HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

2008 – 2021 Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze) – ab 2021 HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

Mit kriminellen Methoden

 

 

Abbildung: Folie 27 aus der Präsentation zum Sachstand des Projektes Multifunktionshaus, vorgestellt am 20. August 2018 im Bauausschuss.

Sachstandsbericht der Ingenieure

Dipl.-Ing. Thiemo Glomb von der Firma Infra+net, Projektmanagement aus Kassel und die Architektin Christine Hess vom Architekturbüro Hess aus Neuenstein trugen am 20. August 2018 im Bauausschuss vor, dass das von der Stadt erworbene denkmalgeschützte Gebäude mit Gefahrstoffen belastet sei.

-Einstufung in Deponieklasse >3 (= Gefahrstoff)

Die Einstufung >3 heißt Einstufung in die Deponieklasse 4 , also in eine teure Untertagedeponien.

Laut Sitzungsprotokoll nahmen neben den beiden Vortragenden auch Architekt Albert Hess und Chantal Müller, HNA teil. Von den Stadtverordneten gab es keine Fragen zu der Schadstoffbelastung.
   

Gebäudeabriss

Zwischen Dezember 2019 bis Januar 2020 wurde der größte Teil des Fachwerkhauses abgerissen. Die Abbruch-Arbeiter trugen keine Schutzausrüstung, nicht einmal einen Schutzhelm.
 

Entsorgungsnachweis

§ 3 Entsorgungsnachweis
(1) Wer nachweispflichtige Abfälle zur Entsorgung in eine Abfallentsorgungsanlage bringen oder solche Abfälle dort annehmen will, hat vor Beginn der Abfallentsorgung die Zulässigkeit der vorgesehenen Entsorgung durch einen Entsorgungsnachweis unter Verwendung der hierfür vorgesehenen Formblätter der Anlage 1 zu belegen.

Der Magistrat hat bis heute keinen Entsorgungsnachweis vorgelegt. Er beantwortete auch nicht, in welche Untertagedeponie wie viel kontaminierter Bauschutt verbracht wurden und zu welchen Kosten.
  

Das große Schweigen

Nicht nur der Bürgermeister und der Magistrat schwiegen. Auch die Stadtverordneten stellten keine Fragen zu der teuren Schadstoffentsorgung.
Die ordnungsgemäße Entsorgung von Schadstoffen der höchsten Gefahrenstufe interessiert scheinbar niemanden. Wenn kein Entsorgungsnachweis vorgelegt wird, ist der Verdacht erhärtet, dass das Gefahrgut illegal entsorgt wurde.

Die informierten zuständige Stellen beim Regierungspräsidenten reagierten in der Sache nicht. Die Staatsanwaltschaft nahm keine Ermittlungen auf. Wenn Schadstoffe illegal entsorgt werden und die Staatsanwaltschaft nicht ermittelt, macht sie sich strafbar. Ihre Untätigkeit lässt nur einen Schluss zu: Es gab keine Gefahrstoffe in dem Ausmaß wie es Glomp und Hess behaupteten.
Auch die HNA ging dem schwerwiegenden Verdacht nicht nach, kein Bericht darüber.
  

Kriminelle Methoden

Die Strategie, gefährliche Schadstoffe zu behaupten, um damit den Abriss eines unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes zu erreichen, kann als kriminell gewertet werden. Auch die Unterere Denkmalschutzbehörde beim Landkreis deckte dieses Vorgehen.

Schon 2018 wurden die Fenster des Gebäudes ausgebaut, so dass der Regen eindringen konnte. Eine bewährte Methode, um ein Haus abrissreif zu machen. Um in der Öffentlichkeit den Eindruck der Verwahrlosung zu verstärken, wurde auf die eingerichtete Baustelle neben Bauschutt-Containern ein Berg Elektroschrott, bestehend aus Elektroherde, Druckern und ähnlichem abgelagert. Eine inszenierte Aktion, denn in dem Gebäude gab es gar keine Einrichtung mehr.

Behaupteten Schadstoffe, der Ausbau der Fenster und der abgelagerte Elektroschrott: Das sind die Methoden, die auch die Mafia kaum anders einsetzen würde.
   

Gute Zusammenarbeit

Die Homberger Parteien freuen sich über die guten Zusammenarbeit in der Stadtverordnetenversammlung. Was sie darunter verstehen, lässt sich an diesem Fall ablesen.
Die Parteien wollen so weiter machen und werben um die Zustimmung der Bürger für ihre Politik am 14. März oder bereits schon jetzt über die Briefwahl.

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Ein Kommentar zu “Mit kriminellen Methoden”

  1. Dr. Klaus Lambrecht

    Nur weil eine unbequeme Person  unbequeme aber berechtigte Fragen stellt, entbindet dies nicht davon, dass die Fragen seitens des Bürgermeisters oder des Magistrates beantwortet werden. Es  müsste auch im Interesse der Fraktionen sein und sie sollten darauf drängen, dass die Fragen beantwortet werden. Beim Vorgänger des Bürgermeisters regten sich viele Abgeordneten auf, die auch heute noch im Parlament sitzen und forderten Akteneinsicht, wenn Anfragen nicht beantwortet wurden.
    Dies sollten auch die Homberger Bürger bei ihrer Wahlentscheidung im März bedenken. Es bleibt ein Makel, wenn die gestellten Fragen nicht beantwortet werden, oder hat man etwas zu verbergen?

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