5. Mai: Tag des Lokaljournalismus – „nah an den Menschen“?
Tag des Lokaljournalismus – Bürgerjournalismus
Den 15. Mai erklärte der Ippen-Konzern erstmalig 2025 zum Tag des Lokaljournalismus.
In diesem Jahr wird der Tag des Lokaljournalismus auf den 5. Mai vorverlegt und gefeiert. Aus der Initiative des Ippen-Konzerns ist ein groß aufgezogenes Event vieler lokaler Medien unter der Schirmherrschaft der UNESCO geworden.
Der Ippen-Konzern hält ca. 80 Prozent der Lokalzeitungen in Deutschland, er hat ein großes wirtschaftliches Eigeninteresse an dem Thema, denn die Lokalzeitungen werden weniger, die Zahl der Leser geht zurück. Dieser Initiative haben sich in diesem Jahr viele lokale Medien angeschlossen und daraus eine breite Kampagne entwickelt, die auch auf Instagram in Erscheinung tritt.
Eigenlobgesänge mit falschen Tönen – wo ist der "lokal verankerte Qualitätsjournalismus"?
Die Kommission setzt mit der Schirmherrschaft vor diesem Hintergrund ein starkes Zeichen für die Bedeutung von lokal verankertem Qualitätsjournalismus – und für die Menschen, die ihn tagtäglich möglich machen: Lokaljournalistinnen und Lokaljournalisten in Städten, Gemeinden und Regionen in ganz Deutschland. Quelle
Die HNA gibt an, mit ihrer Lokalberichterstattung zum Erhalt der Demokratie beizutragen. Das soll am Tag des Lokaljournalismus gefeiert werden. Auf vielen Kanälen wird der Lokaljournalismus als wichtiger Garant der Demokratie hervorgehoben und gefeiert.
Viel eigenes Schulterklopfen, aber bedauerlicherweise nicht die Realität. Die Realität des Lokaljournalismus sieht schlecht aus. Über das viele Eigenlob, das sich die Politik und die Lokalpresse gegenseitig spenden, vergessen sie zu erklären, warum der Lokaljournalismus einen Niedergang erlebt.
Die Leser kaufen die Zeitung nicht mehr, wenn sie darin nicht wiederfinden, was sie vor Ort sehen und hören. Wenn die Leser wegbleiben, verlieren auch die Werbekunden das Interesse.
Blinder Lokaljournalismus
Der Lokaljournalismus der Lokalzeitungen schmückt sich zum Tag des Lokaljournalismus als ein Garant der Demokratie, vor allem auf lokaler Ebene, wo die Menschen sich ihr Urteil über das politische Geschehen vor Ort machen können. Das gelingt nur, wenn sie sich informieren können. Doch daran hapert es, denn der Leserkreis ist relativ klein geworden, der Aufwand für die Informationsbeschaffung muss von der kleinen Leserschaft und den Werbeeinnahmen finanziert werden. Große Zeitungen, die bundesweit gelesen werden, können sich mehr Personal leisten.
Im Lokalen fehlt die Zeit für das Kernstück des Journalismus, die Recherche. Lokaljournalismus ist im Wesentlichen Berichterstattung. Berichtet wird, was aus dem Rathaus eingereicht wird. Es wird nicht geprüft, höchstens noch etwas beschönigter geschrieben. Schon vor Jahren erklärte ein Lokaljournalist aus dem Ruhrgebiet die Situation so: Früher hieß es "One man, one page", später "One man, fife pages". Um die Seiten zu füllen, wird alles veröffentlicht, was unterhält.
Die Feuerwehr rettet eine Katze vom Dach. Verkehrsunfälle werden meisterlich detailliert anschaulich beschrieben, mitunter bis zur Farbe der beteiligten Fahrzeuge. Aus solchen Berichten folgt nichts für die Stärkung der Demokratie vor Ort. Es wäre schön, wenn so auch einmal über die Lokalpolitik informiert würde.
Dazu müssten Informationen aufbereitet werden über die Vorhaben der Stadt. Warum die eine und nicht die andere Lösung? Wer profitiert wer verliert? Welche Alternativen gibt es? Was muss Vorrang haben, was kann zurückstehen? Wird das Versprochene auch gehalten? Wer prüft das nach?
Mit solchen Informationen kommen Debatten vor Ort zustande, so entsteht eine demokratische Kultur. Die Verfasser des Grundgesetzes hatten dieses Ziel vor Augen. Sie wollten mit der kommunalen Selbstverwaltung eine Schule der Demokratie schaffen.
1948 waren die Ämter noch in der Hand derer, die 10 Jahre vorher dem Führer die Treue geschworen hatten. Es ist nur formal gelungen, der autoritäre Geist lebt und lebt gerade wieder verstärkt auf.
Es ist leichter, in der Lokalzeitung den amerikanischen Präsidenten zu kritisieren, als den eigenen Bürgermeister. Da schweigen selbst viele Geschäftsleute aus Angst sie könnten Kunden verlieren. Der Lokaljournalismus ist blind geworden, nichts sehen, nichts hören, schweigen. Von Qualitätsjournalismus ist nichts zu finden.
Inzwischen haben die Städte ihre eigenen Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit. Das garantiert den Bürgermeistern, dass das gewünschte Bild wirklich veröffentlicht wird und die Schattenseiten nicht erwähnt werden. Im Verband der Lokaljournalisten gibt es die Klage, dass sie Presseerklärungen der Stadt erst dann erhalten, wenn sie die Stadt selbst veröffentlicht hat. Das Berufsfeld Lokaljournalismus hat seinen Glanz verloren. Pressesprecher in einer Organisation ist lukrativer.
Ein Blick in irgendeine Lokalzeitung zeigt, es gibt nur ganz selten Informationen, die sich mit der kommunalen Politik vor Ort beschäftigt. Wie groß die Diskrepanz zu den Erfahrungen der Bürger ist, und wie groß die Lücken sind, zeigt sich im Vergleich mit diesem Kommunalpolitischen Blog, der sich auf die Ereignisse einer Kreisstadt mit 14.000 Einwohnern und auf eine Fläche von 100 km² beschränkt. In den 18 Jahren des Bestehens sind darin zahlreiche kriminelle Fälle recherchiert und dokumentiert worden. Die Lokalzeitung hat nicht dazu recherchiert und nicht korrekt berichtet. Das waren keine kleinen Fälle von Eierdieben und Schwarzfahrern, das waren große kapitale Kriminalprojekte, wie sie in der folgenden Dokumentation aufgezeigt werden. Zu jedem der Fälle wurden fortlaufend tagesaktuelle Informationen veröffentlicht, die alle mit den Details nachzulesen sind.
Eine Auswahl von Fällen, die nicht von der HNA recherchiert wurden.
Asbestdachsanierung mit Kontaminierung der darunter liegenden Hallen sollte vertuscht werden, später aufwändige Sanierung, auch bei dieser auch wieder Täuschungsmanöver. Rohde von der HNA schrieb: „Prinzip der HNA ist es, den Dingen auf den Grund zu gehen, auch bei denen, die uns Informationen liefern.“ (H.Rohde)
Altreifen-Pyrolyse sollten neue wertvolle Rohstoffe liefern, wenn sie unter Sauerstoffabschluss erhitzt werden. Bürgermeister und Parteien waren begeistert. Es war ein kriminelles Vorhaben, die Firma ging zum Glück rechtzeitig in die Insolvenz.
Algenzucht versprach eine zukunftssichere Energie und Rohstoffquelle zu werden. Kleinanleger verloren ihre Einlagen, als die Staatsanwaltschaft in Berlin die Ermittlung aufnahm. Die Recherche erfolgte durch den Hingucker und nicht durch die Parteien und die Polizei.
Hessens größter damaliger Solarpark erfüllte nicht die Voraussetzungen nach dem EnergieEinspeisgesetz, er ging doch ans Netz. Der Projektentwickler verlegte sein Geschäft aus Hamburg nach Malaysia, wo er auf seiner neuen Webseite die Spendenübergabe an den Homberger Parteivorsitzenden an seinen Sportverein berichtete. Ein Leser hatte die Seite gefunden. Foto und Text stammten vom Pressesprecher der Stadt
Panzerverschrottung sollte zu einem Teil in Homberg stattfinden. Auch hier war ein Betrugsnetzwerk im Gange. Auf die Recherche bei einem international tätigen Schrottunternemen hieß es später: „Es war schlimmer als wir erwartet hatten.“
Krankenhauskauf für 1-Euro. Stadt übernimmt die Abriss- und Entsorgungskosten in Höhe von mehreren Millionen und entlastet so den Klinikkonzern. Sie hatten eine Vereinbarung getroffen, schrieb die HNA, recherchierte aber nicht weiter.
Bau eines Kindergartens auf einem Grundstück, dass ein Landwirt verkaufte und der zusätzlich für die angrenzende Fläche einen Bebauungsplan für Wohnbebauung erhielt. Die ertragreiche Fruchtfolge Weizen, Kartoffeln, Bauland, bringt eine Ertragssteigerung von mehreren hundert Prozent.
Umbau eines Amtsgerichts zu einem Ärztehaus, dessen einziges Flucht-Treppenhaus keine vorgeschriebene Rauchgasentlüftung hatte, gab die Bauaufsicht zur Nutzung frei, später musste für rund 800.000 Euro ein Fluchtwegekonzept geschaffen werden.
Die Arztpraxis wurde zu einem Medizinischen Versorgungs Zentrum (MVZ) umgewandelt, es war gemeinnützig, also ein gMVZ. Die Gemeinnützigkeit wurde vom Finanzamt anerkannt, denn die Gewinne sollten zum Schutz von Nashörnern in Namibia eingesetzt werden. Ein Fake. Die Staatsanwaltschaft Hildesheim ermittelt seit einiger Zeit wegen weiterer Delikte, wird aber noch lange daran arbeiten müssen, um das ganze Netzwerk von 56 Unternehmen zu erkennen.
Fake-Baustelle für ein kriminelles Netzwerk, das Baumaterialen bestellt, nicht zahlt und sie verschwinden lässt. Die Fake-Baustelle war in Homberg eingerichtet worden. Es entstanden bei Baustoffhändlern Millionenschäden.
Die HNA hat über die vielen Fälle nicht recherchiert und nicht zutreffend berichtet.
Andererseits hat die HNA gezielt Fakten verfälschte. Der Presserat sprach eine Rüge wegen mangelnder Sorgfalt aus:
Die HNA wandelte den Beschluss Schadenersatz einzufordern ab: Es sollte geprüft werden.
Als ein Teil der Stadtmauer einstürzte, als mit schwerem Gerät am Fuß der Mauer ein Weg angelegt werden sollte, schwieg die HNA eine Woche lang und erklärte den Einsturz mit dem Dauerregen. Nach den meteorologischen Aufzeichnungen gab es keinen Dauerregen.
So wurde der verantwortliche Bürgermeister geschützt.




