HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

Einkaufszentrum im Zeitplan?

 
Am 23. Februar 2017 war in den SEK-News zu lesen:

Die Firma Schoofs Immobilien GmbH Frankfurt startet die Bauarbeiten auf der „Drehscheibe“ in der Kasseler Straße in Kürze.

 Das war vor gut zwei Jahren.


Der Zeitplan – über Jahre sehr elastisch


  Im Extra-Tipp vom 8. Juni 2019 ist unter der Überschrift "Alles im Zeitplan" zu finden:

Die Umsetzung des Einkaufszentrums "Drehscheibe" an der Kasseler Straße in Homberg liegt zeitlich und wirtschaftlich voll im Plan:

Dazu heißt es, Schoos Immobilien GmbH Frankfurt habe alle notwendigen Grundstück erworben und bezahlt.
Extra erwähnt wird, dass die Grundstückskäufe bezahlt wurden. Warum diese Meldung?
 

2015
        September:  Einkaufszentrum könnte 2017 eröffnen
        November: Ritz: Wir müssen aufs Tempo drücken.

2016
        Ostergeschäft 2018 nur schwer zu halten
        September: Einkaufszentrum macht erst Ende 2018 auf.

2017
        März, Abriss für ein neues Einkaufszentrum startet, Arbeiten beginnen Ende April
        November: Einkaufszentrum eröffnet erst Ende 2019

2018
        Januar: Ende Januar könnte mit Abriss begonnen werden.
        Februar: Abrissarbeiten können im März beginnen.
        April: Vor Mai kann mit Abriss nicht begonnen werden
        Mai: Einkaufszentrum eröffnet erst  2020
        November: Abriss beginnt


Wirtschaftlich im Plan?

7500 Quadratmeter Verkaufsfläche sollen entstehen. Baukosten mehr als 27 Mio. Euro. Das wären 3.600 Euro/qm. Vor Jahren noch wurde von mindestens 15 Mio. Euro die Rede. Wie können solche Kostensteigerungen wirtschaftlich in den Plan passen?
Die Zahl der Parkplätze schwankte von 320 bis jetzt ca. 250. Diese große Parkplatzfläche stellt dann die neue Homberger Mitte dar, unter der sich unterirdisch der größte Teil der Verkaufsflächen befinden soll.

Schoofs ist nur Projektentwickler. Schoofs macht sein Geschäft damit, dass er das Projekt zu irgend einem Zeitpunkt an Investoren verkauft, natürlich mit Gewinn. Deshalb sucht Schoofs auch immer Investoren. Auf der Homepage von Schoofs steht:

Invest
Sie möchten in qualitativ hochwertige und werthaltige Handelsimmobilien investieren? Wir pflegen einen persönlichen Kontakt zu unseren Investoren und arbeiten mit ihnen im Rahmen des Vertriebsprozesses vertrauensvoll zusammen. Gerne auch mit Ihnen! Sollten wir Ihr Interesse geweckt haben, wenden Sie sich gerne an uns.
Aufgrund der Qualität unserer Arbeit können wir unsere Objekte meist schon während der Projektierungs- und Realisierungsphase veräußern – sprechen Sie uns bei Interesse auf ein Projekt an!  Quelle

Investoren rechnen längerfristig und müssen die Risiken auch längerfristig betrachten. Bei Handelsimmobilien finden rasante Veränderungen statt. Der Handel ist selbst im Umbruch. Das Risiko für eine Fehlinvestition ist groß, es sei denn, jemand braucht ein Projekt, das als Verlustrechnung genutzt wird.

Auffällig ist, dass die Meldung vom 8. Juni 2019 nicht in der HNA, sondern im Extratipp erscheint. Es ist kein Autor genannt und kein Autoren-Kürzel angegeben. Das sieht nach einer PR-Meldung von Schoofs aus, nicht nach einem eigenen Beitrag.

Schnittzeichnung: Rechts die Ziegenhainer Straße mit dem Haupteingang. Der lange Rollsteig führt 5 Meter hinunter, wo die meisten Verkaufsflächen liegen, die kein Tageslicht haben und künstlich beleuchtet werden.
 

Unterirdisch

Aus Gesprächen in Homberg wird deutlich, dass sich viele Homberger noch gar nicht vorstellen können, wie dieses Einkaufszentrum einmal aussehen wird. Die Fotos zeigen oft den Eingangsbereich von der Ziegenhainer Straße. Von dort geht ein langer Rollsteig in die Tiefe zu dem Mittelgang, an dem die Verkaufsflächen liegen. Am Ende des Ganges geht es zu dem Parkplätzen des jetzigen Rewe-Geländes. Lediglich Aldi ist oben über den Parkplatz zu erreichen.

Das Parkplatzgelände für jetzt nur noch 250 Autos ist eine zentrale Betonwüste. Dieses Projekt widerspricht den schönen Worten vom klimagerechten Bauen, es ist das Gegenteil. Der Bau ist auch nicht nachhaltig, so wie es die Gesellschaft für nachhaltiges Bauen definiert. Es ist keine Folgenutzung möglich, wenn die Verkaufsflächen nicht mehr wirtschaftlich sind. Wer will schon in die Räume ohne Tageslicht?

Bei Einkaufszentren werden heute ganz andere Anforderungen gestellt. Das Projekt ist veraltet und kann sich über kurz oder lang als Fehlplanung herausstellen, so wie jetzt am Fachmarktcenter in der Kasseler Straße/Nordumgehung die Planung nicht in allen Teilen umgesetzt wurde.

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