HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

Neuer Homberger Schildbürgerstreich

 

An der Burgberggaststätte wurde eine neue Behinderten-Toilette gebaut, die ausreichend Platz für Rollstuhlfahrer bietet. Doch der Zugang zur Toilette ist durch zwei neu gebaute Stufen behindert, also nicht barrierefrei.

Gab es keine andere Lösung, war das die einzige Möglichkeit?

Es wäre alles viel einfacher und kostengünstiger gegangen, doch das hat anscheinend niemand bedacht.

Im gesamten Toilettenbereich wurde der Fußboden erhöht, wahrscheinlich um darunter die Rohre zu verlegen, ohne den alten Fußboden aufzustemmen. Das ist nicht zu beanstanden.

Warum wurde aber auch der Fußboden in dem Bereich der Behindertentoilette und im Vorraum angehoben? Das Toilettenbecken hätte nur an die Wand zu den anderen Toiletten angebracht werden müssen. Da ist die Rohrleitung kürzer und der Fußboden hätte nicht angehoben werden müssen.

Jetzt ist das Toilettenbecken an der Wand zum Gastraum aufgestellt worden, das bringt es mit sich, dass das Abflußrohr unter dem Raum erst zur anderen Seite zu den anderen Toiletten geführt werden muss. siehe Skizze

Planung wurde geheim gehalten

Den Stadtverordneten wurde nur eine Planung vorgelegt, die überhaupt nicht realisierbar war, da sie wieder auf dem nicht tragfähigen Hang plaziert wurde. Außerdem war das Gebäude sehr viel größer. Der Entwurf diente vor allem hohe Kosten nachzuweisen, um entsprechend hohe Förderung zu erlangen.

Hier im Homberger Hingucker wurden eine preisgünstige Alternative vorgestellt. Nur einen kleinen Küchenanbau, Personal- und Toilettenräume in die bestehende Wohnung.

Die Bürgerliste beantragte diese kostensparende Alternative zu prüfen. Das wurde abgelehnt, es würde den Bau nur verzögern.

Eine neue Planung wurde nicht veröffentlicht. Es wurde aber im wesentlichen so gebaut wie die Bürgerliste es vorgeschlagen hat.

siehe auch

Schildbürgerstreich: Behinderten-Toilette mit Stufe

Burgberggaststätte: Es wird weiter gebaut

Burgberg: Toiletten geschlossen

Homberger Verhältnisse stehen auf dem Kopf

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14 Kommentare zu “Neuer Homberger Schildbürgerstreich”

  1. Bürger 2004

    Haha, dies Wunderwerk moderner ausgefeilter architektur konnte ich mir am Tag des offenen Denkmals persönlich anschauen. Da allerdings noch ohne die beiden Stufen. Wir haben noch darüber gerätselt wie dies Problem denn gelöst werden würde. Im Innenbereich vor den Toiletten stand da noch eine Rampe, die wohl bei Bedarf aufgelegt wird …… UNGLAUBLICH

    Da sieht man mal das sich aber auch KEIN Mensch vorgelegte Unterlagen richtig anschaut geschweige denn darüber Gedanken macht. Schnell den Karl Otto drunter stezen , hauptsache man ist zum Abendessen pünktlich Zuhause….

  2. Dr. Klaus Lambrecht

    Es ist eine Schande, wenn so etwas noch gefördert wird. 
    Was sollen Menschen mit Behinderung denken? 

  3. Wähler

    Das oberste Foto spricht Bände.

    Eine Kommentierung erübrigt sich.

    Und die Behindertenbeauftragte der Stadt äußert sich wie?

    War sie in die Planung eingebunden?

  4. Phil Antrop

    Ob in die Planung und Ausführung die Behindertenbeauftragte der Stadt eingebunden war? Oder Frau Marga Fischer Homberg-Holzhausen, Behindertenbeauftragte des Kreises für den Bereich des Altkreises Fritzlar – Homberg?

    Was sagt der Leiter des Bauamtes zu dieser "Leistung"?

  5. Marga Fischer

    Bei allen Baumaßnahmen der umliegenden Gemeinden werde ich immer um eine Stellungnahme gebeten. Bei Baumaßnahmen der Stadt Homberg bin ich nie angehört worden.

    Das Treppengeländer an der Stadthalle wurde erst durch meine persönliche  Initiative angebracht.

  6. Phil Antrop

    Danke Frau Fischer.

    Das mit dem Geländer wäre Aufgabe der Homberger Beauftragten gewesen.

    Aber da klafft zwischen Titel und Aktivität wohl eine Riesenlücke. Der Magistrat kann sich beruhigt zurücklehnen: Wir haben ja eine.

  7. Phil Antrop

    Wie passend:nDa ist ja jetzt auch das "Statttheater" zu Hause.

  8. Wähler

    Auf den Punkt gebracht:

    Wundert jemand die Stellungnahme von Frau Marga Fischer, deren Ratschlag die Stadt Homberg im Gegensatz zu den umliegenden Gemeinden noch nie einforderte?

    Ach ja, die Stadt hat eine eigene Behindertenbeauftragte (…)

    Vielleicht gibt sie ihre Erfahrungen hier preis.

    Nur Mut, den braucht es für Veränderungen!

     

  9. Wähler

    Wow, das war ein spannender Wahlabend.

    Erdbebenartige Verluste usw.

    Diese Spannung wünsche ich mir bei den nächsten Wahlen in Homberg.

    Die  drittstärkste Kraft bei der Bundestagswahl wird in Homberg ersetzt durch die Partei, die bisher nur in Homberg antrat.  🙂

  10. Freya

    Herr Schnappauf, Türen zu Behinderten-WCs dürfen nur nach außen aufschlagen. Wäre dies in Ihrem Fall so, würde diese vor die Tür zur Gaststätte aufgehen. Zur anderen Seite ragt diese zwar etwas in den Flur vom Wc, hier kann man das Öffnen der Tür aber vorraussehen. Würde man das WC zur anderen Seite wechseln, hätte das Waschbecken aus Platzgründen an die rechte Seite gemusst, daher ist da keine Veränderung der Rohrführung. Die Stufe war vorher schon da, da das WC in einer ehem. Sitzecke liegt. Die Höhen hängen wahrscheinlich mit dem bestehenden Anschluss des alten WCs ab – dieses hatte auch eine Stufe von der Gaststätte.

    Ob die Lösung mit den Stufen und der Holzrampe von Dauer ist, kann ich mir nicht vorstellen. Vielleicht wurde eine nutzbare kostengünstigere Zwischenlösung gefunden. Denn wenn ich 2Stufen außen Din-gerecht barrierefrei gestalten will mit 6% Steigung und 1,50m Podest vor der Tür, dann man wahrscheinlich fast den ganzen Innenhof angeleichen.

  11. Distanzbetrachter

    Zu 08)

    Der Knüllwald hat, wie Borken,  jetzt gezeigt, wie es gehen kann, fernab der etablierten Parteien…

    Das sollte doch auch in Homberg Hoffnung machen auf Mehr…

    Abschließend noch eine "Rheinische Lebensweisheit" als das Wort zum Montag:

    Ett kütt wie et kütt und et het noch immer jot jejange…

     

  12. Phil Antrop

    Was das Podest und die Rampe anbetrifft: Die Lösung mit einer Holzrampe und Podest muss bei der Bestuhlung und Absicherung ständig berücksichtigt werden – also kann man auch gleich eine feste Bauweise anbieten.

    Tür: Es gibt Schiebetüren die sogar "abgerundet" sich öffnen lassen. Siehe Zugtoiletten im Cantus.

    Waschbecken: Die Rohrleitung hätte man durchaus auf Putz legen können, da sie eine wesentlich kleineren Durchmesser hat. Sie müsste also nicht unter dem Fussboden verlegt werden.

    "Die Stufe war vorher schon da, da das WC in einer ehem. Sitzecke liegt."

    Also hat man diese Bauweise bewusst gewählt. Ohne jedoch vorher Bauzeichnungen vorzulegen. Ähnlich wie bei Ärztehaus, KitA und JuZe.

    Fazit : Man macht was man will. 

  13. Delf Schnappauf

    zu 10: Außer Drehflügeltüren sind auch Schiebetüren eine Lösung. siehe hier DIN18040-1-tueren

    Der Podest der ehemaligen Sitzecke ist doch nun wirklich kein Argument, das kann abgebrochen werden, so dass die Fläche ein Niveau hätte. Für ein Waschbecken ist die Abflussleitung leicht als Vorwandmontage auszuführen.

    Wie sieht es mit den anderen Normen für behindertengerechte WCs aus? Höhenverstellbarkeit, Notruf usw.?

  14. skeptiker

    Ich bin ein guter Freund von Veränderungen, die etwas bestehends verbessern oder vereinfachen sollen. Was sich allerdings dabei gedacht wurde, ist mir immernoch ein Rätsel… 

    Schön ist, dass das das Toilettenproblem endlich in Angriff genommen wurde. Diese an das vorhandene Toilettensystem mit am Gastraum anzubinden hat mir auch gefallen. Die Umsetzung scheint aber eher schnell, günstig und nicht richtig durchdacht zu sein…

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