HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

85.000 Euro für Pflaster anheben

 

Die Burgberg-Gaststätte erhielt eine Behindertentoilette, die nur über zwei Stufen zu erreichen ist. Nachdem darüber im Hingucker berichtet wurde, hat die Stadt 85.000 Euro im Haushalt 2018 für die "Anhebung des Pflasters im Innenhof und im ehemals offenen Gastraum vorgesehen, um so den "derzeit provisorisch" errichteten Zugang behindertengerecht umzugestalten.

Der "provisorische" Zugang ist mit zwei sauber verlegten Steinstufen geschaffen worden. Sieht so ein Provisorium aus?

Blick auf die Baukosten

Der Bau der Behindertentoilette soll nach der Kostenschätzung des Architekten Elsässer 14.000 Euro kosten. In seiner Kostenrechnung für den Anbau hatte er diesen Betrag noch nicht in die von ihm geschätzten 240.000 Euro Gesamtbaukosten eingerechnet.

Für die 240.000 Euro wurde aber keine 121 qm neuer Nutzraum geschaffen, sondern nur ungefähr 32 qm. Trotzdem hätte das ebenfalls 240.000 Euro gekostet und sei mit 150.000 Euro Fördermitteln aus dem EU-LEADER-Programm gefördert worden.

Vielleicht ist das Geld aus dem Förderprogramm nicht nur in das Bauvorhaben geflossen, das beim Förderantrag vorgestellt wurde, sondern auch in andere Arbeiten, wie Theke versetzen, Wände streichen, Fußboden erneuern, Heizkörperverkleidung entfernen. Sind das nicht normale Unterhaltungsarbeiten? Werden die jetzt auch bereits von der EU gefördert?

 

Und wo ist der Personalraum und die Personaltoilette gebaut worden, die auf dem Bauschild genannt wurden?

85.000 Euro zusätzliche Baukosten

Um die fehlende Barrierefreiheit für die gerade errichtete Behinderten-Toilette zu schaffen, sollen 85.000 Euro ausgegeben werden. Wie passt das zu einer Bausumme von 14.000 Euro für die Toilette. Die Gesamtkosten von 240.000 Euro plus 85.000 Euro macht 326.000 Euro für einen kleinen Anbau.

Foto: Die Linie zeigt, wie hoch das Pflaster gelegt werden muss, damit statt der zwei Stufen ein ebenerdiger Eingang möglich wird.

Die Folgen dieser "Aufpflasterung": Die Türen sind nicht mehr zu öffnen, sie müssen gekürzt werden, wie schon die Tür an den Stufen.
Die jetzige Eingangstür (rechts im Bild) wird keine Durchgangshöhe von 2 Meter mehr haben.

Umbau der Behinderten-Toilette kostet viel weniger, als das Pflaster anzuheben

Wäre das nicht einfacher: Die Toilette wird abgebaut, der Steinsockel entfernt, auf dem vorher ein Tisch stand, das WC-Becken wird an die Rückwand der anderen Toiletten verlegt und die Sanitärobjekte wieder eingebaut. Das wäre doch für 14.000 Euro zu schaffen, und der Zugang wäre so ebenerdig wie bisher. So würden noch 71.000 Euro von den eingeplanten 85.000 € übrig bleiben, um endlich einmal die Fenster an der Wetterseite zu streichen und die Ritzen abzudichten, durch die bei Schlagregen des Wasser gedrückt wird. Wenn dann noch Geld vorhanden ist, könnten vor die einfach verglasten Scheiben nach Süden und Westen noch Doppelfenster gesetzt werden.

In dem Bauplan war die Behinderten-Toilette richtig eingezeichnet. Das Toilettenbecken war an die Rückwand der Toilettenanlage platziert. Wer hatte angeordnet, das Toilettenbecken an der Wand zum Gastraum anzubringen?

Bauzeichnung: Im Innenraum soll der Boden um eine Stufe angehoben werden, wahrscheinlich mit einer Dielenkonstruktion.
Im Außenbereich liegt der Durchgang zwischen Innenhof und Zugang tiefer, dadurch entsteht eine Stufe, die dann bis zum geplanten neuen Höhenniveau  ausläuft. 
Im Bauplan ist zu sehen, dass die Behindertentoilette richtig plaziert ist, sie wurde aber nicht so gebaut.

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11 Kommentare zu “85.000 Euro für Pflaster anheben”

  1. ich

    Baufehler zu vermeiden ist mitlerweile so einfach: http://www.meinhausplaner.de/html/traeumeVisualisieren.htm    (anklicken und dann Video starten)

    Für die, die nicht selbst bauen, sondern dafür abstimmen sollen oder müssen könnte es sehr hilfreich sein

  2. ich

    Nochmal: http://www.meinhausplaner.de/

  3. Dr. Klaus Lambrecht

    In meinen Augen ist das ein eklatanter Planungsfehler und darüber hinaus auch Geldverschwendung  – besser gesagt Steuergeldverschwendung. Man plant über ein Jahr, bekommt sogar Förderung. Anstatt erst einmal die Schwachstellen des Baues zu erfassen, wird gebaut, um dann festzustellen, was noch alles im Argen liegt. Erinnert an das Ärztehaus. Gibt es denn kein Prüfschema, was zunächst erfasst und geprüft werden muss? Für mich stellt sich auch die Frage, warum man nicht eine barrierefreie Toilette eingebaut hat, die für andere Benutzer ebenfalls zugänglich ist. So sollte nach meinem Kenntnisstand auch in Obertor 1 das Platzproblem gelöst werden.

    Die für Homberger Vorhaben fast typischen Fehler, fordern doch dazu auf nach den Verantwortlichen für solchen Pfusch zu fragen? Auch der Fördergeldgeber ist hier gefordert, oder prüft er nicht die sinnvolle Verwendung der Fördergelder?

    Vielleicht ist es untergegangen. Der Umbau hat bzw. kostet mehr als 335.000 €. Da bauen andere eine Luxusvilla für. 

  4. Phil Antrop

    Sowas kann man nur machen, wenn man unter den Rettungsschirm gekrochen ist. Wegen solcher und anderer Investitionen erhielt Homberg doch Geld vom Land – immer mit dem Hinweis, die Stadt sei ja trotz aller Sparsamkeit nicht im Stande sich selbst von den Schulden zu befreien!

    Und wurde jedesmal aufgefodert sparsam zu sein. Kotrolliert hat das bis heute keiner. Insofern tragen die Verantwortlichen bei Kreis, RP und Land, auch Bund mit all den Förderprogrammen ein gerütteltes Maß Schuld an der Steuergeldverschwendung. Hier und überall wo Steuergeld im Spiel ist !

    Dafür geht man dann Hinweisen nach, die den Eigentümer der Alten Pfarrscheune mit angeblich ungenehmigter Veranstaltungstätigkeit in Zusammenhang bringt-

    Irgendwie komisch das Verhalten der Bauaufsicht !

    siehe auch "Burgbergstube: Hohe Stufe – Niedrige Tür" im Blog

  5. Phil Antrop

    "Die jetzige Eingangstür (rechts im Bild) wird keine Durchgangshöhe von 2 Meter mehr haben."

    siehe dazu auch meinen Kommentar zum Thema Burgbergstube

    https://www.homberger-hingucker.de/burgbergstube-hohe-stufen-niedrige-tueren/#comment-130824

  6. Phil Antrop

    Ich sehe da ein weiteres Problem: Regenwasserableitung. 

    und:

    " Wenn dann noch Geld vorhanden ist, könnten vor die einfach verglasten Scheiben nach Süden und Westen noch Doppelfenster gesetzt werden."

    Also wen, dann Nägel mit Köpfen: Außenfassade sanieren und moderne Fenster die den alten entsprechen einsetzen.

     

  7. Frustrierter

    " Der Umbau hat bzw. kostet mehr als 335.000 €."

    Diese Summe muss sich jede Hombergerin und jeder Homberger auf der Zunge zergehen lassen.

    Wenn ich dem Kreis der Entscheider angehören würde, würde ich mich angesichts dieses unfassbaren Betrages für einen kleinen An- und Umbau bis ins Bodenlose schämen.

    Homberg setzt Maßstäbe – wieder einmal!

    Konsequenzen?

    Sind nicht zu befürchten bzw. werden wie immer ausbleiben.

    Homberger Modell?

    Homberger Weg?

  8. querdenker

    Eine Rampe mit leichter Steigung und ein Geländer dran zur Abgrenzung wäre auch eine Möglichkeit, kostet noch weniger.

    Aber nicht so ein Ding wie beim Ärztehaus.

  9. Homberger

    Es ist ohnehin der Wahnsinn für ein bisschen Schweinebraten solche Summen auszugeben 

    die jugendfeuerwehr, THW ,PP hätten ordentliche Jugendarbeit für das Geld machen können…

    machen sie auch so, aber soviel Geld wäre ein Traum für die Jugendarbeit in Homberg somit Familien gewesen 

    auch Sport, Musik, pp

  10. skeptiker

    Was im ersten Moment so erfolgreich und sinnvoll klingen mochte, entpuppt sich im Abgang wieder einmal als "versemmeltes" Projekt mit maßlos übertriebenen und unnötigen Folgekosten…

    Ein StaVo der womöglich zwei linke Hände hat und mit den Skizzen und Plänen der Architketen nicht viel anfangen kann, mag sein. Aber spätestens der Architekt oder die ausführenden Handwerker müssten doch hier über ihre eigene Arbeit stolpern?

    (Gerade bei dieser Stufenhöhe… )

    Wenn das Geld fließt, ist der Kreativität eben keine Grenzen gesetzt. Stattdessen wird einfach der gesamte Gastronomiebereich angehoben. Blödsinn in jeder Zeile die man lesen kann…

    Diese Planungswillkür und "Drauflosbauerei" ist für mich absolut nich nachvollziehbar. Wer baut so, oder wer würde so bauen lassen, wenn es um sein Eigentum geht? Aber auch wenn man politisch hinter solch einem Projekt steht, will man sich doch nicht nachsagen lassen "Was habt ihr denn da zusammen geschustert?"

    Die Entscheidungen, Projekte und deren Umsetzung in unserer Stadt bringen ein ganz besonderes Ergebnis mit sich; absolutes fremdschämen für unsere Kommunalpolitik von Homberg…

     

  11. Phil Antrop

    Wie ist denn der Sachstand dort? Warum unterrichtet der Bürgermeister nicht die Öffentlichkeit?

    Warum hat die FWG dafür keine Zeit?

    Wie vieles anderes auch glänzen Bürgermeister, Magistratsmitglieder und Stadtverordnete in erster Linie durch Schweigen, mangelnde Information oder legen sogar anderen Steine in den Weg.

    Parkgebühren? Bücherei-Umzug? Stand Schneider und Ulrich Areal?

    Sanierung Stadthalle – statt die Krone in ein "Kulturzentrum" zu verwandeln, was kaum ein Bürger will!

    Unfassbar was sich diese Entscheider auf Kosten der zukünftigen Generationen der Stadt bisher schon geleistet haben. Auch auf Kosten der Steuerzahler nicht nur in der Stadt!

    Die können wirklich von Glück sprechen, dass man inzwischen humaner geworden ist und solche Bräuche wie teeren und federn abgeschafft hat!

    Wer so eklatant gegen die Interessen handelt, wer als kommunale Aufsicht bis rein in die Ministerien des Landes, des Bundes und der EU dies duldet, wenn Abgeordnete aus Kreis, Land und Bund dies mittragen ohne ihre Stimme zu erheben, haben diese für meinen Begriff jedes Recht verloren als gewählter Repräsentant noch im Amt zu bleiben. Wer als Verwaltungschef auch in den Aufsichtsbehörden dies ermöglicht macht sich ebenfalls des Verstoßes gegen die Interessen der Gemeinschaft schuldig. Alle verschwenden Steuergeld und  begehen damit Untreue !

    Ab in die Ecke ! Schämt euch !

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