HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

2008 – 2021 Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze) – ab 2021 HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

Eine Zukunft für das Gebäude der Homberger Gasanstalt

Gasanstalt 19041904 wurde am heutigen Davidsweg die Homberger Gasanstalt erbaut. Zuletzt diente sie als städtischer Bauhof.

Die Altlasten der Gaserzeugung
Die Gasherstellung im letzten Jahrhundert hatte hohe Schadstoffbelastungen zur Folge. Gaswerke gelten deswegen als hoch belastet und auch das Homberger Gaswerk sollte deswegen im Rahmen der vom Land finanzierten Altlastentsorgung abgerissen werden. Der Abriss und die Sanierung der Fläche würde 1,1 Millionen Euro kosten, die zu einem großen Teil vom Land bezahlt würden. Für die Stadt blieben Kosten von 495.000 Euro. Diese Mittel sind im diesjährigen Haushaltsplan genehmigt.

Neue Einsichten, neue Möglichkeiten
Die Bauabteilung hat die bisherigen Gutachten hinterfragt, mit den zuständigen Behörden gesprochen und ist zu einer neuen Bewertung gekommen. Ein Abriss des Gebäudes ist nicht notwendig. Bisher durfte es nur als Bauhof benutzt werden. Jetzt ist auch eine höherwertigen Nutzung zulässig. Die schon 2008 formulierte Idee eines Jugendzentrums im Rahmen des Programms "Soziale Stadt" ist jetzt möglich.

Plan für Jugend- und SeniorenzentrumHistorisches Gebäude des Gaswerks als Jugendzentrum
Eine Gebäudesanierung und eine Sanierung der Außenflächen hinsichtlich vorhandener Schad-
stoffe ist letzlich preiswerter als ein Abriss und Entsorgung, zumal der Verkauf der so gewonnenen Flächen keine hohen Einnahmen erbringen würde. Sanierung des Gebäu-
des, Umbau zu einem Jugendzentrum und Dekonta-
minierung der Restaußenflächen würden der Stadt 372.600 Euro kosten. Der Abriss würde den Haushalt der Stadt mit 495.000 Euro belasten. Erhalt eines historischen Gebäudes, Finanzie-
rung eines Jugend- und auch Seniorenzentrum und Einsparung von 122.400 Euro, das ist der Vorschlag, der den Stadtverord-
neten vorgelegt und erläutert wird. Die Beschlüsse für die Anträge verschiedener Förder-
mittel steht deshalb auf der Tagesordnung.

 

Planung für ein kombiniertes Senioren- und Jugenszentrum

Die Planung des Architekten Joachim Gontermann, der seit einiger Zeit Mitarbeiter der Stadt ist, sieht Gruppenräume und einen Saal im Obergeschoss des Mittelbaus vor.

Dokumentation

Aus den Erläuterungen zu Punkt 9:

Erneute Beratung über die zukünftige Nutzung von Teilbereichen des ehemaligen Bauhofes (Altes Gaswerk) im Davidsweg

a)    Beratung und Beschlussfassung über die zukünftige Nutzung eines Gebäudes des ehemaligen Baubetriebshofes (Altes Gaswerk) als Jugendbegegnungsstätte anstatt des ursprünglich vorgesehenen Abbruchs des Gebäudes

b)    Änderungsantrag zur Beantragung von Fördermitteln aus dem Altlastensanierungsprogramm des Landes Hessen zur Sanierung von Teilflächen des ehemaligen Gaswerkes im Davidsweg

c)    Beantragung von Fördermitteln im Bund/Länder Programm Soziale Stadt zur Einrichtung einer Jugendbegegnungsstätte /Jugendzentrum in einem Gebäude des ehemaligen Baubetriebshofes (Altes Gaswerk) im Programmjahr 2011 (Änderungsantrag) und In den Programmjahren 2012 und 2013

Altes Gaswerk in Homberg – ABBRUCH oder ERHALT ?

Vor ca. 15 Jahren wurde die Entscheidung getroffen, das alte Gaswerk we­gen der vorhandenen Kontaminierung zu entsorgen. Damals diente das Gaswerk noch als städtischer Bauhof. Um eine Betriebserlaubnis als Bauhof zu erhalten, wurde im Jahre 2003 eine Teilsanierung im Rahmen des Hessischen Altlastenprogramms notwendig. Eine höherwertige Nutzung war jedoch aus­geschlossen. Der Abbruch und die Dekontaminierung des Geländes durch Bodenaustausch war für 2011, ebenfalls im Rahmen des Hess. Altlastenpro­gramms vorgesehen.

In diesem Jahr hat die Bauverwaltung hinterfragt, ob der Abbruch, welcher die Stadt in den nächsten Jahren mit 495.000 € belastet hätte, tatsächlich notwendig ist?

Die Ergebnisse sind erstaunlich! Denn es kann heute mit Fug und Recht be­hauptet werden, es kommt bei gleicher Kontaminierung auf die Sichtweise an.

Fest steht, es gibt ein tragfähiges Konzept, abgestimmt mit dem Kreis, sowohl mit der Bauaufsicht als auch mit dem Gesundheitsamt, abgestimmt mit dem RP und mit dem Hessischen Umweltministerium, welches dem Erhalt des Bau­hofes / Alten Gaswerkes und einer höherwertigen Nutzung zustimmt.

Entsprechend dem von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen integrierten Handlungskonzept des Bund-Länder-Programms Soziale Stadt aus dem Jahre 2008 war also naheliegend, das alte Industriedenkmal in eine Ju­gendbegegnungsstätte / Jugendzentrum umzuplanen, Entwurfsplanung siehe Anlagen Nr. 18 und Nr. 19.

Verfahrensschritte zum Erhalt des Gebäudes:

Die jetzige Gesamtsanierung ist in zwei Bausteine zu untergliedern:

   Die Freiflächen- und Bodensanierung wird ebenfalls nach dem Hessischen Altlastenprogramm, nicht nur durch Bodenaustausch, sondern auch durch Lehmbarrieren, welche die verbleibenden kontaminierten Teile unter den Gebäuden und versiegelten Flächen vor eventuellem Grundwasser vom Berg her schützen, vorgenommen.

   Die Gebäudesanierung und der Umbau zum Jugendtreff sind möglich, da im Gebäude keine oder nur unwesentliche Ausdunstungen messbar sind. Die Kosten können im Rahmen des Programmes „Soziale Stadt" gefördert werden. Da es sich um ein Kulturdenkmal handelt, wird die Sanierung auch mit der Denkmalpflege abgestimmt.

r die Kostenanalyse und für die Entscheidungsfindung gibt es nun 2 Berech­nungsarten:

Variante A Abbruch des Gebäudes und Vollsanierung der Gesamtflächen:
Gesamtkosten:                                                                                                      1.100.000 €
Der städtische Anteil beträgt:                                                                                  495.000 €

Für die Sanierungsmaßnahme liegt ein Bewilligungsbescheid vor. Entspre­chende Beträge sind im Haushaltsplan 2011 veranschlagt.

Anmerkung:
Sollte man das Grundstück als Bauplätze verkaufen können, würde sich der städtische Anteil entsprechend des Erlöses reduzieren.
 
Variante B mit Sanierung der Gebäude und Vollsanierung der Restaußenflä­chen:
Dekontaminierung der Restaußenflächen:                                                                       450.000 €

Der städtische Anteil beträgt:                                                                   ca.     200.000 €

Die Gebäudesanierung kostet einschl. Einbau des Jugendzentrums:                   643.000 €
Der städtische Anteil beträgt:                                                                                                        173.600

Daraus ergibt sich ein Gesamtanteil für die Stadt Homberg:                        ca.   373.600 €

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Ein Kommentar zu “Eine Zukunft für das Gebäude der Homberger Gasanstalt”

  1. Abremchen

    Alles natürlich nur unter dem Gesichtspunkt, dass nicht evtl in ein paar Jahren eine etwas höher angelegte Messlatte was Schadstoffsanierung anbetrifft, doch zur Sanierung zwingt.

    Einerseits wird hier im Blog auf die unzureichende Sanierung und Vorgehensweise des Forst- und Umweltdienstes hingewiesen – andererseits nur um Geld zu sparen wird eine mögliche Gesundheitsgefahr für Kinder, Jugendliche und Heranwachsende ignoriert nur um 122 000 € zu sparen.

    Was heißt schon eine mit dem Umweltministerium abgestimmte Nutzung ?

    Wo kann man als Bürger alle Gutachten und Unterlagen im Internet einsehen?

    Wo stehen sie zum download bereit oder werden so gewünscht als Kopie übersandt ?

    Wo bleibt eine ausreichende Diskussion zu diesem TOP ?
    Wurde nicht immer in der Vergangenheit beklagt, es gäbe nicht ausreichend Zeit um alle Aspekte aus Sicht der Entscheidungsträger in Ruhe abzuklären?

    Und jetzt soll schon wieder beschlossen werden ?

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