HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

2008 – 2021 Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze) – ab 2021 HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

Schafe sollen Investoren weichen

Schafe auf DörnishofDas Schaf als Landschaftspfleger

Das ehemalige Gelände des Bundeswehrstandortes hat viele Freifächen außerhalb des Kasernengeländes, wie auf dem Foto das Gelände östlich des Bahndamms. Die Landschaft wird durch den Schäfer gepflegt, dessen Schafe das Gras kurz halten und den Ziegen, die aufwachsende Büsche verbeißen. Die Schafherde ist ein Landschaftspfleger, ohne sie wäre das Gelände längst zugewuchert.

Förderung von fremden Investoren
Wo jetzt die Schafe ziehen, will Bürgermeister Martin Wagner Investoren die Möglichkeit für großfläche Freiland-Solarparks schaffen. Bauwerke im Außenbereich statt auf den Dächern. Weiterer Landschaftsverbrauch statt intelligente Nutzung der Bauten auch gerade im Gewerbegebiet.
Hinzu kommt, dass die Investoren, die Landschaft in Homberg nur nutzen, weil sie noch schnell hohe und langfristig gesicherte Gewinne für ihr Kapital schaffen wollen. Das Erneuerbare Energie Gesetz (EEG) wurde nicht schnell der unerwarteten stürmischen und erfolgreichen Energiewende angepasst, deshalb versuchen jetzt findige Leute, die Reglungslücken für sich zu nutzen – auf Kosten der Stromkunden. Alle Bürger zahlen die erhöhten Strompreise über ihre Stromrechnung. Diese Gewinne bleiben nicht in der Region, sondern verschwinden in dem schon aufgeblähten Kapitalmarkt. Es gibt Hinweise, dass an dem Gelände Kapitalgeber aus Japan interessiert sind, die sich eines deutschen Partners bedienen, der nach außen auftritt.

Ende der Schäferei
Ein Solarpark auf diesen Flächen hat auch Folgen. Eine noch nicht bedachte Auswirkung: Die Schäfer verlieren ihre Existenzgrundlage. Ein örtlicher Betrieb müsste schließen, weil die zu beweidende Fläche so eingeschränkt würde, dass die Schäferei nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben wäre. Der Verlust der Schäferei würde dazu führen, dass entweder Wanderschäfer das Gelände mit pflegen müssten, die aber schon jetzt Probleme haben zwischen den Flächen zu wandern. Straßen und schon bestellte Felder behindern den Weg.
Oder: An Stelle der Schafe müssten die Flächen mit Maschinen bearbeitet werden, was hohe Kosten nach sich zieht. Wenn es keine Schäferei mehr gibt, müssen auch andere Flächen maschinell geflegt werden.

Pflege der Solarparkflächen
Es wird eingewendet, die Schäfer könnten doch zwischen den Gestellen für die Solarpanele ihre Schafe weiden lassen. Andere meinen sogar, das wäre doch ein guter Naturschutz für die Flächen. Aber Land und Natur werden durch die Baumaßnahmen gestört und verändert. Die Flächen werden verschattet und haben für die Schäfer nicht mehr den Wert wie die Flächen jetzt. Die Schäfer würde auch das Haftungsrisiko treffen, wenn etwas beschädigt würde. Auch unter dem Gesichtspunkt des Naturschutzes bringen die eingezäunten Flächen eine Verschlechterung, denn die Gebiete stellen eine Wanderungsbarriere dar.
Die Solarparkbetreiber müssen sich ein Konzept für die Pflege überlegen und die Kosten dafür aufwenden.

Die Rechnung geht nicht auf
Wagner will die Solarflächen vermarkten, um so Gewerbesteuer und Pacht für die Stadt zu schaffen. Er sprach von 70.000 Euro jährlich, die die Stadt damit einnehmen könnte. Mit diesen Einnahmen will er die Kosten decken, die durch den Abriss und Sanierung im Kasernengelände entstehen. Eine Totalsanierung des Kasernengeländes würde nach seinen Worte 12 Millionen Euro kosten. Erst in 170 Jahren würde 12 Millionen finanziert sein. Diese Zahl allein zeigt, wie illusorisch der Bürgermeister denkt. Er vermeidet es eine vollständige realistische Rechung vorzulegen, stattdessen wirft er nur einzelne Zahlen in die Runde.
Diese Rechnung geht nicht auf und bringt für die Stadt nur Verluste.

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Ein Kommentar zu “Schafe sollen Investoren weichen”

  1. Uschi

    Und was ist dasnn mit den zu erzielenden Einnahmen?
    Die muß man logischerweise auch mitrechnen!

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