dafür konnte die Tafelrunde eine "Sinfonie der Sinne" erleben.

Drei  auswärtige Köche aus der Region bereiteten ein Essen für die zahlungskräftigen Teilnehmer der Tafelrunde zu.

Die Homberger Tafelrunde soll einen "Impuls für neue Gastlichkeit" geben.

Für die Kunden der Homberger Tafel ist das natürlich nicht gedacht, auch wenn sich der Bürgermeister mit den Köchen vor dem "Einladen am Obertor"  zum Foto aufstellten. Was werden sich die Tafelkunden bei dem Foto wohl denken?

Die Tafelfreuden gab es nur einmal vor zwei Jahren, am 7. November 2018. Seitdem ist nichts mehr davon zu hören. In Homberg hat sich gastronomisch nichts verbessert. Besucher der Stadt werden weiterhin regionaltypische Gerichte suchen, genauso wie Restaurants. Dafür gibt mit der Eröffnung des großen Einkaufszentrums Döner, Burger, Sushi und asiatischen Imbiss. Das Restaurant "Hohlebachmühle", das einmal mit gehobener Gastronomie angefangen hatte, steht schon lange leer.
 

Cittaslow Deutschland

Reichte das für die Aufnahme in das internationale Netzwerk Cittaslow?

Um aufgenommen zu werden, sind  Anforderungen zu erfüllen. Mindestens 50 Punkte müssen bei der Aufnahme schon erreicht sein. Die Aufnahme soll motivieren und anregen, auch die anderen Anforderungen zu erfüllen. Ob und in welchem Umfang die Anforderungen erfüllt worden, wird geprüft und zertifiziert. Die Zertifizierung wird in Abständen wiederholt.

Wie hat Homberg diese Zertifizierung erreicht? Bürgermeister Dörr aus Deidesheim, der Vorsitzende von Cittaslow Deutschland, antwortete auf Nachfrage, es sei vor allem die hohe Motivation gewesen, die bei der Bewerbung zu erkennen war, die zur Aufnahme führte. Die Stadt hat die Zertifizierung mit den Absichtserklärungen selbst vorgenommen.

Ob sich die Organisation Cittaslow mit dieser Vorgehensweise nicht selbst schadet? Sind die anderen Städte in dem Netzwerk auch auf so billige Weise aufgenommen worden? Was ist von dem Logo Cittaslow zu halten, wenn man weiß, dass Homberg mit Absichtserklärungen dazu gekommen ist? Übrigens: Warum hat der Bürgermeister dieses Ereignis nicht selbst in der HNA präsentiert?

 

DOKUMENTATION

10. Dezember 2019, Schreiben von Cittaslow Deutschland

Guten Tag Herr Schnappauf!

Vielen Dank für die Zusendung des Artikels der Homberger Lokalzeitung! Wir hatten diesen bisher noch nicht bekommen.

In der Tat hat Homberg sich erfolgreich um eine Aufnahme ins Netzwerk der lebenswerten Städte Cittaslow beworben. Inzwischen haben sowohl die deutsche als auch die internationale Vereinigung einer Aufnahme zugestimmt. Da bisher noch keine Gelegenheit war, die entsprechenden Urkunden zu verleihen, konnte die Aufnahme bisher auch nicht auf der Cittaslow-Webseite und auf der dazugehörigen Karte vermerkt werden. Dies wird aber nach der offiziellen Übergabe der Dokumente dann auch umgehend geschehen.

Die Verantwortlichen der Stadt Homberg haben sich, wie auch Frau Pankratz im Artikel der Homberger Lokalzeitung richtig bemerkt, mit ihrer Bewerbung der „Nachhaltigkeit und Verbesserung der Lebensqualität“ verpflichtet. Dies müsste auch im Sinne der Bürgerinnen und Bürger der Stadt sein und wird auch seitens des deutschen Netzwerks Cittaslow begrüßt und unterstützt. Die Verantwortlichen der Stadt Homberg haben sich bei der Bewerbung ausführlich mit der Situation ihrer Gemeinde befasst, eine entsprechende Analyse vorgenommen und zu den Zielen und Kriterien von Cittaslow Stellung bezogen. Dabei konnte man sehr deutlich eine starke Motivation erkennen, sich künftig an dem Leitbild von Cittaslow zu orientieren und eine nachhaltige Stadtentwicklung zu betreiben.

Dass es im Blick auf einzelne Vorhaben und Entscheidungen immer wieder auch unterschiedliche Sichtweisen geben kann und wird, ist für eine Demokratie wesentlich und sollte vor Ort auch entsprechend diskutiert werden. Sie werden allerdings sicher verstehen, dass sich ein Verein wie Cittaslow nicht in die Tagespolitik einer Gemeinde oder Stadt einmischen darf und will. Allerdings erfolgt nach fünf Jahren eine Rezertifizierung, bei der man sich über die Entwicklung entsprechend informiert und diese auch bewertet. Sollte eine Stadt sich dabei völlig von den Zielen und Leitlinien der Vereinigung entfernen, ist auch ein Ausschluss denkbar.

Ich wünsche den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Homberg allerdings, dass die Bemühungen der Verantwortlichen im Sinne einer lebenswerten Gemeinde in den nächsten Jahren erfolgreich sein werden. Diese Bemühungen haben sicherlich auch die Unterstützung der Leistungsträger und Akteure in der Stadt verdient und werden, das haben die Erfahrungen in vielen anderen Orten gezeigt, auch allen Menschen in der Stadt zugutekommen.

Ich jedenfalls freue mich auf die künftige Zusammenarbeit und bin sicher, dass Homberg auch viel Potenzial für eine positive Entwicklung vorweisen kann.

In diesem Sinne verbleibe ich mit den besten Wünschen und Grüßen auch für das kommende Jahr 2021. Bleiben Sie gesund!

Manfred Dörr
 

11. Dezember 2019, Auszug aus mein Schreiben

An den  Vorstandsvorsitzen von Cittaslow Deutschland, Bürgermeister Manfred Dörr, Deidesheim

danke für die rasche Aufklärung über den fehlenden Eintrag auf der Internetseite von Cittaslow.

Aus Ihrem Schreiben entnehme ich, dass sich die Stadt Homberg bisher nur zu „Nachhaltigkeit und Verbesserung der Lebensqualität“ verpflichtet hat. Demnach hat die Stadt "eine entsprechende Analyse vorgenommen und zu den Zielen und Kriterien von Cittaslow Stellung bezogen."

Wenn ich Sie richtig verstehe, hat Homberg damit noch nicht die 50 Prozent der Kriterien erfüllt, die schon bei der Beantragung der Mitgliedschaft erfüllt sein müssen, wie es in der Veröffentlichung "Lokale Qualitäten, Kriterien und Erfolgsfaktoren nachhaltiger Entwicklung kleiner Städte – Cittaslow", vom August 2013 zu lesen ist und wie mir die Verfasserin Frau Dr. Petra Protz schon vor Jahren erklärt hat.

 "Kern der Vereinigung Cittaslow ist ein Katalog von Kriterien, von denen schon bei Beantragung der Mitgliedschaft mindestens 50 % erfüllt sein müssen. In diesem Sinne kann die Mitgliedschaft bei Cittaslow als Zertifikat oder gar Auszeichnung für bereits getätigte Maßnahmen und Aktivitäten verstanden werden."

Für die Aufnahme der Stadt in das Netzwerk der lebenswerten Städte hat in diesem Fall die "starke Motivation" ausgereicht, die Sie aus der Bewerbung ersehen haben und von der Sie hoffen, dass die Bemühungen der Stadt "in den nächsten Jahren erfolgreich sein werden."

 

14. Dezember 2019 Schreiben von Cittaslow Deutschland

Guten Tag Herr Schnappauf!

Da haben Sie etwas missverstanden! Selbstverständlich ist es nach wie vor erforderlich über 50% der Kriterien bei der Zertifizierung zu erfüllen. Das war auch in Homberg der Fall. Natürlich gibt es Gemeinden, die schon etwas weiter sind, was sich auch im Ergebnis der Zertifizierung widerspiegelt.

Aber wir sind kein elitärer Club, der sich mit dem Emblem der Schnecke schmücken will, im Gegenteil! Wenn wir merken, dass es einer Gemeinde nur um das Label geht, reicht das für eine Aufnahme nicht aus. Deshalb legen wir auch großen Wert auf eine entsprechende Motivation, sich künftig bei der Arbeit in der Gemeinde an den Kriterien von Cittaslow zu orientieren. Das war in Homberg ebenfalls der Fall.

Wir sehen die Mitgliedschaft in unserem Netzwerk als eine Chance für die Orte sich durch einen praxisbezogenen Austausch auf nationaler und internationaler Ebene weiterzuentwickeln und begrüßen jede Anstrengung der Verantwortlichen die Lebensqualität in ihren jeweiligen Kommunen zu stärken und zu sichern. Wir werden die Entwicklung in Homberg weiter beobachten und spätestens bei der Rezertifizierung in fünf Jahren auch entsprechend bewerten.

Ich hoffe ich konnte mit diesen Ausführungen etwas zur Aufklärung beitragen, wünsche Ihnen noch eine besinnliche Vorweihnachtszeit und schon jetzt alles Gute für ein hoffentlich normaleres Jahr 2021.

Freundliche Grüße

Manfred Dörr

 

 


Ein Kommentar zu “Wochenmarkt – ein Kernbaustein von Cittaslow Homberg”

  1. Fragezeichen

    Cittaslow wie Refo 500 ! Ein Verein der wovon lebt ? 

Einen Kommentar schreiben

Druckansicht Druckansicht

Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt MediendesignBeiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA. Impressum Impressum