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Giftunfall: CTL-Gutachten ist nur die Freigabemessung

Am 22. 2. 2011 nahm der CTL-Vorstand Erich Wietzel zu dem Unfall vom 16.2.2011, 00:15 Stellung, sechs Tage nach dem Unfall. Dazu heißt es in der HNA:

Weil die Feuerwehr bei bei ihren Messungen an Grenzen gestoßen sei, habe man einen Sachverständigen aus Höchst angefordert. "Erst als das Ergebnis jetzt vorlag, konnten wir an die Öffentlichkeit gehen", sagte der Vorstand.

Das Unternehmen hatte selbst einen Sachverständigen angefordert, der den Chemieunfall beurteilen sollte. Der Gutachter stellte fest, dass eine erhöhte Konzentration des Stoffes nur unmittelbar an den Gegenständen gemessen wurde, die mit der Substanz in Verbindung gekommen waren. HNA 22.2.2011

Auf der Homepage von CTL sind das Gutachten und eine Unfall-Darstellung von CTL veröffentlicht. Danach wurde der Gutachter herangezogen, um die arbeitsmedizinischen Voraussetzungen für die Freigabe nach dem Unfall zu erhalten. In der Darstellung, die nicht datiert ist, heißt es:

CTL selbst musste sich dann um die sog. Freigabemessung kümmern. Dabei handelt es sich um eine Messung der Konzentration des Gefahrstoffes Phenylmercaptan aus arbeitsmedizinischer Sicht, (…)
Über den arbeitsmedizinischen Dienst Kassel/Gießen gelang es uns gegen 11:00 Uhr am 16.02.2011, die Firma Infraserv Logistics GmbH, Industriepark Höchst in 65926 Frankfurt am Main, für die Durchführung dieser Freigabemessung zu beauftragen. Der Sachverständige der Firma Infraserv, Herr Höres, war dann gegen 14:00 Uhr in Homberg und führte auf unserem Betriebsgelände sowie in unserer Halle und Büro die erforderlichen Freigabemessungen durch.

Das Gutachten war notwendig, um den Betrieb in den Hallen wieder aufzunehmen, es war kein Gutachten über die Gefahrenlage zum Zeitpunkt des Unfalls. Elf Stunden nach dem Unfall, als die Helfer in der Stadthalle noch alle Hände voll zu tun hatte, kümmerte sich der CTL-Vorstand darum, den Betrieb wieder aufzunehmen.

Der Gutachter sollte nicht den Chemieunfall beurteilen, er wurde auch nicht herangezogen "weil die Feuerwehr bei bei ihren Messungen an Grenzen gestoßen sei." Diese Behauptungen sind falsch, wie aus der Darstellung der Firma hervorgeht.

Das Gutachten wurde am 17. 2. 2011 erstellt, trotzdem sagt Wietzel "Erst als das Ergebnis jetzt vorlag, konnten wir an die Öffentlichkeit gehen." in der HNA-Ausgabe am 22. 2.2011. Diese Aussage wird demnach wohl am 21. 2. 2011 gemacht worden sein, vier Tage nach dem Gutachten.

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