HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

2008 – 2021 Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze) – ab 2021 HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

178.000 Euro weg für Beratung, weitere 300.000 Euro sollen noch kommen

Foto: Blick vom Burgberg auf das Krankenausareal, das die Stadt für einen Euro "gekauft" hat

Die Homberger Stadtverordneten haben durch ihren Beschluss das Krankenhausgelände und die Krankenhausgebäude für den symbolischen 1-Euro "gekauft".  Es wurde vom Magistrat als zeitlich befristetes Angebot dargestellt, als ein besonderes Schnäppchen.

Seitdem sind für Beratungsleistungen 178.000 Euro ausgegeben worden. In der letzten Stadtverordnetenversammlung sind noch 300.000 Euro bewilligt worden für das obskure Vorhaben "Investoren-Suchprozess".

 
Das Schnäppchen

Was den Homberger Bürgern als Schnäppchen verkauft wurde, war ein großzügiges Entlastungsprogramm für den vormaligen Eigentümer, den Asklepios-Konzern.
Der Asklepios-Konzern war die Zahlung der Grundsteuer für die rund 35 ha los, und die Stadt verlor diese Einnahmen. Asklepios sparte Kosten für die Entsorgung des Niederschlagswassers über die Kanalisation ein, Homberg verlor diese Einnahmen.

Die Sicherung des Geländes und der Gebäude wurde zur Pflichtaufgabe des neuen Eigentümers, der Stadt Homberg. Wie sie diese neue Aufgabe jahrelang vernachlässigt hat, ist im Internet unter "Lost places" in vielen Filmbeiträgen zu sehen. Was ist in dieser Zeit an wertvollen Material aus den Gebäuden geschafft worden? In früheren Aufnahmen sah man noch großes medizinisches Gerät, das im Haus zurückgelassen wurde, wie Röntgengeräte. In neueren Filmaufnahmen ist nichts mehr davon zu sehen. Dafür die Spuren von Vandalismus, den die Stadt über Jahre geduldet hat.

Foto: Ehemaliges Krankenhaus Homberg, Vandalismus

 
"Investorensuchprozess"

Jetzt will die Stadt einen "Investorensuchprozess" finanzieren. Sie tut so, als ob die Investoren in Homberg Schlange stehen und ganz begierig sind, dieses Objekt zu kaufen und Baumaßnahmen zu finanzieren. Diesen Traum träumt nur der Bürgermeister und mit ihm  Stadträte und Stadträtinnen, sowie  Stadtverordneten aller Couleur.

Hätte das Objekt auf dem Immobilienmarkt eine Chance gehabt, dann hätte es Asklepios für gutes Geld veräußern können.
Wo gibt es Investoren, die nur darauf erpicht sind, von der Stadt eine lange Liste von Pflichten auferlegt zu bekommen?
Die Praxis sah in der Vergangenheit leider anders aus. Das Fachmarktcenter an der Ecke Kasseler Straße / Nordumgehung wurde entsprechend des "Investors" ausgewiesen und steht jetzt bis auf den Baumarkt leer. Keine Tankstelle, kein Mediamarkt mit einem mongolischen Restaurant, kein Bäckereishop, kein Getränkemarkt, kein Tierfuttermarkt.

Das andere abschreckende Beispiel ist das Einkaufszentrum. Die Stadt machte immer weitere Zugeständnisse, nur damit Wünsche von Bürgermeister und von Investors/Projektentwicklers in Erfüllung ging. Im letzten Schritt gab die Stadt noch Flächen dazu, damit in der Ziegenhainer Straße noch eine Terrasse entstehen konnte. Der Projektentwickler Schoofs hat das Projekt an den irischen Fond 'Greenman' verkauft, Schoofs ist aber jetzt selbst in Insolvenz. Ein wesentlicher Grund sei nach Information der Immobilienzeitung, dass Greenman sich von Schoofs getrennt hat. Somit ist für Schoofs die einmal gefeierte Absicht von Greenman für elf weitere Fachmarktcenter geplatzt.
 

Bauplanungsrecht bietet Gestaltungsmöglichkeiten – wenn man es nutzt

Die Stadt hat gelogen: Nur durch den Kauf könne sie bestimmen, was auf diesem Gelände geschieht.
Um die Nutzung und Gestaltung des Geländes im Sinne des öffentlichen Interesses zu gestalten, gibt es das Bebauungsplanverfahren mit umfangreichen Möglichkeiten.
Dazu musste die Stadt das Gelände nicht kaufen.

Warum haben Magistrat und Stadtverordnete der Stadt Homberg  dieses Risiko aufgebürdet?
Wer hat davon den Nutzen – außer Asklepios?
Verdient jemand heimlich mit?

 


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