Asbest: Vom Segen zum Fluch

Bis in die 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde Asbest wegen seiner besonderen Fasereigenschaften in sehr vielen Produkten eingesetzt. Der Handelsname Eternit, wird bis heute als Synonom für Asbest im allgemeinen Sprachgebrach verwendet. Asbest galt als "Wunderfaser".
Gefahrstoff Asbest
Asbest ist krebserregend und ist deshalb als Gefahrstoff mit hoher Gefährlichkeit eingestuft. Bereits 1943 wurde die Lungenkrebs als Folge von Asbestbelastung als Berufskrankheit anerkannt. Aber erst 50 Jahre später, 1993 wurde die Verwendung von Asbest in Deutschland verboten.
Asbestbaumaterialen sind am bekanntesten und am weitesten verbreitet. Solange sie nicht beschädigt werden, geht von ihnen keine Gefahr aus. Sie unterliegen aber einer Verwitterung, Fasern lösen sich ab, werden aber zum größten Teil mit dem Regen abgespült. Gefährlich wird es erst dann, wenn sie abgebaut werden oder sonst mechanischem Abrieb ausgesetzt sind.
"Eternitplatten" weit verbreitet,
Wenn man durch die Städte und Dörfer geht, findet man noch sehr zahlreich Fassaden mit "Eternitplatten" oder Dächen von Hallen und Schuppen mit Wellasbestplatten. Gerade im Dorf kann man sie auch im Einsatz zum Abdecken von Feuerholz oder andern Gegenständen finden, selbst als Beeteinfassung. Mitunter wollen es Hausbesitzer auch besonders gut machen und kärchern die Platten ab. Das ist gefährlich, weil dadurch viel Fasern freigesetzt werden, deswegen ist das auch verboten. Der leichtfertige Umgang zeugt davon, dass die Gefährlichkeit des Asbests noch viel zu wenig bekannt ist.
Wo Asbestplatten entfernt werden sollen, darf das nur durch einen zugelassenen Fachbetrieb geschehen, der die besonderen Sicherheitsvorkehrungen beachtet. Das ist zwar teurer, der Verlust der Gesundheit ist noch teuere.
Ein Baustoff, der einmal als ideales Material, als Segen empfunden worden war, wird jetzt zum Fluch, er gefährdet die Gesundheit und die Demontage und Entsorgung wird teuer.
Auch bei den Behörden scheint noch nicht überall die Gefährlichkeit bekannt zu sein oder wird noch zu wenig beachtet. Dies zeigten wiederholt Magazinsendungen im Fernsehen.

Beispiel eines verantwortlichen Umgangs
Einen verantwortlichen Umgang mit Asbestbelastung wurde im Februar in Berlin veröffentlicht. In der Staatsbibliothek wurde in Wischproben Staub gefunden. Die Luftmessungen ergaben keinen Befund. Wo aber Staub liegt, kann dieser bei der Nutzung auch aufgewirbelt werden. Die Verantwortlichen handelten und sperrten die gesammte Staatsbibliothek für lange Zeit.
Fotos: GNU Free Documentation License

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