HOMBERGER HINGUCKER

Online-Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis, Nord-HESSEN

Klimaveränderung: Rasanter Rückschritt

… und was tut Homberg?


 
Nach der ersten Frostnacht des Herbstes war der Platz unter dem Ginkobaum vergoldet. Das Laub ist kein Dreck, wie man hier gerne sagt. Das Laub erinnerte an die Arbeit, die die Blätter den ganzen Sommer über erledigt haben. Aus der Luft hatte das Laub das CO2 aufgenommen spaltete es mit Hilfe des Sonnenlichts auf, hatte Sauerstoff zum Atmen geschaffen und den Kohlenstoff in die Blätter und ins Holz eingebaut, so wie die Pflanzen es seit vier Milliarden Jahren tun.

In dieser unvorstellbaren Zeitspanne habe die Blätter und Gräser den CO2 Gehalt in der Atmosphäre soweit reduziert, dass zusammen mit dem geschaffenen Sauerstoff Leben möglich wurde, wie wir es kennen. Der Kohlenstoff in den Blättern und im Holz lagerte sich im Boden, im Humus und in den tieferen Schichten zu Kohle gepresst ab. Ähnlich verlief der Prozess im Meer wo Erdöl und Erdgas entstanden.

Die Menschen nutzen das Holz als Energiequelle. So viel es auch genutzt wird, es wird jedes Jahr von den Pflanzen wieder neu geschaffen. Mit der Industrialisierung vor ca. 200 Jahren aber wurden die Energiespeicher in Form von Kohle, Erdöl und Erdgas in immer größerem Umfang genutzt. Was in Milliarden Jahren geschaffen wurde, wird seit 200 Jahren in immer rasenderem Tempo rückgängig gemacht.


 
Der Kohlenstoff wird als CO2 in die Atmosphäre abgegeben. Die Sauerstoff schaffenden Pflanzen werden immer weniger. Auch technischer Fortschritt bei Produkten im Zeitalter der Industrialisierung – z.B. das neueste Smartphone – entpuppt sich als globaler Rückschritt für die Klimabilanz.
In den letzten 200 Jahren wurde in der Atmosphäre wieder eine CO2- Konzentration erreicht, wie sie vor zwei bis fünf Millionen Jahren vorhanden war. Oder anders ausgedrückt, in 200 Jahren haben die Menschen in den Industrialisierten Ländern ein Rückschritt von mehreren Millionen Jahren erzielt.
 

Kipppunkt – point of no return

Man kann einen Teller auf dem Tisch ganz langsam, Millimeter um Millimeter über den Tisch schieben. Wenn es nur langsam genug ist, merkt das niemand. Der  Teller kann auch über die Tischkante geschoben werden und steht noch auf dem Tisch, bis zu dem letzten Moment, wo nur ein Bruchteils eines Millimeters ausreicht: Den Teller fällt vom Tisch und zerspringt auf dem Boden. Das ist der Punkt ohne Wiederkehr. Unser Klima wird von vielen Faktoren beeinflusst. Es gibt viele solcher Kipppunkte. Die Kipppunkte werden eine Kettenreaktion auslösen, die niemand aufhalten kann, zum Beispiel wenn die riesigen Gebieten auftauen, die bisher permanent gefroren sind.  Mit dem Taupunkt werden gewaltige Massen Methangas freigesetzt.
 

Was folgt aus diesem Wissen?

Entweder wird das vorhandene Wissen verleugnet oder man hofft, mit kleinen Effekten die Stimmung zu beruhigen. Auf keinem Fall soll sich Wesentliches ändern, der Flugverkehr wird ausgebaut, neue Autobahnen gebaut, Öllieferketten militärisch abgesichert …

 

Homberg hat werbewirksam eine Elektrotankstelle für E-Bikes eingerichtet. Dazu muss jeder Nutzer sein Ladegerät mitbringen und damit ungesichert mehrere Stunden an der Ladesäule aufladen.

Ackerboden bindet CO2. Ackerboden wird immer mehr überbaut und fällt damit für den Klimaschutz aus. Homberg macht dabei mit, wie in Mardorf zu sehen ist und wie es die Bürgerinitiative im Adam-Krafft-Weg nur mit einer großen Kraftanstrengung verhindert hat. Auch die mit Fördergeldern finanzierte Klimamanagerin wird nur für die Klima-Kosmetik abgestellt, damit sie nicht den Irrsinn in der Stadt behindert.

siehe auch:

Treibhausgase in Atmosphäre auf neuem Höchststand

Alle reden von Klimaschutz und betreiben Symbolpolitik

Radfahren in Homberg – Fahrradklima Test 2018

Klima wird immer extremer verändert

Risikoanalyse der Folgen der Klimaänderung

Heute vor den Katastrophen und Kosten von morgen schützen; Kommunale Klimaschutz Konzepte

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Ein Kommentar zu “Klimaveränderung: Rasanter Rückschritt”

  1. Delf Schnappauf

    "Todbringende Waldbrände in Kalifornien und verdorrende Getreidefelder in Europa, in der Arktis schwindet das Eis und der Rhein verkommt zum Rinnsal: Der Klimawandel, die größte menschengemachte Umweltveränderung, hat unwiderruflich begonnen. Die Folgen, so viel steht fest, werden viele Millionen Opfer fordern und die Ordnung der Welt grundlegend erschüttern. "

    "Die Bürger machen "keine Abstriche bei Flugreisen, dem Fleischkonsum oder ihren ins Groteske gewachsenen Blechpanzern, obwohl sie um die katastrophalen Konsequenzen wissen."

    schreibt im  Berliner Tagesspiegel Harald Schumann.

    Klimakosmetik wie auch in Homberg wird einen hohen Preis haben.

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