HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

FWG: Kein Geld mehr für’s Ärztehaus

  
Die Freie Wählergemeinschaft Homberg (FWG) veröffentlichte folgende Pressemitteilung:

Seit man vor vielen Jahren versucht hat, aus den engen Büroräumen eines Amtsgerichtes ein großzügiges Ärztehaus zu machen, reißen die Probleme nicht ab.
Aus ursprünglich angegebenen 870.000 Euro sind mittlerweile über 5 Millionen geworden, und noch immer herrscht Einigkeit: So, wie es jetzt ist, ist es schlecht.
Zuletzt hat ein weiteres Architekturbüro einen Vorschlag vorgelegt, wie das Haus weiter optimiert werden kann: Neues Parkdeck, Haupteingang von der Seite über den Parkplatz, ein neuer Fahrstuhltum zwischen den Gebäuden. Und dafür besonders im historischen Eingangsbreich vieles wieder abreißen. Unter den gegebenen Umständen ist das vermutlich wirklich die beste Lösung, aber sie würde wieder einen weiteren Millionenbetrag kosten. Schon jetzt waren im Haushalt 2020 erneut 200.000 Euro nur für Planungskosten vorgesehen.
Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) meint: Schluss damit! Und hat daher bei der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag den Antrag gestellt, diesen Betrag aus dem Haushalt zu streichen.

"Das heißt nicht, dass wir das Ärztehaus von Heute auf Morgen schließen wollen", betont Fraktionsvorsitzender Achim Jäger. Aber es müssten erstmal alle Investitionen gestoppt werden: "Wir können nicht permanent gutes Geld dem schlechten hinterher werfen." Es mache keinen Sinn, ständig zu investieren und nachzubessern. Das ganze Projekt sei an einen Punkt gekommen, wo ein für Patienten, Ärzte und Mitarbeiter wirklich gutes Ergebnis nicht mehr zu erwarten ist. Nun soll erstmal das gesamte Projekt auf den Prüfstand, inklusive der Option, vielleicht ganz woanders nochmal neu zu beginnen.

In der engagierten Debatte herrschte Einigkeit, dass es so wie jetzt mit dem Ärztehaus nicht weitergehen könne. Die grundsätzliche, alle Diskussionen verbindende Frage ist: Kann denn, durch welche Investition auch immer, überhaupt noch ein "gutes Ergebnis" erzielt werden? Oder ist nicht schon viel zu viel rumgebaut worden, so dass auch weitere Umbauten nur Stückwerk bleiben? Abgesehen von den exobitanten Baukosten die es schon jetzt unmöglich machen, dass die Stadt sie jemals wieder durch Vermietung refinanziert.

Der Antrag der FWG, die 200.000 Euro Planungskosten aus dem Haushalt 2020 zu streichen, wurde mehrheitlich abgelehnt. Auf Antrag der CDU, und gegen die Stimmen der SPD, wurde der Betrag dann aber immerhin mit einem "Sperrvermerk" versehen: Das heißt, er bleibt zwar im Haushalt drin, das Geld kann aber nur nach einem weiteren Beschluss ausgegeben werden.

Damit ist das wichtigste Anliegen der FWG erfolgreich gewesen: Es wird nicht immer nur weiter Geld ausgegeben. Zwei andere Anträge der FWG hat die Stadtverordnetenversammlung an die Ausschüsse verwiesen: Demnach soll über alternative Standorte "auch mit einem Träger oder Investor" nachgedacht werden, und es sollen von Anfang an Fachplaner einbezogen werden, die sich mit dem Bau von Ärztehäusern auskennen.

Damit hat die Inititiative der FWG also den Weg bereitet, nochmal grundsätzlich über das Ärztehaus und zugleich die medizinische Versorgung in Homberg nachzudenken. Erstmal bleibt alles wie es ist, aber inbesondere für die unverzichtbare Dialysestation kann es sicherlich bessere Lösungen in Homberg geben. Wobei ja nicht gesagt ist, dass "die Stadt" die beste Problemlöserin ist. Immerhin sind in den letzten Jahren alleine entlang der Kasseler Straße zwei komplett neue Häuser mit Arztpraxen entstanden, beide auf private Initiative und mit privaten Investitionen. Vielleicht findet sich also auch ein anderer Bauträger oder ein spezialisiertes Institut, das in Homberg eine moderne Dialysepraxis aufbaut. Dann würde es völlig reichen, wenn die Stadt solches Engagement fördert und unterstützt. Aber sie müsste sich nicht selber mit Steuergeld am Bau medizinischer Facheinrichtungen ausprobieren.

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12 Kommentare zu “FWG: Kein Geld mehr für’s Ärztehaus”

  1. Phil Antrop

    Wo bleibt das Eingeständnis, dass man wie alle anderen Fraktionen und der Magistrat auch,verantwortlich für dies Desaster ist ?

    Stadtverordnete die zugestimmt habben und hatten sollten ihre Veranwortung und Fehler zugeben und nicht einfach nur mit solchen Erklärungen sich versuchen reinzuwaschen und Sand in die Augen der Bürger streuen.

    Wo bleibt die Beantwortung der einst gestellten Frage, wer verantwortlich für Ausgaben war. Sie ist bis heute nicht beantwortet.

    Keiner hat auf den "verfemten" Stadtverordneten der Grünen und all die "Heinis " gehört 9n seinem Blog gehört.

    Nach wie vor sitzen diese auch nach Ausscheiden in irgendwelchen Vorständen z. B. in " Bürger für Homberg" !

     

     

  2. Phil Antrop

    Auch bei einigen anderen Homberger Projekten die fast fertig, noch in Arbeit oder noch folgen werden, hat man sich, so scheint es,  nicht wirkliche Facharchitekten, Planungsbüros usw. gar noch in Form von Ausschreibungen eingedeckt.

     

  3. Dr. KLaus Lambrecht

    Also ehrlich, ich hätte mich als Magistrats- oder Stadtverordneter in Grund und Boden geschämt und hätte mich ins Mäuseloch verkrochen, wenn ich jemals mit diesem Bauvorhaben bzw. den Bauplänen befasst gewesen wäre und diesem Projekt einmal oder wie im vorliegenden Falle mehrmals zugestimmt hätte. Allein die Beteiligung an der Abstimmung über die weitere Vorgehensweise hätte ich aus Gründen der Befangenheit abgelehnt.
    Warum wird vor Fortsetzung der Diskussion über den weiteren Umbau nicht das Ergebnis des Untersuchungsausschuss offengelegt, soll es unter den Teppich gekehrt werden? Sollen wir nichts von den Feststellungen des Ausschusses erfahren und lenkt daher mit der Umbauidee von der wenig ruhmvollen Geldverschwendung in der Vergangenheit ab?
    Ist es nicht sinnvoller nur noch wenige Verbesserungen im Haus durchzuführen und dort nur Arztpraxen zu zulassen, die ohne Liegendtransporte auskommen? Für die jetzt ermittelten Umbaukosten könnte an anderer Stelle ein ebenerdiger Bau für Liegendtransporte gegebenenfalls mit Privatinvestoren errichtet werden.
    Was ebenfalls noch auf die Homberger Bürger zukommen wird ist die Finanzierung der Stellplätze, den für die Besucher sowie den privaten und gewerblichen Transportdienst ist die Halte und Parkplatzsituation nicht zumutbar, diese Kosten wurden bisher noch nicht thematisiert.
    Wir wissen im Laufe der Zeit wird es immer wieder neue gesetzliche und fachliche Entwicklungen geben, die weitere Umbaumaßnahmen oder damit verbundene Um-/Anbauten erforderlich machen werden, um überhaupt eine Betriebszulassung zu erhalten. Weitere Um- und Anbauten halte ich an diesem Standort nicht für ökonomisch sinnvoll.
    In diesem Zusammenhang wären auch die Mieteineinnahmen sowie die Unterhaltungskosten interessant zu wissen, im Haushaltsplanentwurf, habe ich jedoch dazu keine aufgeschlüsselten Zahlen gefunden.

     

  4. Wähler

    Für Homberger Politiker mit Entscheidungsgewalt ist SCHÄMEN ein absolutes No-Go.

    Dies ist zumindest mein Empfinden.

  5. Homberger

    DANKE! FWG!!!!

     

  6. Patient

    Da schließe ich mich gern an!

    Aber auch dem Herrn Schnappauf sei gedankt, dass er stets  am Thema dran blieb.

    Steter Tropfen höhlt den Stein. 

  7. Phil Antrop

    Homberger : Danke für diese Satire!

    Dank hat außer denen die dagegen waren, keiner verdient!

  8. Homberger

    Entschuldigung, dass Herr Schnappauf sehr gute Arbeit leistet habe ich aals selbstverständlich vorausgesetzt.

    Selbstverständlich ist mir bekannt, dass Herr Gondernann von allen Parteien und Fraktionen als der Heilsbringer und Herr Schnappauf mit seinen sachlich fundierten Aussagen als Nörgler und Verhindere dargestellt WURDE.TROTZ GEGENBEWEIS HAT SICH BIS HEUTE DARAN NICHTS GEÄNDERT, DER SCHULDIGE WIRD IMMER HERR SCHNAPPAUF SEIN BEI DER CDU BEI DEN GRÜNEN BEI DER SPD! 

  9. Heinrich der Achte

    Wir werden nicht umhin kommen, die Steuern anzupassen!!!!!!!!

    Darauf habe ich nur gewartet!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Dieser Schuldenmacher, und wer muß es auslöffeln? Der doofe Bürger.

  10. Wisser

    Nein der immer kleiner werdende Homberger Mittelstand mit Einfamilienhaus zahlt die Zeche. Wie überall 

    Ein Grund nicht Ritz zu wählen… 

  11. Phil Antrop

    Nicht nur "Dieser" – es sind auch die, die Ja und Amen dazu gesagt haben.

    Bei der jetzt anstehenden Wahl kann der Bürger zeigen, dass er Souverän ist.

    Nur wer zur Wahl geht, kann etwas bewegen. Nur ein "NEIN" beendet etwas.

    Ich werde mein Nein in die Waagschale werfen. Das empfehle ich auch allen anderen Wählern.

  12. Mieter

    Ein Bürgermeister, der alle Einwohner zufrieden stellt, wird sich schwerlich finden lassen.

    In Homberg (Efze) ist allerdings viel Luft nach oben. 

    Auch die Mieter werden über die Nebenkosten (Grundsteuer etc.)  zur Kasse gebeten. um die Wunschträume des Establishments zu erfüllen.

    Ein Bürgermeister (in) aus "kleinen Verhältnissen" stammend, könnte sich für eine von vielen gewünschte Schuldenreduzierung einsetzen.

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