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Wohlhabende KBG wird von verschuldeter Stadt subventioniert

KBGPlaneWenn die Stadt ein Unternehmen finanziell fördert, wie es mit der kostenlosen Übergabe des Grundstücks und Gebäudes in der Freiheiter Straße 26 (ehemaliges Landratsamt) geschah, dann muss man sich dieses geförderte Unternehmen einmal genauer ansehen – ob es wirklich so bedürftig ist.

KBG in einer traumhaften wirtschaftlichen Situation
Nach der Bilanz 2014 [1] stieg die Bilanzsumme um 402.562,01 Euro auf 10.936.583,94 Euro. Von dieser Bilanzsumme sind 9.108.858,81 Euro (83 Prozent) als Eigenkapital ausgewiesen, von diesem sind wiederum 6.260.260,40 Euro flüssige Mittel, wie Bankguthaben, Kassenbestand.
Das sind traumhafte Werte für ein Unternehmen. Zum Vergleich: Die Eigenkapitalquote der Banken liegt weit unter 10 Prozent.

In der Profitklemme
Aus diesem hohen Geldvermögen ergibt sich für die KBG auch ein Problem, die KBG sitzt in der Profitklemme (Immanuel Wallerstein). Sie weiß nicht, wo sie das Geld gewinnbringend anlegen kann. Auf der Bank liegen die Zinssätze schon seit einiger Zeit unter ein Prozent.

Die KBG hat in der Vergangenheit bereits Dividenden zwischen 7 [2] und 10% für die Kapitalanteile der Genossen ausgezahlt.

In dieser Situation erhält die KBG von der Stadt kostenlos das ehemalige Landratsamt, dessen Wert zwischen 100 000 € und 200.000 € liegen dürfte. (Das 304.000 Euro Wertgutachten ging noch von dem gesamten Grundstück aus). Mit anderen Worten, die Stadt verzichtet auf Erträge in dieser Höhe und feiert auf der anderen Seite Einsparungen von 10.000 Euro durch die Übergabe der Verwaltung eines Dorfgemeinschaftshauses, wie in Holzhausen.

Konzessionen werden neu ausgeschrieben
Die Gewinne hat die KBG mit dem Stromnetz für Homberg und den Stromverkauf erzielt. Offensichtlich waren die Preis so kalkuliert, dass diese Gewinne angehäuft werden konnten. Zugute kam dabei der KBG, dass sie quasi eine Monopolstellung in der Stadt hat. Wettbewerb gibt es nicht. Wettbewerb findet nur bei der Vergabe der Konzession für das Stromnetz statt. Die Konzession muss demnächst neu ausgeschrieben werden. Schon 2009 hatten sich mehrere Unternehmen um das Homberger Stromnetz beworben. Aufgrund eines bundesgerichtlichen Urteils muss die Konzession neu ausgeschrieben werden, damit der Wettbewerb gesichert ist.

Subvention führt zur Wettbewerbsverzerrung
Sollte bei der neuen Vergabe der Konzession ein anderes Unternehmen den Zuschlag erhalten, würde der KBG die Geschäftsgrundlage wegbrechen. Indem die KBG das Grundstück und das Gebäude des ehemaligen Landratsamtes weit unter Wert angenommen hat, hat sie quasi eine Subvention angenommen, die andere Wettbewerber nicht erhalten haben. Damit ist eine Wettbewerbsverzerrung eingetreten. Die Gefahr ist groß, dass sich die KBG damit in dem Wettbewerb selbst disqualifiziert hat.

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Kommentare sind deaktiviert Empfänger "Wohlhabende KBG wird von verschuldeter Stadt subventioniert"

#1 Kommentar von Mister X am 2015 September 8 @ 10:21 am

Einerseits freue ich mich über ein florierendes Unternehmen, das in Homberg ansässig ist. Es sichert Arbeitsplätze in der Region.

Andererseits ärgere ich mich bis heute über den Schnäppchenkauf zum Nachteil der Stadt.

Daher ein Vorschlag zur Güte:

Wenn erst die Mieteinnahmen sprudeln, zieht die KBG die Spendierhose an und beteiligt sich an der Sanierung der "Krone" oder den Schirnen.

Wie wäre es, Herr Imberger?

Sommerliche Marktplatzkonzerte, gesponsert durch die KBG und im Hintergrund die mit Hilfe der KBG sanierten Schirnen. Das hätte doch was!

Und ich als Kunde der KBG freue mich allen Hombergern.

#2 Kommentar von IchkannGoogle am 2015 September 8 @ 1:05 pm

"Offensichtlich waren die Preis so kalkuliert, dass diese Gewinne angehäuft werden konnten. Zugute kam dabei der KBG, dass sie quasi eine Monopolstellung in der Stadt hat. Wettbewerb gibt es nicht. "

Sind wir mal wieder ein wenig über das Ziel hinausgeschossen mit dem Homberg Bashing?

Ich kann mir in Homberg JEDEN Stromanbieter aussuchen der auf dem deutschem Markt bundesweit aktiv ist.  Die KBG ist zur Durchleitung verpflichtet, und rechnet dann mit demjenigem Anbieter ab. Es existiert also durchaus ein Wettbewerb, und die KBG hat keine Monopolstellung wie sie behaupten.  Übrigens auf den Ortsteilen hat die KBG kaum Kunden da das Stromnetz dort bis dato in der Hand von EON/ENM/EAM war.

Und mal drüber nachgedacht wieviel die KBG in Homberg sponsort?

 

#3 Kommentar von DMS am 2015 September 8 @ 1:56 pm

zu 2: Wieder einmal der Versuch der gezielten Desinformation. Beim lokalen Stromnetz gibt es immer nur einen Betreiber. Darauf bezieht sich die Aussage über die Monopolstellung. Dass sich jeder seinen Stromanbieter aussuchen kann ist bekannt.

Sponsern kann man nur, wenn man vorher Geld verdient hat. Die Bilanzzahlen zeigen, die KBG hat gut verdient. Davon gibt sie werbewirksam einen kleinen Teil zurück.

#4 Kommentar von Teufelchen am 2016 März 4 @ 8:31 am

Die kbg erweckt den Eindruck "Stadtwerke Homberg" zu sein.

Dazu Stadtwerke "von sechs befreundeten Stadtwerken aus Bad Sooden-Allendorf, Eschwege, Homberg (Efze), Kassel, Witzenhausen und Wolfhagen.
[3]

Selbst die Homepage der kbg erweckt diesen falschen Eindruck:
[4]

Quellen:

[5]

[6]

👿

#5 Kommentar von Kritischer Bürger am 2016 März 4 @ 9:23 am

Daher ein Vorschlag zur Güte:

Wenn erst die Mieteinnahmen sprudeln, zieht die KBG die Spendierhose an und beteiligt sich an der Sanierung der "Krone" oder den Schirnen.

Wie wäre es, Herr Imberger?

 

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