HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

Was sagt der Denkmalschutz?


An dem Gebäude ist kein Bauschild zu entdecken, obwohl massiv in die Bausubstanz eingegriffen wird und das bei einem Gebäude unter Denkmalschutz.
Es ist nicht ersichtlich, wer fachlich für diese Maßnahme verantwortlich ist. Ist die Entfernung der Fenster von der Unteren Denkmalschutzbehörde genehmigt worden?

Die Denkmalpflege wird wieder einmal missachtet. Oder ist das schon die Vorberetiung für den nächsten Denkmalschutzpreis für Homberg?

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4 Kommentare zu “Was sagt der Denkmalschutz?”

  1. Dr. Klaus Lambrecht

    Oft hört man Baumaßnahmen an einem Baudenkmal sind besonders teuer und aufwendig. Außerdem sei die Kostenentwicklung nicht überschaubar. Dabei müssen denkmalpflegerische Maßnahmen nicht teurer sein als andere Maßnahmen an Altbauten. Grundlage für die Entscheidung ein Baudenkmal zu sanieren, umzubauen oder im Notfall gegebenenfalls auch abzureißen ist die Vorlage einer Schadenskartierung, die Umbaukosten für eine entsprechend beabsichtigte spätere Nutzung, wünschenswert ist eine multifunktionale Nutzung. Dadurch kann auch auf Änderungen der Nutzung reagiert werden. Sobald bekannt ist, was durchgeführt werden muss, was es kostet und wie es finanziert wird, kann entschiedenen werden, ob man die Arbeiten durchführen lässt. Diese Entscheidung ist ebenfalls auch abhängig von den Renditeerwartungen und der Wirtschaftlichkeit, dies gilt gleichermaßen für die öffentliche Hand und private Bauherren.
    In der Vergangenheit habe ich diese eingehenden Untersuchungen und Schadenskartierungen bei den Baumaßnahmen der ehemaligen Menage Engelapotheke und des Altsadtkindergartens, Schirnen und Engelapotheke vermisst. Oftmals wurden von öffentlichen Stellen vollkommen falsche Aussagen zur Historie der Gebäude verbreitet.
    Zur zeit ist der Umbau/Teilabriss des Gebäudes Holzhäuser Str. 3 sowie der Umbau des Doppelhauses Obertorstr1 (Sitz der Bauverwaltung, Ordnungsamt, Bürgerbüro) im Gespräch. Bisher wurde dem Parlament, keine  bauhistorische Untersuchung, Schadenskartierung mit Reparaturkonzept oder auch vertiefende Untersuchungen (Artenschutz, Zustand des Daches etc.) vorgelegt. Auch ist nicht bekannt, wo der denkmalpflegerische Wert des Gebäudes hinsichtlich Geschichte, Konstruktion, Innenausstattung etc. liegt.

    Diese Daten sind aber Voraussetzung dafür, um eine sachgerechte Entscheidung für die Sanierungs- Umbau- oder Abrissarbeiten treffen zu können. So ist die Engelapotheke keines falls barrierefrei saniert worden. Ich bin und war für den Erhalt der Engelapotheke, wenn ich jedoch sehe, wie die erste fertiggestellte Wohnung und die Museen aussehen, bezweifele ich meine Entscheidung. Ein Abriss und Neubau bei Erhalt der Fassaden wäre für eine flexible Nutzung besser gewesen. Damals lagen aber die o.a. Unterlagen nicht vor. Unter Zeitdruck musste entschieden werden.
    Ich hoffe nur die derzeit laufenden Arbeiten am Gebäude Holzhäuser Str. 3 dienen der Vorbereitung der Schadenskartierung, um nicht wieder eine böse Überraschung zu erleben.
    In Homberg haben wir zur Zeit eine Bandbreite von abgeschlossenen oder laufenden Sanierungen an Denkmalen die es m.E. erfordern, die Maßnahmen äußerst kritisch zu hinterfragen. Die Schirnen werden- mir vollkommen unverständlich – geöffnet, das ehemalige Murhardsche Gehöft wurde zerstört, die Engelapotheke mit eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten saniert (Kosten unbekannt).
    Was erwartet uns nun bei dem Umbau der Gebäudes Krone, Holzhäuser Str. 3 (hier weiß man schon, dass die Rendite gegen Null geht) und Obertor 1? Ich hoffe unser Parlament fordert die erforderlichen Entscheidungsgrundlagen ein, und stimmt nicht voreilig Maßnahmen zu.

  2. Dr. Klaus Lambrecht

    Denkt überhaupt jemand einmal an die Mitarbeiter des Magistrates, die im Gebäude Obertor 1 untergebracht sind? Seit mehr als 2 Jahren müssen sie auf einer Baustelle arbeiten. Auch die jetzigen Überlegungen, eine Sanierung des Gebäudes bei Nutzung des Erdgeschosses durchzuführen sind unzumutbar für Mitarbeiter und Besucher der Verwaltung. Eine konzentrierte Arbeit dürfte schwerlich möglich sein, wenn über den Klopfen gehämmert und geklopft wird. Von dem Staub und dem Umfeld möchte ich gar nicht reden.
    An diesem Beispiel zeigt sich auch, wie planlos gearbeitet wird. Anstatt endlich mit einem Gesamtkonzept, was auch die Ausweichunterbringung berücksichtigt, wird auf Teufel komm raus geplant und umgeplant.
    Der übereilte und unüberlegte Einbau des Aufzuges zur barrierefreien Erreichbarkeit  der Engelapotheke muss jetzt auch bei einem Totalneubau als Maß der Lage der Stockwerke berücksichtigt werden, dabei beträgt der Höhenunterschied der Stockwerke gerade mal um die 90 cm. Ein Neubau mit gleichem Stockwerkniveau wäre sinnvoller gewesen. Gerade das Gebäude Obertorstraße 1 ist nach meinem Wissen mindestens fünfmal umgebaut worden, die originale Bausubstanz dürfte minimal sein, wenn jetzt die Dächer erneuert werden, bleibt noch weniger. Darum ist die Frage zu stellen, ist ein Umbau eine Sanierung überhaupt sinnvoll? Ist nicht ein Neubau sinnvoller und insgesamt wirtschaftlicher? Mir komme bitte keiner mit dem Argument des Denkmalschutzes, dafür ist Homberg ein gutes Negativbeispiel. Wertvolle Denkmäler wurden bis zur Unkenntlichkeit entstellt, ja zerstört.

  3. Dr. Klaus Lambrecht

    Leider wurde bei den größeren Umbaumaßnahmen von Denkmälern durch die Stadt und die KBG die Geschichte der Gebäude falsch eingeschätzt und bewertet. Dies widerspricht damit nach meiner Ansicht  den Vorgaben des Denkmalschutzes. Darum habe ich in Kürze die Geschichte des Doppelhauses Obertor 1 zusammengestellt:

    Der heutige Gebäudekomplex Obertorstr. 1 besteht aus ehemals zwei getrennten Häusern. Die Geschichte der Häuser ist eng mit der Geschichte der Familie Dithmar und der ehemaligen Stadtsparkasse verknüpft.
    Beide Häuser müssen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von der Famillie Dithmar gekauft und bereits zusammengelegt worden sein, indem man den Winkel zubaute und in der Mitte einen Eingang in die Geschäftsräume baute. Der Eingang zu den Obergeschossen befand sich da, wo heute der  Eingang zum Treppenaus und Lift ist. Nach dem Umzug der Firma auf den Marktplatz in den Gebäudekomplex, der heute zum Multifunktionshaus umgebaut werden soll, befand sich ab 1919 die Commerc- und Privatbank in den ehemaligen Geschäftsräumen. Die Stadtsparkasse erwarb1923 die Gebäude von Hermann Dithmar. In den 1930 er Jahren erfolgte der Innenausbau zu zeitgemäßen Bankzwecken sowie der Umbau des Erdgeschosses.
    Nach1950  wurde die Fassade erneuert, wie sie noch heute erhalten ist. Aufgrund eines Brandes 1962 musste die Schalterhalle umgestaltet werden, danach erfolgten noch viele  An- und Umbauten im Obergeschoss und im rückwärtigen Bereich. Nach dem Bau des heutigen Gebäudes der Kreissparkasse  an der Drehscheibe erfolgte dann die Fusion mit der Kreissparkasse im Jahr 1990. Die Stadt erwarb das Gebäude und teilte sich einige Jahre die Nutzung noch mit einer Außenstelle der Kreissparkasse. Wieder erfolgten Umbauten zur Unterbringung der Verwaltung mit ihren geänderten Anforderungen.
    Die ursprünglichen originalen Proportionen der Gebäude sind nur noch im Dachbereich wahrnehmbar. Die Balkenköpfe des rechten Gebäudeteiles sind aufgesetzt. Durch die Balkeninschrift im linken Gebäudeteil ist das Baujahr 1687 nachweisbar.
    Die Gebäude sind Bestandteil der denkmalrechtlich geschützten Gesamtanlage der Stadt Homberg. Man also davon ausgehen, das nur ab dem ersten bzw.zweiten Obergeschoss Originalsubstanz erhalten ist, dabei ist festzustellen, dass durch den Neubau des Treppenhauses wiederum Teile der Originalsubstanz ebenfalls beseitigt wurden. Es stellt sich also die Frage, wie viel und wie wertvoll sind die Reste der Originalsubstanz bzw. können die erhaltenswerten Teile in einen Neubau integriert werden? Ich vermisse bisher die öffentliche Diskussion über diese Fragen.

  4. Phil Antrop

    Öffentliche Diskussion vermissen Sie? Gab es die in den letzten 20 Jahren? Sie können vermissen was sie wollen, sie ändern nichts, leider!

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