HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

Bestürzender Blindflug bei Bauprojekt

  
"Hierüber wird demnächst im Magistrat beraten."  Das ist die sterotype  Antwort auf die Fragen der Bürgerliste zum Umbau der Engelapotheke.
 

Wie ist diese Antwort zu interpretieren?

1. Als Abwehr:
Die Bürger und ihre Vertreter sollen möglichst wenig darüber erfahren, wie der Magistrat mit den Steuergeldern umgeht. Das entspricht nicht der Hessischen Gemeindeordnung.

Der Magistrat will sich nicht in die Karten schauen lassen. Er verweigert mit diesen Floskeln die inhaltliche Antwort.
Damit unterlaufen der Magistrat und der Bürgermeister Regeln einer ordnungsgemäßen Verwaltungsführung.
 

2. Als fachliches Versagen:
Zum Beispiel kann der Magistrat nichts zu der Frage nach den Stellplätzen für die Nutzer der ehemaligen Engelapotheke sagen. Dabei gibt es eine Stellplatzordnung, in der festgelegt ist, wie viele Stellplätze bei den unterschiedlichen Formen der Nutzung nachgewiesen werden müssen. Die Satzung der Stadt gilt auch für die Stadt.
Wenn der Magistrat erst demnächst darüber beraten will, dann heißt das, der Bau wurde ohne ausreichende Planung begonnen. Das Ergebnis sehen wir jetzt. Der Magistrat hat sich keine Gedanken über die Stellplätze gemacht, sich nicht überlegt, ob der Bedarf für zwei 170 qm große Wohnungen besteht, wie die Differenz zwischen der Kostenmiete und der Marktmiete zu finanzieren ist. Der Magistrat und sein Sprecher, der Bürgermeister, haben nicht überlegt, wer die Wohnungen mieten darf, die letztlich nur vermietbar sind, wenn die Stadt die Finanzierungslücke übernimmt.
 

Der Blindflug bei den Bauprojekten scheint ein durchgängiges Prinzip zu sein, wenn die Stadt als Bauherr auftritt.

Drei Beispiele

 
Burgberg-Küchenanbau

– Bei dem Küchenanbau für die Burgberggaststätte wurde schon unter Bürgermeister Wagner mit einem Bau begonnen. Der Bau musste letztlich wegen falscher statischer Berechnung  gestoppt werden und blieb liegen .

– Die zweite Planung für den Küchenanbau berücksichtigte nicht die Hanglage, die nur mit einer sehr teuren Gründung möglich wäre. Die Planung wurde verworfen.

– Gebaut wurden 28 Quadratmeter Raum aufgeteilt zu je 14 qm auf zwei Ebenen. Dass das die teuerste Lösung ist, wurde ignoriert. Bis heute hat auch das für die Fördermittel zuständige hessische Umweltministerium diese Diskrepanz zwischen dem kleine Bauvorhaben und den hohen Kosten von 240.000 Euro nicht erklären können. Das hessische Umweltministerium schweigt dazu.
 

Multifunktionshaus
– Im ehemaligen Supermarkt Marktplatz 15 sollten zahlreiche Vereine untergebracht werden. Eine Handskizze wurde als Plan vorgelegt. Nach der bisher bekannt gewordenen Planung soll der Anbau abgerissen werden durch eine kleinen Bau ersetzt werden. Der größte Teil der Räume soll in einem benachbarten Haus (Holzhäuser Straße 3) eingerichtet werden.

– Diese Projekt ist im Zeitplan schon über ein halbes Jahr zurück und noch immer ist nicht abzusehen, wie wirklich gebaut werden soll.
 

Engelapotheke

– Nach der ersten vorgelegten Planung sollte der Umbau rund 800.000 Euro kosten. Der Anbau wurde abgerissen. Danach wurden die Kosten mit 4 Mio. Euro angegeben. Wo sie tatsächlich liegen, ist bisher noch nicht bekannt. Vielleicht sollen die Bürger nicht erschreckt werden.

– Es gibt kein Konzept, wie die Baukosten refinanziert werden. Die Vereine erhalten die Räume kostenlos, wie aus der Antwort des Magistrats zu ersehen ist. Die Stadt trägt damit die Kosten für die Vereine, ohne dass eine solche Vereinsförderung beraten und genehmigt worden ist. Alle anderen Homberger Vereine könnten sich auf diese Vereinsförderung beziehen, wenn sie selbst einmal Bedarf haben.

Der Blindflug bei den Bauprojekten zeigt, dass der Homberger Magistrat nicht verantwortlich mit den Steuermitteln umgeht und anscheinend überhaupt nicht in der Lage ist, in den Dimensionen Investition, Refinanzierung und Folgekosten zu denken. Es gibt nur den Blick auf neue Fördermittel, weiter reicht der Horizont nicht. So kann eine Stadt abgewirtschaftet werden.

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Ein Kommentar zu “Bestürzender Blindflug bei Bauprojekt”

  1. Kohlkopf

    herrgottchennochmal, freut Euch der Dummheit, mit der kann man immer rechnen!

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