HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

Ein Leserbrief – Ein Lehrstück zur Propaganda


5.2.2020: Noch 4 Tage bis zur Bürgermeisterwahl am 9.2.2020

 

   
Die HNA veröffentlichte am 5.2.2020 einen Leserbrief, dem sie die Überschrift gab: "Bei der Wahrheit bleiben". Der Leserbrief bezieht sich auf den HNA Artikel "Bürgermeisterwahl und Bürgerliste".

Der Verfasser richtete sich mit einer dringenden Bitte an die Bürgerliste:

"Beteiligen Sie sich an der Debatte fair und sachlich und ziehen sie Ihren Wahlkampfanhänger und die Polemik aus dem Verkehr."

Der Verfasser des Leserbriefes ist der Ehemann der Vereinsvorsitzenden des Familienzentrums Schwalm-Eder, für das unter anderem das Multifunktionshaus am Marktplatz 15 in Verbindung mit Holzhäuser Straße 3 von der Stadt gebaut wird. Im Vorstand des Vereins ist auch die Frau des Bürgermeisters als Schatzmeisterin tätig.
Der Verein finanziert seine Arbeit durch die Spenden zahlreicher Sponsoren. Die Unterstützungsleistungen des Vereins für Mütter und junge Familien werden an verschiedenen Orten des Landkreises angeboten. Es gibt keine Vereinbarung, wie der Verein oder die ihn tragenden Institutionen des Kreises sich an den Kosten des Baues und des Betriebes beteiligen werden. Von wirtschaftlichen Betrachtungen ganz abgesehen.
Soviel zu der Interessenlage des Verfassers.

Anhänger als Anstoß

Anstoß für den Leserbrief ist vorgeblich die Wahlinformation der Bürgerliste, die einen Pkw-Anhänger mit  Fakten zur Amtsführung des derzeitigen Bürgermeisters beschriftet hat. Auf die Fakten geht der Verfasser nicht ein, verlangt aber, sich fair an Debatten zu beteiligen, die bisher nirgends geführt werden. Er zieht für sich eine positive Bilanz der letzten Jahre in Homberg. Daraus leitet er den Anspruch ab, alle müssten seine Sicht einnehmen. Welch ein Demokratieverständnis!

Mit keinem einzigen Satz geht er auf die genannten oder weitere Fakten ein. Er verlangt aber Sachlichkeit, Fairness und Beteiligung an der  Debatte, die mangels Informationen aber  nicht geführt wird.
  

Die Kunst der Manipulation

In dem Leserbrief ist kein einziger Punkt angeführt, der auf eine falsche Tatsachenbehauptungen verweist. Trotzdem wählt die HNA als Überschrift die Aufforderung, bei der Wahrheit zu bleiben. An wen richtet sie diese Aufforderung? An den Verfasser des Leserbriefes, an die Bürgerliste? Sie richtet sich an die Leser, die damit eingestimmt werden sollen, dass sich die Bürgerliste nicht an die Wahrheit hält. Ein geschickter Griff in die Trickkiste der Manipulation. Man unterstellt etwas, nennt keine Fakten und hofft darauf, dass etwas von der Unterstellung hängen bleibt.
 

Wo ist die breite Unterstützung für den Bürgermeister?

Der Bürgermeister freute sich nach Angaben der HNA über die breite Unterstützung. Von den Parteivertretern ist nichts zu hören. Keine Stellungnahmen, keine Plakate, keine Äußerungen auf den Webseiten. Nur Schweigen. Sie schweigen zu der Großbaustelle des Einkaufszentrums ohne gültigen Bebauungsplan, zu den stetigen Kostensteigerungen bei den Bauvorhaben des Bürgermeisters, zu den Planungspleiten wie den unvermietbaren teuren Wohnungen in der Engelapotheke.

Sie schweigen zu dem überteuerten Kauf von Ackerland von "family and friends", zu dem verscherbelten Vermögen der Stadt, so dass nur Schulden zurück bleiben, die die Bürger letztlich zu tragen haben. Sie sagen nichts zu unterlassener Unterhaltung von Straßen und Brücken. Sie freuen sich an neuen Luftschlössern wie dem Schwimmbad für sechs oder mehr Millionen Euro oder einer weiteren Million Euro, die in das verkorkste Ärztehaus gesteckt werden soll.

Die breite Unterstützung ist merkwürdig stumm. Außer den Kampagnen der HNA ist nichts wahrzunehmen. Ist es doch schlechter um die Wahlaussichten des Bürgermeisters bestellt, dass man zu solchen Manövern greift? Der Bürgermeister hat immerhin ein gut bezahltes Amt zu verlieren. Allein schon die Grundbesoldung von 7.500 Euro im Monat wird er so schnell nicht wieder finden. Für ein solches Gehalt dürfen die Bürger auch eine entsprechende Gegenleistung verlangen.

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