HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

Baukosten gestiegen, Architektenhonorar gesenkt – wie passt das zusammen?

Auszug aus dem Brief des Architekten Christian Gerlach, Fritzlar an den Magistrat zu den Mehrkosten des Kindergartenbaus in Mardorf

 

Neue Mehrkosten

Ursprüngliche Baukosten  1,1 Mio. Euro

1. Mehrkosten-Forderung   400.000 Euro = 36 Prozent

2. Mehrkosten-Forderung    105.000 Euro = 10 Prozent

BAUKOSTEN. 1,605 Mio. Euro

 

Fragwürdige Begründungen

In der Erläuterung des Magistrats werden die Mehrkosten auf "die Außenanlage und das Einmessen" zurückgeführt.

Der Architekt schreibt jedoch:

"Außenanlage: resultierend aus diversen Umplanung wegen Grundstücksverhandlungen mit Hr. Gröschel, der Größte Faktor hierbei sind Erdbewegungen, Stützarbeiten, Mutterboden wurde wie ursprünglich vereinbart nicht abgenommen, somit fielen  z.B. Deponiekosten an." (Schreibweise nach dem Original, Hervorhebung durch Hingucker)

Der Magistrat informierte die Stadtverordneten nicht über "diverse Umplanungen", "Grundstücksverhandlungen", "Erdbewegungen", "Stützarbeiten",  "Abnahme von Mutterboden" und  "Deponiekosten". Die Begründung des Magistrats ist nicht transparent.

Bereits im März 2019 wurden Mehrkosten von 400.000 Euro genannt.
Normalerweise wird vor Baubeginn geplant, kalkuliert und die notwendigen Verträge geschlossen. In Homberg geht es anders, nicht nur bei dem Kita-Bauprojekt in Mardorf.
Aus welchen Grund gab es Umplanungen und wer ist dafür verantwortlich?
Wieso waren wegen Grundstücksverhandlungen Umplanungen notwendig geworden?
Wieso wird eine Vereinbarung, also ein Vertrag, über die Abnahme von Mutterboden nicht eingehalten oder rechtlich geklärt?
Mutterboden und Deponiekosten, das passt nicht zusammen, Mutterboden darf nicht auf Deponien verbracht werden. Mutterboden ist wertvoll und kann an anderer Stelle eingebaut werden.
Die sogenannte Erläuterung für die Stadtverordneten ist nicht schlüssig.
  

Grundstücksverhandlungen

Das Nachbargrundstück ist der Teil, der ursprünglich nicht im Kaufvertrag enthalten war. Dieses Fläche wurde aber für die Ausweisung der Parkplätze gebraucht. Dieses Grundstück musste auch noch von Kroeschell gekauft werden. In dieser Zwangslage hat ein Eigentümer leichtes Spiel und kann den Preis nach oben drücken. Bisher ist nicht bekannt, zu welchem Preis dieses Teilstück von der Stadt erworben wurde. Die Stadt hatte schon bei dem ersten Grundstückskauf nicht das preiswertere Grundstück, sondern von Kroeschell das teurere Grundstück gekauft, also bereits gegen das Sparsamkeitsgebot verstoßen.

Sind die Grundstückskosten in dieser Nachforderung versteckt?
  

Architekten-Honorar

Warum verzichtet der Architekt auf 41.500 Euro Honorar? Auf diese Frage gibt es keine Antwort, weder vom Architekten noch vom Magistrat. Ist die Honorarreduzierung ein Ausgleich für Fehler des Architekten? Architektenhonorare richten sich nach der Höhe der Baukosten. Höhere Baukosten führen in der Regel zu höhrern Architekten-Honoraren. Das Honorar müsste  wegen der erneuten Mehrkosten steigen. Warum werden die Gründe nicht genannt? Die Stadtverordneten haben ein Anrecht zu erfahren, wie der Magistrat mit den Steuergeldern der Bürger umgeht.

siehe auch

Unglaubwürdig: Von 35.000 auf 400.000 Euro Mehrkosten beim Kita-Neubau Mardorf

Das Mardorfer Grundstücksgeschäft

Mardorf: Deutliche Worte im Ortsbeirat

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2 Kommentare zu “Baukosten gestiegen, Architektenhonorar gesenkt – wie passt das zusammen?”

  1. Dr. KLaus Lambrecht

    In der  nächsten STAVO sollen eben mal eben Mehrkosten in Höhe von 378.000 €  für Feuerwehrgebäude Mardorf, Kita Osterbach und Kita Mardorf durchgewunken werden. Eine Haushaltsstelle, aus der die Mehrkosten finanziert werden, wird nicht angegeben. Die Mittel stammen aus liquiden Mitteln, was das heißen soll, bleibt offen. Letztendlich bedeutet es doch, dass in der Finanzrechnung ausgewiesene positive/negative Saldo aus Einzahlungen und Auszahlungen die Bilanzposition "Liquide Mittel" (eine Unterposition des Umlaufvermögens) mindert. Früher erfolgte eine Mittelumwidmung aus anderen Haushaltsstellen. 
    Die Begründung für die Mehrkosten für den Kindergartenbau Mardorf ist an sich schon eine Unverschämtheit. Erstens wird der Name des ehemaligen Grundbesitzers der Baufläche wiederholt falsch geschrieben. Und dann  sind die zwei Volljuristen des Magistrats nicht in der Lage die Vereinbarungen mit Herrn Kroeschell  durchzusetzen, wer soll das glauben? Es muss doch ein Vertragswerk geben. Ich kenne nur Verträge die auch gerichtlich durchsetzbar sind. Hier wird der Eindruck erweckt, dass es Biertischabsprachen gibt. M. E. fehlen auch noch die Grunderwerbskosten für den Parkplatz der Kita Mardorf oder sie werden bewusst nicht aufgeführt, weil die Flächen erst kurz vor Beginn der Baumaßnahme Parkplatz erworben wurden.
    Auch der Verzicht des Planers um 41.500 € seines ursprünglichen Honorars wirft Fragen auf.

    Es scheint sich insgesamt zu rächen, dass man einen vorzeitigen Baubeginn ohne sorgfältige Planung und Vertragsgestaltung durchgeführt hat.
    Dass der Magistrat dann noch für diese Vorlage grünes Licht gibt und zustimmt, setzt dem Ganzen die Krone auf.
    Ich möchte einmal wissen wie hoch die sogenannte „ Schwankungsrücklage“ im Haushalt ist. Warum bezahlt man die oben genannten Mittel nicht aus der „Schwankungsrücklage“? Mir ist auch kein Beschluss über die Einrichtung einer Schwankungsrücklage bekannt. Haushaltsklarheit und – Wahrheit ist in meinen Augen etwas gänzlich anderes.

  2. Homberger Jeck

    Deponiekosten für Mutterboden ?

    Mutterboden nicht abgenommen – dann trägt der die Kosten, der die Vereinbarung nicht einhält !

    Wie sieht denn diese "Vereinbarung" aus und warum kommt der Vertragspartner einfach so raus ?

    Architektenbüro Kostenfestsetzung viel zu hoch angesetzt, was ist denn das für ein Verhalten? Kann der nicht rcchnen und das im Zeitalter des Computers?

    Wie kann man da noch Vertrauen haben ?

    Die Fragen zu den Grundstückskosten werden, wie alle anderen Fragen zu Ausgaben in Homberg, wohl nie beantwortet werden.

    Denn die beteiligten Personen, die die Ausgaben festlegten und genehmigten, müssten sich doch selbst belasten! Sie sind doch alle Teil der Arge – die politische Nomenklatura in Homberg.

    Auch so ein Homberger Modell.

    🤡  

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