HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

Besucherströme im Rathaus?


Der Magistrat hat einen Entwurf für den Haushalt 2019 vorgelegt. Darin sind alle Ausgaben aufgeführt, für die er im kommenden Jahr Geld ausgeben möchte. Am 14. Dezember 2018 soll in der Stadtverordnetenversammlung darüber beraten werden.

In den letzten 15 Jahren war die Belebung der Innenstadt ein ständiges, zentrales Thema. Anfänglich wurde gehofft, mit einem Einkaufzentrum am Markt würde ein Magnet geschaffen, der die Menschen in die Innenstadt zieht. Dann sollte der Umbau des Amtsgerichts zu einem Ärztehaus für Belebung sorgen. Diese Belebung sollte auch der Altstadtkindergarten bringen, selbst die Arbeitsagentur am Busbahnhof sollte solche Anziehungskräfte entwickeln.

Aus den Erläuterungen zum Bürgerbüro liest man im Haushaltsplan nun, welch Probleme die Besucherströme dort verursachen, so dass geordnete Bearbeitung der Anliegen nicht gewährleistet ist. Ab es scheint Abhilfe in Sicht zu sein.

Steuerung der Besucherströme über eine moderne  computergesteuerte Aufrufanlage

Derzeit ist im Bereich des Bürgerbüros kein Aufrufsystem vorhanden. Wartezeiten können durch die Bürger nicht abgeschätzt werden und eine geordnete Bearbeitung der Anliegen ist nicht gewährleistet.

Die Besucher des Bürgerbüros sollen die Möglichkeit bekommen, eine Wartemarke mit Auswahl eines der drei Themenfelder "Bürgerbüro", Kindergarten und Gemeinwesenarbeit anzufordern. Eine Aufzählung der dem jeweiligen Themenfeld zugeordneten Dienstleistungen ist auf einem Auswahlbildschirm mehrsprachig dargestellt.

Über Bildschirme erfolgt später der Aufruf in das Büro des zuständigen Sachbearbeiters.

Durch die neue Anlage wird eine zügige und geordnete Bearbeitung der Anliegen, vor allem in stark frequentierten Zeiten gewährleistet.

Den Besuchern verschafft die Aufrufanlage Orientierung und verhindert übermäßige Wartezeiten, eine dadurch erreichte Straffung der Arbeitsabläufe soll vor allem zu mehr Kundenorientierung führen.

Eine Erweiterung des Systems auf andere Fachbereiche wie z. B. Standesamt oder Gemeinschaftskasse (Infrastruktur vorausgesetzt) wäre genau so möglich wie automatisierte Terminvergaben

Quelle, Seite 115

Dieses Aufrufsystem soll 15.000 Euro kosten.

Wie haben es die Mitarbeiter in der Vergangenheit geschafft, die Anliegen zu bearbeiten, und wie konnten sich die Besucher überhaupt in dem Rathaus orientieren? Es gab Zeiten, da wohnten 1.000 Einwohner mehr in Homberg.

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16 Kommentare zu “Besucherströme im Rathaus?”

  1. Bürgerin

    Oh heiliger Computer, du wirst alle Probleme lösen!

    Ströme von Besuchern habe ich noch nicht im Bürgerbüro erlebt.

    Manchmal war es aber unmöglich, eine kurze telefonische Auskunft zu bekommen. Ein Email an das Bürgerbüro war auch nicht möglich, keine Email-Adresse. Nur über die Email-Adresse des Rathauses konnte ich mein Anliegen vorbringen, und die Antwort von dieser Stelle war dürftig.

    Ob eine teuere Computer-Anlage die Probleme löst?
    Mich beschleichen leise Zweifel.

    War die Bearbeitung der Anliegen bisher ungeordnet?
    Wenn ich eine Wartemarke ziehe, steht da auch mehrsprachig drauf, wie lange die Wartezeit sein wird?

  2. Opa

    Naja, ob in Krankenhäusern oder der Zulassungsstelle, zunächst muss ich  die Wartemarke ziehen.

    Vielleicht will die Homberger Verwaltung mit der Zeit gehen.

    15.000,-€ sind doch für Homberg ein Klacks.  🙂

    Besucherströme sind jedoch eine denkbar schlechte Begründung. Immer wenn ich mich im Bereich  Untergasse, Westheimer Str., Marktplatz oder Rathaus aufhalte, ist nichts los.

    Irgendwie müssten die Besucherströme auch mal auf der Straße zu sehen sein    

  3. Frustrierter

    Optimierung der Geschäftsabläufe im Sinne einer effektiveren Verwaltungsarbeit (…)

  4. Scherzbold

    15.000,00 € ( in Worten fünfzehntausend ) = ca. 1 € für jeden Homberger Einwohner (Eltern zahlen für ihre minderjährigen Kinder ).

    Da fallen mir ganz andere Beträge ein, die die Homberger auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, belasten. Über die unsinnigen schweige ich in der Adventszeit, da sie bekannt sind.

    Ich schlage vor, dass von den 180.000 € von der Fa. Schoofs für den Umbau Drehscheibe 15.000 € zweckentfremdet abgezweigt werden. Das ist doch in der Politik nicht unüblich.  🙂

  5. Phil Antrop

    Gibt es denn belastbare Zahlen, wie hoch die "Besucherströme" sind?

    Wann sie auftreten (Tag, Stunde)?

    Welche Fragen zu bestimmten Zeiten an die Mitarbeiter des Bürgerbüro gestellt werden?

    Wie hoch die Wartezeiten der Bürger sind?

    Welche Ersparnis die Stadt erzielt?

    Welche Folgekosten diese Anlage verursacht? ( Betrieb mit Strom und Zetteln, Wartung, Pflege, Reparatur, Zinsen )

  6. Hombergerin

    Die ganzen Zahlen die in diesem Haushaltsplan drin stehen, sind doch sicher zum Großteil noch nie in einer Sitzung besprochen worden. Hier sollen Geldsummen genehmigt werden, damit die Stadt Homberg freie Fahrt hat im nächsten Jahr deren Pläne um zu setzen. Die Stadtverordneten haben danach sehr große Schwierigkeiten, die dann vorgelegten Pläne nicht zu genehmigen, da Sie ja die Investitionssummen schon genehmigt haben.
    Aber wie auch immer, sollten Projekte doch nicht durchgesetzt werden, kann man ja die Gelder die am 14.12.18 genehmigt werden, für andere Projekte umschreiben, damit diese dann gebaut werden können.
    Somit schließt sich dann der Kreis wieder.
     

  7. Germanist

    Welche tiefe Bedeutung hier in einzelne Worte aus Schriftstücken der Verwaltung gelegt wird ist schon fabelhaft. Gemeint dürfte doch sein, dass die Besucher wissen sollen, an welchen Schalter sie gehen sollen und wie lange es dauert. Wenn bei Einigen stattdessen das Bild einer Völkerwanderung entsteht, dann entsteht das glaube ich eher in deren Köpfen. Ich erinnere mich, dass hier die Arbeitsbelastung der Verwaltung schon kritisiert wurde. Jetzt wird Abhilfe vorgeschlagen und verlässlich gibts wieder Anlass sich aufzuregen.

  8. Phil Antrop

    Deswegen meine sachlichen Fragen. Nur weil es einer behaupte,t müssen ja nicht alle gleich begeistert sein. Ist das Geld erst mal verbraten, schaut man dann blöd aus der Wäsche. Ich erinnere nur an die geplante Bautätigkeit auf dem Burgberg samt einer Betonplatte für 14 oder 15.000 €. Das Geld ist weg und der Stadt ist ja laut einer einzelnen Person kein Schaden entstanden. Oder die missratene Barrierefreie Toilette auf dem Burgberg. Und. Und. Und. 

    Immer wieder wurde hier im Blog vorher gewarnt, wurde die teilweise verschwenderische Ausgabenpolitik aus unser aller Steuergeld erinnert.

  9. Realschüler

    Germanist

    Sie bemühen den Konjunktiv.

    "Gemeint dürfte doch sein…."

  10. Weggezogener

    Wenn man denkt alle Mittel der Satire sind ausgeschöpft, dann kommt die Stadt um die Ecke und haut wieder einen Lacher raus, bei dem man gar nicht glauben kann wie sie das vorschlagen konnte ohne dabei selbst vor Lachen vom Stuhl zu fallen. Ich glaube es gibt da einen Wettbewerb beim Betriebsausflug zu geselliger, fortgeschrittener Stunde, der da heißt: „Kommt Jungs, womit verarschen und demütigen wir unsere Bürger im kommenden Jahr“.

    „Derzeit ist im Bereich des Bürgerbüros kein Aufrufsystem vorhanden. Wartezeiten können durch die Bürger nicht abgeschätzt werden und eine geordnete Bearbeitung der Anliegen ist nicht gewährleistet.“

    Als ich das letzte Mal im Bürgerbüro war, und ich meine damit auch wirklich das allerletzte Mal, denn das muss ich mir wirklich auch nie wieder antun, da sah das Ganze so aus: Im Bürgerbüro saß vorne eine Mitarbeiterin die im Gespräch mit einem Bürger war. Hinten im Raum, war eine Mitarbeiterin, die kein „Publikum“ bediente, sondern irgendwelche anderen Sachen erledigte und mit einem städtischen Mitarbeiter sprach. Wahrscheinlich ist das die Mitarbeiterin, die auf das Telefon aufpasst, damit da auf keinen Fall jemand rangeht. Die Warteschlange an der Tür, die zu diesem Zeitpunkt aus einer jungen Mutter und dann mir Bestand, war für sie deutlich zu erkennen. Und auch wir hätten sofort erkannt, wenn sie auch nur das kleinste Zeichen gegeben hätte, dass der Nächste zu Ihr nach ganz hinten durchgehen soll.

    Da das aber nicht der Fall war, war die Situation auch sehr einfach und ohne Elektronik für alle zu verstehen. Wir haben ein Bürgerbüro in dem eine Mitarbeiterin die Kunden abfertigt und eine andere, die das Telefon gegen abheben verteidigt. Und wir haben draußen vor der Tür eine Warteschlange, bei der jeder weiß wer vor ihm dran ist. Nachdem ich dann so ca. 15 Minuten gewartet habe, sich noch eine weitere Bürgerin in die Warteschlange einreihte sah es irgendwie immer noch nicht so aus, dass das da drin zu einem Ende kommt. Die zweite Mitarbeiterin hatte in dem gesamten Zeitraum das Telefon bewacht und, da der Kollege inzwischen weg war, begonnen ihre Online Fortbildung „Service am Kunden – ein total überschätztes Phonemen“ abzuarbeiten. Da noch eine Kundin vor mir war, konnte ich sehr schnell, ohne weitere elektronische Unterstützung, meine voraussichtliche Wartezeit abschätzen. Selbst die beste Prognose meiner Schätzung konnte mich nicht hoffen lassen, dass ich drankomme bevor ich meinen nächsten geschäftlichen Termin verpasse. Ich bin dann gegangen und zwar ohne Wehmut.

    Was es bringen soll Wertmarken mit drei verschiedenen Themenfeldern zu ziehen, wenn sowieso nur eine Person da ist, die das abarbeitet ist mir nicht ersichtlich. Oh, doch. Vielleicht kann man dann noch ein bisschen Unfrieden im „Publikum“ schüren, wenn das merkt, dass es noch nicht mal mehr nach der für jeden überschaubaren Schlange im Eingangsbereich geht.

    Überlastet oder nicht. Kann alles sein. Das was ich gesehen habe ist eine Frechheit und hat eine katastrophale Außenwirkung. In jedem Unternehmen hätte man versucht die internen Sachen nach hinten zu stellen und zuerst die Kunden zu bedienen. Aber wir haben hier kein Unternehmen sondern eine wirklich katastrophal geführtes Bürgerbüro und das wird auch kein Nummernsystem wie beim Schlachter bei Herkules ändern. Ein müder Versuch eines Verwaltungschefs ein Problem anzugehen ohne den Mut zu haben, das Problem wirklich lösen zu wollen.

  11. Delf Schnappauf

    zu 4: Die Firma  Schoofs hat noch nicht ihren vertraglich vereinbarten Anteil bezahlt. Das liegt aber nicht an Schoofs sondern an der Stadt, die diesen längst fälligen Betrag noch nicht abgefordert hat, wie Bürgermeister Dr. Nico Ritz auf meine Frage in der Bürgerversammlung sagte.

    Bleibt die Frage an die Juristen: Liegt hier Untreue vor, wenn Gelder, die der Stadt zustehen, vom Bürgermeister trotz Fälligkeit monatelang nicht angefordert werden. Oder ist das eine Begünstigung des Zahlungspflichtigen?

  12. Scherzbold

    Was es ist, sollen die Juristen beurteilen.

    Auf jeden Fall kann ich es nicht verstehen. Die Grundsteuer und sonstige Abgaben zieht doch die Stadt berechtigterweise auch pünktlich ein. Warum nicht die vertraglich vereinbarten Leistungen mit der Fa. Schoofs?

     

  13. Scherzbold

    zu 10

    Beim LIDL schallt es durch den Lautsprecher:

    Liebe Kunden, Kassen vier wird geöffnet.   🙂

  14. Zugezogener

    Ich wohne nun schon etliche Jahre in Homberg.

    Während dieser Zeit suchte ich einmal das Bürgerbüro auf, um mich anzumelden.

    Nicht ganz: hin und wieder musste ich gelbe Säcke holen.

    So, jetzt schaue ich nach, wann der Personalausweis abläuft. Das wird voraussichtlich der zweite amtliche Besuch werden.

    Anmerkung: Ich wurde damals freundlich bedient. Bei Beschwerden plädiere ich für eine sofortige Rücksprache mit dem Dienstvorgesetzten. Sonst sehe ich die Gefahr einer Verallgemeinerung, die der Mehrheit der Mitarbeiter einer Behörde nicht gerecht wird.

     

  15. Opa

    Jeder Mitarbeiter einer Behörde spiegelt den Durchschnitt einer Gesellschaft wider.

    Freundliche wie unfreundliche Mitarbeiter finde ich bei Behörden, bei Banken, an Rezeptionen der Arztpraxen, im Baumarkt, sogar in Restaurants u. v. m. 

    Eine Ausnahme finde ich beim singenden Frisör im Osterbach.  🙂

    Die Deutschen waren und sind nicht die Dienstleister schlechthin.

    Ihre Stärken liegen auf anderen Gebieten.

  16. AnwaltsLiebling

    Delf Schnappauf

    Meine Antwort als Nichtjurist:

    Eine Untreue gemäß § 266 StGB würde ich verneinen. Der Vorsatz wird nicht nachzuweisen sein.

    Auch schließe ich aus, dass das Verhalten des Bürgermeisters in diese Richtung zielt.

    Dass Herr Bürgermeister den Zahlungspflichtigen begünstigt, mag schon sein.

    Keinesfalls jedoch liegt eine Begünstigung im Sinne des § 257 StGB vor.

    Ich hoffe, der Bürgermeister ist zufrieden mit der rechtlichen Würdigung eines juristischen Laien, zumindest was das Studium betrifft.

    Ich reihe mich allerdings in den Kreis derer ein, die für eine konsequente Durchsetzung vertraglicher Vereinbarungen eintreten!

    Für unseren Volljuristen an den Verwaltungsspitze sollte dies ebenfalls eine Selbstverständlichkeit sein.

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