HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

Schluss mit lustig, jetzt wird es Ernst

<< voriger Beitrag | | zum Thema | | nächster Beitrag >>

Bild2008, das Hessentagsjahr ist vorbei.
Der Beschönigungslack und die Jubelpolitur ist ab.
Jetzt muss sich Homberg den nackten Tatsachen stellen.

Bereits am 1. Dezember 2008 erhielt der Magistrat über das Regierungpräsidium ein Schreiben des Innenministers.

Die gute Nachricht:
Homberg erhält 688.000 Euro aus dem Landesausgleichsstock wegen seiner hohen Schulden – für das Jahr 2004.

 

Die schlechte Nachricht:
zahlreiche einschneidende Auflagen!

1. In Anbetracht der abzudeckenden Fehlbeträge aus Vorjahren und der zukünftig erwarteten weiteren Fehlbeträge ist bei der Haushaltsführung wesentlich stärker als bisher auf äußerste Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit Wert zu legen. Auf Aufgaben, die nicht durch Gesetz oder Vertrag zwingend vorgegeben sind, ist weitestgehend zu verzichten. (..)

2. Die Reduzierung der Personalkosten ist als Konsolidierungsziel festzuschreiben. (…)

3. Allgemein, besonders aber bei den Gebührenhaushalten sind für die Verwaltung-, Fuhrpark- und Bauhofleistungen innere Verrechnungen vorzunehmen. (…) Die Unterabschnitte "Fuhrpark" und "Bauhof" sind jahresbezogen auszugleichen.

4. Bisher nicht kostendeckend zur Verfügung gestellte Leistungen für Bürger und Vereine müssen (…) gezielt (…) überprüft werden, ob sie zukünftig eingestellt (…) werden. Alle Möglichkeiten zu Einsparungen oder Einnahmeverbesserungen sind strikt zu verfolgen. (…)

5. Das Vorhalten von 16 Dorfgemeinschaftshäusern ist mit der finanziellen Situation der Stadt nicht vereinbar. (…)

6. Der Gebührenhaushalt "Bestattungswesen" ist jahresbezogen auszugleichen. Die Kostendeckungsgrade für das Freibad und das Hallenbad sin durch geeignete Maßnahmen deutlich anzuheben.

7. Kommunale Kooperationen sind stärker als bisher zu nutzen. (…)

8. (…) Die vorgesehenen Konsolidierungsmaßnahmen sind detailliert zu beschreiben. Die Auswirkungen dieser Maßnahmen sind für den gesamten Finanzplanungszeitraum haushaltspositionsschaft getrennt (…) darzustellen. Der Abbau der freiwilligen Leistungen ist unbedingt in die Betrachtung einzu beziehen. (…)

9. Auf neue Investitionen oder Investionsförderungsmaßnahmen, die erhebliche Folgekosten verursachen, ist zu verzichten. (…)

10. Bei anhaltender defizitärer Entwicklung ist von der Möglichkeit haushaltswirtschaftlicher Sperren (…) frühzeitig Gebrauch zu machen.

11. Über die umgesetzten Maßnahmen und ihre finanziellen Auswirkungen ist dem Regierungspräsidium Kassel bis zum 30. Juni 2009 zu berichten.

(…)

Dieser Erlass ergeht im Einvernehmen mit dem Hessischen Ministerium der Finanzen.

Druckansicht Druckansicht

8 Kommentare zu “Schluss mit lustig, jetzt wird es Ernst”

  1. Barolle

    „zahlreiche einschneidende Auflagen!“

    Nach diesem zeitlichen Vorlauf ist auch klar warum Herr Ripke sich so äußerte :
    https://www.homberger-hingucker.de/?p=1335

    Da hätten die Verantwortlichen längst ergreifen müssen !
    Aber alle Vorschläge die man hier im Hingucker lesen konnte wurden / werden ja negiert.

    Ob jetzt wieder ein „Runder Tisch“ geboren wird ? Nach diesem Motto, insbesondere dem Update:
    https://www.homberger-hingucker.de/?p=1432

    Regelt das der „Marktmeister“ wieder mal so ganz nebenbei allein?

    In Langenfeld , „da werden sie geholfen“ !

  2. avaio

    War ja klar, dass irgendwann mal die Zeche bezahlt werden muss. Nur leider trifft es die Bürger und nicht die Verantwortlichen im Rathaus.

  3. Mahner

    Aber morgen auf dem Neujahrsempfang werden die schönen Bilder des Hessentages bemüht die Misere zu überdecken. Die Geladenen werden dem Marktmeister huldigen und Friede, Freude und Eierkuchen ist angesagt. Hauptsache man ist dabei und sonnt sich in dem Glanz der „Mächtigen“. Ich bin gespannt, was wir morgen an Überraschungen hören werden, bisher war der Empfang immer der Knaller.
    Ich wünsche mir nur, dass die Besucher nicht einzeln vom Podium aus über eine halbe Stunde lang begrüsst werden. Ätzend.
    Nehmt Geld mit, vielleicht wird für die Stadt gesammelt und kostenlos Essen und Trinken wirds auch nicht geben.

  4. Mahner

    Interessant zu erwähnen ist auch, dass die Mittel für das Haushaltsjahr
    2004
    fließen sollen.

  5. Barolle

    Die ersten Sparmassnahmen hat man scheinbar schon getroffen:
    Während ein Buffet in der Stadthalle wartete, berichteten die Wetterdienste von den Gefahren für den Strassenverkehr in den frühen Morgenstunden.
    Homberg hat da scheinbar gemeint, das Blitzeis macht einen großen Bogen um die Kreisstadt.
    Und hat mal schnell gespart. Im Industriegebiet war man vorsorglich nicht tätig.

    Macht sich gut wenn es darum geht neue Investoren zur Ansiedlung zu bewegen.

    Meldung HNA -online am 17. Januar – Unfälle der Streudienst kam erst danach.
    Einen Link zus chalten bringt nichts. Die HNA wechselt die , streicht sie oder macht Kommentare durch mehrfach Artikel mit gleichem text „unsichtbar“.

  6. Barolle

    Hier ein paar Ideen um Einnahmequellen zu erschließen :
    1. „Runder Tisch“ Verleih
    2. “ Homberger MarktWasser“ – stilles Wasser von der Pferdetränke
    3. Verkehrsschilderverleih
    4. Projektberatung “ Wie beruhige ich eine Innenstadt“
    5. Verkehrsleidsysteme für Kleinstädte
    6. kommunale Schuldnerberatung – Ohne Angst vom Plus zum Minus
    7. Wie verstecke ich Fahrradboxen

    Wer macht mit neuen Ideen weiter ?

  7. Der kleine Wadenbeißer

    „Für das Haushaltsjahr 2004 ist ein Antrag auf Zuweisung aus dem Landesausgleichsstock in Höhe von 1.122.174,00 € gestellt worden. Ein Bescheid steht noch aus.“

    Nur mal so zur Erinnerung.
    Erhalten hat man rd 435 000 € weniger !!!!

    Tag 231 a. H.

  8. Der kleine Wadenbeißer

    Ist eigentlich den Bürgern, den gewählten Vertretern bewusst, dass diese Auflagen des RP noch gelten ?

    Doch bereits mit Schreiben vom 11. November 2009 ruft der Bürgermeister die Fraktionen auf, Vorschläge zu machen wo man einsparen und wo man Einnahmen erhöhen könne, denn das Haushaltssicherungskonzept muss fortgeschrieben werden.

    Quelle
    https://www.homberger-hingucker.de/?p=2293

    Fazit : Da ist jemand ganz stark “geltungsbedürftig” und wie ich schon feststellte ein “Event-Hopser”.
    https://www.homberger-hingucker.de/?p=2123

Einen Kommentar schreiben

Druckansicht Druckansicht

Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt MediendesignBeiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA. Impressum Impressum