HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

hr: „Stirbt Eure Innenstadt langsam aus?“ Dienstag 8. Mai, 17 Uhr


Seit Jahren gibt es einen Begriff, der den schleichenden Prozess des Teufelskreises beschreibt:

Trading Down


München hat eine eigene  Gesellschaft für Stadterneuerung geschaffen, die sich diesem Prozess widmet. Sie beschreibt Trading Down so:
 

Der Begriff "Trading Down" beschreibt einen typischen Entwicklungstrend eines Stadtteilzentrums vom vollständigen Angebot mit pulsierendem Leben hin zu zunehmenden Leerständen und ausbleibender Kundschaft. Nicht nur Leerstände sind ein Indikator für einen Trading-Down-Effekt. Auch vermietete Gewerbeeinheiten können problematisch sein, wenn ihre Nutzung nicht zur Nachfrage und zum übrigen Angebot des Standortes passt. Die Chance ist groß, dass sie zu potenziellen künftigen Leerständen werden oder nach und nach hochwertige Angebote durch Billiganbieter ersetzt werden. Prominente Beispiele dafür sind Spielhallen oder Ein-Euro-Läden. Auch das kann zu einem Imageverfall des Standortes beitragen.

Wachsende Umsatzeinbußen bedeuten weniger Einnahmen und fehlende Mittel für notwendige Modernisierung. Die Immobilien werden unattraktiv. Es folgen weitere Leerstände, ein Teufelskreis

Und was tut Homberg bei dem Teufelskreis? Sie heizt ihn an.

Den Imageverfall mit Spielhallen und Ein-Euro-Läden haben wir bereits in Homberg in der Ziegenhainer Straße. Die Stadt hat das Gebiet jetzt baurechtlich zu einem Kerngebiet hochgestuft, in dem auch Vergnügungsstätten wie Spielhallen erlaubt sind.

Im Altstadtbereich innerhalb der Stadtmauer sollen nach einem neu beschlossenen Bebauungsplan Vergnügungsstätten verboten sein. In der Westheimer Straße sind gerade Arbeiten im Gange, um eine Vergnügungsstätte neu zu eröffnen, ein Wettbüro. Die notwendigen Erlaubnisse für solche Vergnügungsstätten erteilt die Stadt.

"Wettbüros und Spielhallen sind
Vergnügungsstätten im Sinne der BauNVO. "

VG-GIESSEN – Aktenzeichen: 1 L 1325/09.GI 
Beschluss vom 08.09.2009

siehe auch: Stirbt die Innenstadt aus? hr-Aufzeichnung 8. Mai

Von der Spielhalle zum Wettbüro?

Einmalig: Spielhalle direkt gegenüber der Schule

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14 Kommentare zu “hr: „Stirbt Eure Innenstadt langsam aus?“ Dienstag 8. Mai, 17 Uhr”

  1. Mister X

    Nachdem ein Ärztehaus, ein Kindergarten und andere Ideen zur Altstadtbelebung im wahrsten Sinne des Wortes "Rohrkrepierer" waren, werden die letzten Murmeln aus der "Lostrommel Altstadtbelebung" gezogen.

    Es werden wieder Nieten sein….

    Leider,leider!

  2. Frustrierter

    Die beiden Billigläden in der Ziegenhainer Str. dürften zu den umsatzstärksten in Homberg gehören.

    Könnte das mit der Kaufkraft im Bereich Homberg zu tun haben?

    Ich denke schon.

  3. Scherzbold

    hr: "Stirbt Eure Innenstadt langsam aus?"

    Der Titel ist überholt.

    Unsere Innenstadt ist längst ausgestorben.

    Die Gründe sind vielfältiger Natur, wie die Homberger wissen.

    Zum Teil hausgemacht, Internetkauf, mangelnde Kaufkraft u.v.m.

  4. Opa

    Die Älteren können werden sich erinnern:

    Mehrere Metzgerläden in der Innenstadt, teils mit Frühstücksstube,

    der Schirmladen, der den guten Knirps verkaufte, der auch mal einen Windstoß aushielt,

    der gute Hut-und Mützenladen,

    der Schuhladen am Marktplatz, Salamander, vorne spitz und hinten auseinander,  🙂

    mehrere Juwelierläden

    die zahlreichen Bekleidungsgeschäfte mit einem guten Sortiment,

    und und und

    Lange ist es her…….

    Die Jüngeren mögen mir verzeihen, wenn ich die gute alte Zeit glorifiziere.

    Nicht alles war gut, aber manches war besser als heute.

    Das gilt natürlich auch umgekehrt.

    Die Stadtführer werden in ein paar Jahren mit den Besuchern vor den leeren Geschäften stehen und von vergangenen Zeiten berichten, als noch Leben in der Stadt war und von den vielen untauglichen Versuchen einer Wiederbelebung.

  5. Distanzbetrachter

    Seitdem die ehemaligen Homberger Geschäfte, deren Namen mit Homberg stark verbunden war, im Laufe der Zeit ihren Geschäftsbetrieb aus welchen Gründen auch immer einstellten, konnte man anschließend feststellen, dass wieder ein Mosaiksteinchen mehr aus dem ehemals lebhaften Innenstadtbild der Kreisstadt entfernt wurde, mit der Folge, dass dieses Bild nach und nach immer poröser wurde. Denn es erfolgte keine grundlegende Erneuerung bzw. Weiterführung nach den Geschäftsschließungen.

    Parallel dazu sieht es in vielen Dörfern doch so ähnlich aus, weil der zunehmende Leerstand von Häusern verbunden mit einem Verfall dem unseligen Zeitgeist geschuldet ist, der einhergeht unter anderem mit den Lebensbedingungen und den wirtschaftlichen Möglichkeiten der Eigentümer, und natürlich auch der Anonymisierung der Menschen.

    Sicher, dieser Verfall der Homberger Innenstadt ging schleichend einher, immer stückchenweise, so dass es nicht in dieser Bedeutung so auffiel.

    Der Hessentag sollte dabei helfen zu einer Belebung beizutragen. Das hat er ja auch für kurze Zeit; wie jedermann sehen konnte, wurde versucht den Patienten am offenen Herzen zu operieren mit Visionen, Gedanken, Vorschlägen usw. Was hat man nicht alles von Seiten der Politik mit Priorität bewertet, um dann wieder festzustellen, dass es so nicht geht. Man wollte gegensteuern mit teils honorigen Fachkräften, es hat alles nichts weitergebracht.

    Was jetzt mit dem neuen Kreisel-Einkaufszentrum auf dem Ulrich-Gelände entsteht ist doch letztendlich nur eine Verschiebung der vorhanden Geldmenge innnerhalb der Bevölkerung. Und genau dies wird so verschoben, dass andere Alt-Geschäfte ihren Blutzoll entrichten müssen.

    Quo Vadis Homberg?

  6. Phil Antrop

    HNA von heute: 

    „Aufschwungregion Nordhessen – CDU setzt auch in Zukunft auf einen starken und erfolgreichen ländlichen Raum“.

    DAS ist auch der Aufschwung:

    Was für Arbeitsplätze sind entstanden? ( Lohn, Lage; Dauerhaftigkeit ), sie sind zum Teil mit ÖPNV nicht erreichbar

    Fehlender preisgünstiger Wohnraum

    Ausgedünnter ÖPNV

    Leerstände Innenstädte

    Ärztliche Versorgung nicht gesichert

    Apotheken Notdienste kaum erreichbar

    Krankenhausversorgung

    Sinnlose "Ab in die Mitte" Aktion

    Fördergelder sinnlos und unkontrolliert eingesetzt !!! in Homberg zu finden u. a. 

    Ärztehaus, Burgberganbau und barrierefreie Toilette, Kita Altstadt auch noch als Muster mit falschen Informationen gelobt,  Engelapotheke, Marktplatz 15, Krone, Kreisverkehr mit Straßenausbau für Schwerlastverkehr – der nicht stattfindet, Stadtgrün in die Wohnquartiere, Stadtbüchereiverlagerung,

    Jetzt vermutlich noch Schirnen – obwohl schon längst gebaut wird.

    Ob man das dem HR auftischt am Dienstag ?

    Ich fürchte nein, denn der Kreis der Teilnehmer umfasst keine die bereits geschlossen haben. Die Frage " Fusgängerzone " als Beitrag zum Niedergang wird man auch nicht erwähnen.

  7. querdenker

    war was los auf dem Marktplatz mit dem HR-Fernsehen?

    Ich konnte gestern leider nicht persönlich mal vobeischauen.

  8. Brunhilde Rusch

    Gestern wurde ich auf eine Doku-Aufzeichnung vom 27.04.2018 des NDR aufmerksam, die ich mir auch im Internet angesehen habe, und zwar über die kinderreiche Stadt Cloppenburg. Mit Leerstand und demografischer Katastrophe hat diese Stadt wohl nichts zu tun. Sie boomt förmlich. Ein Grund: Es gibt dort sehr viele Russlanddeutsche (ca. 1/4 der Einwohner), die sehr gottesfürchtig und kinderreich sind. "Zwölf Kinder haben Ernst und Margarete Fischer, keine Ausnahme in dem niedersächsischen Städtchen Cloppenburg. Viele Familien haben acht, zehn, gar 15 Kinder. Jedes Kind sei ein Geschenk Gottes, sagen die frommen Russlanddeutschen, die der Stadt Cloppenburg das Etikett "kinderreichste Stadt Deutschlands" beschert haben." Ich finde die Doku herausragend und sehe hier einen konstruktiven Vorschlag, nicht nur unsere Innenstadt neu zu beleben. Überall fehlen die Millionen Kinder in unserem Land, die im Mutterleib getötet wurden! Das Fehlen dieser Kinder ist auch nicht an unserer Stadt vorüber gegangen. Sicherlich ist es jetzt schon zu spät, aber ein Umdenken ist einfach erforderlich. Die Kinderlosigkeit muss zumindest als eine Ursache des Übels gesehen werden. Das Saat- und Ernteprinzip lässt sich halt nicht außer Kraft setzen.

  9. Brunhilde Rusch

    Gerne wollte ich noch den Link zur Sendung anfügen:

    https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die_reportage/Russlanddeutsche-in-Cloppenburg,sendung736734.html

  10. Mitgucker

    #4, Opa

    Ich gebe Ihnen recht, wenn es sich um ein romatisch, verklärtes Erinnern an die "Gute alte Zeit" handelt. Allerdings sollte man sichj nicht an solchen Nostalgien festhalten, auch wenn sie ein warmes Gefühl im Bau hervorrufen.

    Vieles von dem, was damals in Homberg noch funktionierte, ist heute schier unmöglich. Ich wollte keinen "Schirmladen" als Start-up" eröffnen wollen. Ebenso keinen Hutladen oder anderen spezifischen Sortimente.

    Der Verbraucher schaut auf günstige Ware (die Frage nach der Qualität ist sekundär) und findet bei einem derat riesigen Angebot immer noch eine, vielleicht auch qualitative gleichwertige, Alternative. Die Bequemlichkeit des 21. Jhd. lässt den Verbraucher auch schon mal per Tablet auf der heimischen Couch shoppen.

    Den Leerstand werden wir ijn Homberg nur überwinden können, wenn ein vernünftiger Dialog mit den Besitzern stattfindet, da zum Teil überzogene Vorstellungen von Niete, PAcht und Verkauf in den Köpfen geistert. Zum anderen braucht es neue Ladenkonzepte, die den Verbraucher begeistern könnten. Hier sind neue Stat-ups, und da Crowdfounding sicher gute Ansätze, an denen weiter gearbeitet und gehandelt werden muss. Dazu miss man sich dann aber auch von "alten" und "überholten" Geschäftsmodellen von anno dunnemals lösen.

    Wir werden die Krise nur mit Hoffnung, Vertrauen und gegenseitigem Respekt im Dialog erreichen.

  11. Mitgucker

    #8, Fr. Rusch

    Die Kinderlosigkeit muss zumindest als eine Ursache des Übels gesehen werden. Das Saat- und Ernteprinzip lässt sich halt nicht außer Kraft setzen.

    Verzeihung, aber diese Äußerung und Denkweise erinnert mich doch zu sehr an den "Lebensborn e.V."

  12. 666

    @ Brunhilde Rusch

    Sie werden sicherlich genauer beziffern können, wieviele Kinder pro Jahr in Homberg getötet werden. Oder wieviele Kinder gar nicht erst getötet werden mussten weil Verhütungsmethoden im Vorfelde schon dafür sorgten, dass das Kind gar nicht sterben muss (oder zählen Sie das auch in die Abermillionen toten Kinder mit ein?). Oder an wievielen Morden die Stadt mitgearbeitet hat, indem Sie zum Beispiel der AWO Beratungsstelle nicht die Beratung im Schwangerschaftskonflikt verbietet. Oder den Apotheken den Verkauf von Verhütungsmitteln versucht zu verbieten.

    Also belastbare Zahlen anstatt fundamentalischtischer, religiöser Weltanschauung, die anders Denkende und anders Handelnde (wohlgemerkt innerhalb der Gesetze und Möglichkeiten unseres Staates) einfach als Mörder deklariert.

    Gerade bei Ihrem Beitrag wird mir mal wieder so richtig bewusst, warum ich so glücklich darüber bin, dass wir eine Trennung von Staat und Kirche haben. Sie schützt Menschen wie mich vor Fanatikern mit mittelalterlichen Weltanschauungen. Und es ist dabei egal um welche Kirche/Religion es sich handelt.

     

  13. IchkannGoogle

    Kurz recherchiert, und man sieht das in Cloppenburg die "Freikirchen" bei den Spätaussiedlern beliebt sind, nicht anderes als christliche Extremsekten. 

    PS Nicht mal das funktioniert in  Homberg, die Neuapostolische Kirche am Blecherkreisel steht ja auch zum Verkauf…  

     

     

  14. Distanzbetrachter

    Zu 13)

    Sie können nicht nur Google, Sie können auch Homberg…

    Aber nichts für ungut; auch bei den Kirchen macht wirtschaftliches Denken nicht halt.

    Bleibben Sie am Ball…

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